Abende auf dem Vorwerke bei Dikanjka

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Page 93 - Backen wie auf Pauken mit den Fäusten trommelten und mit den Nasen wie auf Waldhörnern trompeteten. Als sie den Großvater erblickten, stürzte sich die ganze Horde über ihn: Schweineschnauzen, Hundeschnauzen, Bockschnauzen, Gänseschnauzen, Pferdeschnauzen — alle reckten sich, als wollten sie ihn küssen.
Page 68 - Maus halten könnte, die der Schnapsbrenner, das Monopol des Speicherkaters verletzend, gefangen habe und im Munde halte. Der Amtmann saß als Hausherr im bloßen Hemd und in einer weiten Leinwandhose. Sein Adlerauge blinzelte und erlosch allmählich wie die Abendsonne. Am Ende des Tisches saß, die Pfeife im Munde, einer der Dorfpolizisten, der zum Kommando des Amtmanns gehörte; aus Respekt vor dem Hausherrn hatte er seinen Kittel an. „Habt Ihr die Absicht," wandte sich der Amtmann an den Schnapsbrenner,...
Page 60 - Ertrunkenen um sich versammelt und ihnen einer nach der anderen ins Gesicht blickt, um unter ihnen die Hexe wiederzufinden; bis jetzt hat sie sie aber noch nicht wiedergefunden. Und wenn ihr einer von den lebenden Menschen in die Hände kommt, so zwingt sie auch ihn, die Hexe zu suchen, und droht ihn zu ertränken, wenn er es nicht tut. So erzählen sich die alten Leute, Galja! . . . Der jetzige Besitzer will an dieser Stelle eine Schnapsbrennerei bauen und bat schon sogar einen Schnapsbrenner hergeschickt...
Page 79 - Sing mir irgendein Lied, junger Kosak!" sagte sie leise, den Kopf auf die Seite neigend und die dichten Wimpern herablassend. ..Welches Lied soll ich dir singen, mein schönes Fräulein?" Stille Tränen rollten über ihr blasses Gesicht. „Bursche," sagte sie, und etwas unsagbar Rührendes klang aus ihren Worten, „Bursche, finde mir meine Stiefmutter! Ich werde nicht geizen. Ich will dich belohnen. Ich werde dich reich und prächtig beschenken! Ich habe seidengestickte Gewänder, Korallen und...
Page 75 - Wie ist er gekleidet, Herr Schreiber?" „Einen schwarzen Schafspelz hat der Hundesohn an, Herr Amtmann, mit dem Fell nach außen gekehrt!" „Lügst du auch nicht, Herr Schreiber ? Wie, wenn dieser Taugenichts jetzt bei mir in meiner Kammer sitzt?
Page 62 - Visionen erstehen schlank in ihrer Tiefe. Göttliche Nacht! Bezaubernde Nacht! Und plötzlich ist alles lebendig geworden: die Wälder, die Teiche, die Steppen. Man hört das majestätische Schmettern der ukrainischen Nachtigall, und selbst der Mond in der Mitte des Himmels scheint ihr zu lauschen . . . Wie verzaubert schlummert auf seiner Anhöhe das Dorf. Noch weißer, noch schöner leuchten im Mondenscheine die Haufen der Häuschen; noch blendender heben sich in der Finsternis ihre niederen Mauern...
Page 80 - Laßt uns das Rabenspiel spielen, laßt uns das Rabenspiel spielen!" Die Stimmen klangen wie das Rauschen des Schilfes am Ufer, wenn es in der stillen Dämmerstunde von den lustigen Lippen des Windes berührt wird. „Wer soll aber der Rabe sein?
Page 85 - Nacht, verglühte in feierlicher Pracht. Ebenso herrlich lag die Erde in wunderbarem Silberglanze; aber niemand berauschte sich an diesem Anblick. Alles lag im Schlafe. Das Schweigen wurde nur ab und zu durch das Gebell der Hunde unterbrochen, und lange noch trieb sich der betrunkene Kalennik durch die schlafenden Straßen herum, immer noch auf der Suche nach seinem Hause.
Page 62 - Kirschbäume hat die Wurzeln scheu in die Kühle der Quellen versenkt und raschelt ab und zu gleichsam zürnend mit den Blättern, wenn der herrliche Nachtwind, schnell heranschleichend, sie küßt. Die ganze Landschaft schläft. Doch oben atmet alles, alles ist wunderbar, alles feierlich. Die Menschenseele aber dehnt sich ins Unermeßliche, und Scharen silberner Visionen erstehen schlank in ihrer Tiefe.

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