Reinhart Fuchs [the Germ. poem attr. to Heinrich von Glichesaere, together with other similar pieces in Lat., Flemish and Germ., ed.] von J. Grimm

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Reimer, 1834 - Fables, German - 452 pages
 

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Page ii - Blieben nun in der Wirklichkeit immer Schranken gesteckt und Grenzen abgezeichnet, so überschritt und verschmolz sie doch die ganze Unschuld der phantasievollen Vorzeit allenthalben. Wie ein Kind, jene Kluft des Abstands wenig fühlend, Thiere beinahe wie seinesgleichen ansieht und als solche behandelt; so fasst auch das Alterthum ihren Unterschied von den Menschen ganz anders als die spätere Zeit.
Page ii - Tier zuvor, in Schärfe des Gesichts, Feinheit und Stärke des Gehörs und Geruchs, Schnelle des Laufs und Befähigung zum Flug; sollten wir ihm nicht zugestehen, neben uns und in der Einwirkung auf uns seine Besonderheit geltend zu machen?
Page xviii - Das naive Element geht den Lessingischen Fabeln ab bis auf die leiseste Ahnung. Zwar behaupten seine Tiere den natürlichen Charakter, aber was sie tun, interessiert nicht mehr an sich, sondern durch die Spannung auf die erwartete Moral.
Page xiii - Lehrhaft nun ist die Fabel allerdings, doch mich dünkt ihr erster Beginn nicht Lehre gewesen. Sie lehrt wie alles Epos, aber sie geht nicht darauf aus zu lehren. Die Lehre mag aus ihr und dem Epos, um eine Vergleichung zu brauchen, gesogen werden wie der Saft aus der Traube, deren milde Süße, nicht schon den gekelterten Wein sie mit sich führen. Überall, wo uns das zur Moral vergorene Getränk dargeboten wird, ist nicht mehr die frische epische Tierfabel, sondern bereits ihr Niederschlag vorhanden.
Page xiii - Auffassung als weniger gelungen darstellt und zugleich entschuldigt, da fast jede Sittenlehre von dem Umfang der Erzählung übertroffen wird. Die Fabel braucht nicht einmal eine sittliche Lehre zu enthalten, oft bietet sie nur eine Regel der Klugheit dar; das Böse kann im einzelnen oder in der Wendung des Ganzen über das Gute den Sieg davon tragen.
Page 218 - Ende hi bi mi es bedroghen, So sal hi mi haten vele mere, "* Dan hi noint dede ere. Daer bi peinsic in minen moet: Dat varen es mi also goet, Alse dit bliven...
Page xii - Ansicht scheinen, daß mit der Fabel wesentlich ein didaktischer Zweck verbunden sei, daß sie stets eine Lehre verhülle, die sich der Mensch aus dem Beispiel der Tiere zu entnehmen habe.
Page xviii - Charakter, aber was sie tun, interessiert nicht mehr an sich, sondern durch die Spannung auf die erwartete Moral. Kürze ist ihm die Seele der Fabel, und es soll in jeder nur ein sittlicher Begriff anschaulich gemacht werden; man darf umgedreht behaupten, daß die Kürze der Tod der Fabel ist und ihren sinnlichen Gehalt vernichtet.
Page xvi - Die älteste und einfachste aller Dichtungsarten, die epische, ist weit mehr als alle übrigen durch Zeit und Raum bedingt. Nach Jahrhunderten und Gegenden scheint sie zurückzuweichen und weder eine kältere noch wärmere Zone zu ertragen. Wie gewisse Pflanzen und Bäume nur unter bestimmtem Himmelsstrich gedeihen und zu ihrer vollen Macht kommen, über ihn hinaus verkümmern und zu Grunde gehen, so hat auch die Tierfabel die...
Page cxlviii - ... alles schreitet in leichter und gewandter sprache und mit nie nachlassendem, sondern immer steigendem interesse von anfang bis zu ende fort; alle begebenheiten hängen, gleich einer wahren geschichte, fest zusammen.

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