Geschichte der deutschen Dichtung, Volume 1

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W. Engelmann, 1853 - German literature
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Page 3 - Ich habe es unternommen, die Geschichte der deutschen Dichtung von der Zeit ihres ersten Entstehens bis zu dem Punkte zu erzählen, wo sie nach mannichfaltigen Schicksalen sich dem allgemeinsten und reinsten Charakter der Poesie, und aller Kunst überhaupt, am meisten und bestimmtesten näherte.
Page 10 - Es ist ein einziger großer Gang zu der Quelle der wahrhaften Dichtkunst zurück, auf dem alle Nationen von Europa die Deutschen begleiten, oft überholen, am Ende aber eine nach der andern zurückbleiben.
Page 5 - Erde vorgegangen war, eine Revolution, deren sichtbarste Frucht für uns die Rückkehr aus der häßlichsten Barbarei zu wahrem, gesundem Geschmack in Kunst und Leben war, und deren größte Früchte wer weiß wie viele Jahrhunderte erst in ihrem Verlaufe zeitigen und genießen werden.
Page 3 - Welche Schicksale sie litt, welche Hemmungen ihr entgegentraten, wie sie die Einen ertrug, die Anderen überwand, wie sie innerlich erstarkte, was sie äußerlich förderte, was ihr endlich eigenthümlichen Werth, Anerkennung und Herrschaft erwarb, soll ein einziges Gemälde anschaulich zu machen versuchen.
Page 301 - Gesellschaft, weil das Weib heute, wie einst der griechische Bürger, den gemeinen Berührungen des Lebens entzogen, weil es den Einwirkungen des Rangsinns, den Verderbnissen durch niedrige Beschäftigung, der Unruhe und Gewissenlosigkeit der Erwerbsucht nicht ausgesetzt und weil von Natur schon das Weib mehr als der Mann gemacht ist, mit der höchsten geselligen Ausbildung den Sinn für Natürlichkeit und die ursprüngliche Einfalt des Menschen zu vereinen und die letztern nicht dem erkünstelten...
Page 9 - Sie ist, wenn anders aus der Geschichte Wahrheiten zu lernen sind, zu einem Ziele gekommen, von wo aus man mit Erfolg ein Ganzes überblicken, einen beruhigenden, ja einen erhebenden Eindruck empfangen und die größten Belehrungen ziehen kann.
Page 11 - Nachbarn verkündet wird, daß wahre Bildung der Seelen und Geister nur bei uns gesucht wie alle Bekanntschaft mit den Alten nur durch uns vermittelt werden kann, daß sichtbar unsere Literatur nun so über Europa zu herrschen beginnt, wie einst die italienische und französische vor ihr über Europa geherrscht haben.
Page 14 - ... wenn ich bändereiche Gedichte mit wenigen Worten abfertige, schließe niemand, ich kenne sie nicht, wo ich dies nicht ausdrücklich angebe. Und dennoch ist die Mühe, diesen Umfang der mittelaltrigen Literatur zu bemeistern, und die Schwierigkeit, sich mit Ausdauer durch endlose Werke durchzuschlagen, von deren Nichtigkeit man auf dem ersten Blatte überzeugt wird, nichts gegen die größere Schwierigkeit und Mühe, sich wieder aus diesem Chaos frei zu erheben, mit klarem Auge es zu erblicken,...
Page 11 - Geschmack muß bei dem Geschichtschreiber der schönen Literatur vorausgesetzt werden wie bei dem politischen Historiker politisch gesunder Blick, deshalb aber darf der eine keine publizistischen Deduktionen und der andere keine ästhetischen Abhandlungen einflechten, falls er auf seinem Felde bleiben will.
Page 7 - Beurteilung der Natur der Menschheit vielleicht weiter, als uns unsere weitschichtige Gelehrsamkeit und unser fleißiges Forschen nach den Schicksalen der Welt in mehr als zwei Jahrtausenden, die seitdem verflossen sind, gebracht hat. Wer heute nicht versteht, den Geist fremder Zeiten und Nationen wie seiner eigenen zu fassen, sich jeder Beschränktheit in Religion und...

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