Fünf Jahre Musik, 1891-1895

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Allgemeiner Verein für Deutsche Litteratur, 1896 - Music - 402 pages
 

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moderne oper part VI; 1890-95 p. 392 mentions Riehl as the famous cultural historian who explains his astounding productivity by saying he doesn't visit people and doesn't answer letters.

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Popular passages

Page 264 - Man weicht der Welt nicht sicherer' aus als durch die Kunst, und man verknüpft sich nicht sicherer mit ihr als durch die Kunst.
Page 164 - Dingen das schlimmste vorzustellen — da der Tod (genau zu nemmen) der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich seit ein Paar Jahren mit diesem wahren, besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, daß sein Bild nicht allein nichts schreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel beruhigendes und tröstendes, und ich danke meinem Gott, daß er mir das Glück gegönnt hat, mir die Gelegenheit (Sie verstehen mich) zu verschaffen, ihn als den Schlüssel zu unserer wahren Glückseligkeit...
Page 200 - Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin ; Ein Märchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl, und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein ; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr goldnes Geschmeide blitzet, Sie kämmt ihr goldenes Haar. Sie...
Page 293 - Gedanken vollständig zu verkörpern, so hätten wir gewünscht, den verklärten ethischen Charakter der Harmonien, welche von jedem Kunstwerk ausstrahlen, zu vergegenwärtigen, die Zauber und die Fülle zu schildern, womit sie die Seele überwältigen, wie sie wogen gleich elysischen Lüften, Weihrauchwolken ähnlich mählich sich verbreiten, den lichtblauen Äther, womit sie die Erde und das ganze Weltall wie mit einer Atmosphäre, wie mit einem durchsichtigen Gewand unsäglichen mysteriösen Wohllauts...
Page 241 - ... und nieder. Aber wenn der Schnee ins Schmelzen kommt und die Moldau unten wieder blau und schimmernd vorüberwallt, da entfaltet sich in dieser Abgeschiedenheit ein wunderbarer Lenz. Dichter, glänzender Graswuchs überkleidet alle Gräben und Böschungen, und um die eingesunkenen Kanonenlafetten sprießen Veilchen und Primeln. Immer bunter schmückt sich der Rasen, und manche Schießscharte wird durch einen wilden, in voller Blüte stehenden Rosenbusch verdeckt, den ein langjähriger Friede...
Page 219 - ... Wettgesang der Sängerfeste wird wohl, wie sich's auch gebührt, die Lyrik, das eigentliche Lied, als sein Feld behalten; und wie es jetzt ist, darf sich dieses Feld sehen lassen, besonders auch, was die Wortdichtung betrifft, auf welche die Tondichtung gebaut ist. Denn bekanntlich gibt es jetzt selten mehr einen Liederkomponisten, der einen trivialen, gehaltlosen Text wählt, während eher das Gegenteil vorkommt und manch mittelmäßiger Zeisig zu finden ist, dem die Texte nicht tiefsinnig und...
Page 178 - Wie schön leuchtet der Morgenstern Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, Die süße Wurzel Jesse ! Du Sohn David aus Jakobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Hast mir mein Herz besessen. Lieblich, freundlich, Schön und herrlich, groß und ehrlich, Reich von Gaben, Hoch und sehr prächtig erhaben.
Page 226 - Afrikaners und einer Europäerin. In Polen um das Jahr 1780 geboren, erhielt er seine erste musikalische Ausbildung in England und erregte schon als zehnjähriger Knabe Aufsehen. Unter der Protektion des Prinzen von Wales gab er eine Reihe von Konzerten gemeinsam mit einem anderen jungen Violinspieler, dem Wiener Franz Clement. Bridgetower war bald der Löwe der Londoner Saison; man nannte ihn den „jungen abyssinischen Prinzen".
Page 333 - Mit einer so veralteten, nüchternen Gelegenheits- oder Gefälligkeits-Komposition wird es dem besten Violoncellisten schwer, Effekt zu machen. Das sind lauter Gedanken und Nichtgedanken, die hundertmal von Papa Haydn ausgesprochen und seither durch tausende von Händen gegangen sind. Kein glänzendes Orchester-Zwischenspiel erweckt uns aus dem leichten Schlummer dieser VioloncellSolos, keine energisch kontrastierende Stimmung hebt die einzelnen Sätze von einander.

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