Nicolaus Lenau's Dichterischer Nachlass

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Cotta, 1858 - 154 pages
 

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Popular passages

Page 5 - Es fühlt der Geist, der alles will umfassen, Im einzlen sich verkerkert und verlassen; — Er ist es, der mich ewig dürsten heißt Und mich von Weib zu Weib verderblich reißt.
Page 5 - Zusammenwerfen möcht ich Raum und Zeit, Die Leidenschaft ist wild und überschwenglich; Weil sie der Durst verzehrt nach Ewigkeit, Drum seht ihr sie so flüchtig und vergänglich. Zuweilen auch ist seltsam mir zu...
Page 68 - Steintot ist alles Wünschen, alles Hoffen; Vielleicht ein Blitz aus Höhn, die ich verachtet, Hat tödlich meine Liebeskraft getroffen, Und plötzlich ward die Welt mir wüst, umnachtet; Vielleicht auch nicht; - der Brennstoff ist verzehrt, Und kalt und dunkel ward es auf dem Herd.
Page 76 - Süßeste zu nennen Der erste Anhauch neuer Leidenschaft; Die Wehmut, daß sich alte Zauber trennen, Erhöht des neuen Glückes Reiz und Kraft. O daß versiegen muß der reichste Bronnen ! O könnten sterben wir in jeder Lust Und neu geboren, mit verjüngter Brust, Entgegenstürzen immer neuen Wonnen!
Page 59 - Nehm ich hier einen Trunk vom Todesschauder. Doch wills auch damit nicht mehr recht gelingen, Die Freude kann nicht mehr wie einst hinbrausen ; Sind lahm schon oder mausern ihre Schwingen? Weiß nicht, doch fühl ich oft ein stilles Grausen.
Page 11 - Des Lebens Jubeln - ist sein Wonnestöhnen, Wenn seine Küsse brennen auf der Schönen Und ihre Blicke heiß die Nacht durchschimmern ; Des Todes Schmerz - der Braut jungfräulich Wimmern.
Page 9 - ... eine Jugend nur auf Erden? Wenn du es noch ein Weilchen so getrieben, Glaubst du, die Zeche ward nicht aufgeschrieben? Wie wird am Zahlungstag zu Mut dir sein?
Page 99 - Ein kaltes, plumpes, blödes Ungeheuer, Das Herzen frißt und saugt Gehirne trocken, Das ewig wälzt, ein träger Wiederkäuer, Des Elends mittelalterliche Brocken. Harpunen in die Schuppen starrer Satzung! Und Dolche nach, die Menschheit zu erlösen ! Kein blutend Herz dem Untier mehr zur. Atzung, Messias Zorn!
Page 11 - Das Herz, in dem die Wesen alle gründen, Der Born, worein sie sterbend alle münden, Der Gott der Zeugung ists, der Herr der Welt, Die er, nie satt, in seinen Armen hält. Nie wird in langer Brautnacht: Weltgeschichte Des Gottes Kraft, des Weibes Reiz zunichte; Des Lebens Jubeln - ist sein Wonnestöhnen, Wenn seine Küsse brennen auf der Schönen Und ihre Blicke heiß die Nacht durchschimmern...
Page 59 - Sehnsucht nach den durstigen Gesellen. Der Spielmann stimmt bereits die helle Geige, Und gehen Schmaus, Musik und Trunk zur Neige, Dann winken Euch zur süßesten der Freuden Mit rotgeglühten Reizen schöne Damen. Kommt heim! laßt uns die Stunde nicht vergeuden; Was habt Ihr mit den Toten hier zu kramen? DON JUAN Wenn ich an Lust mich heiß und müd genossen, Und mich zu schwül das Leben hält umschlossen, Dann mach ich gerne Kirchhofpromenade, Das wirkt wie eine Seelenlimonade.

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