Wilhelm und Caroline von Humboldt in ihren briefen, Volume 2

Front Cover
E. S. Mittler und sohn, 1907 - Biography & Autobiography
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 134 - Dasein, das man jetzt allein fühlt, kann nicht alles sein und nicht ewig dauern. Wie unbegreiflich es auch sei, so ist der einzelne immer nur Ausfluß einer Kraft, von der er nur einen Teil empfindet, die er aber ausspinnen muß und rein...
Page 38 - Plötzlich kommt die Nachricht, daß in einem benachbarten kleinen Städtchen beim Jahrmarkt Feuer ausgekommen sei und bei der Verwirrung, die dadurch entsteht, wilde Tiere losgekommen wären, die man da sehen ließ. Nun macht sich der Prinz und sein Gefolge auf, und die heroische Handlung dieses epischen Gedichts ist nun eigentlich die Bekämpfung dieser Tiere.
Page 53 - Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß, Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte. Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr laßt den Armen schuldig werden, Dann überlaßt ihr ihn der Pein, Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.
Page 61 - Gewinnst davon zu machen, und sei unklug, wenn er nicht eine Auflage von 4000 Exemplaren veranstalte. Er erzählte mir, daß er Goethe gefragt, ob er zufrieden mit dem Honorar sei, und dieser habe ihm geantwortet: „O ja, recht gut, ich kann leid
Page 37 - Auf die Freude und den Nutzen, den ihm das Zusammenleben mit Schiller gibt, kommt er sehr oft zurück. Nie vorher, sagt er, hätte er irgend jemand gehabt, mit dem er sich über ästhetische Grundsätze hätte vereinigen können; die einzigen wären noch Merck in Darmstadt und Moritz gewesen; allein obgleich beide mit ihm in Absicht desTakts übereingekommen wären, so hätte er sich wenig mit ihnen verständigen können.
Page 146 - Die Tiefe und Unendlichkeit des Lebens hat sich seitdem vor mir aufgetan, und das Großmenschliche erblüht, ersteht, wie soll ich sagen, gewiß und einzig nur da, wo das Individuum sich weder im Genuß des Glücks, noch des Schmerzes schont.
Page 5 - Daß ich eins bin in mir, daß ich bin, wozu ich Anlage hatte zu sein, daß ich Wahrheit sehe, daß ich harmonische Schönheit empfinde, das ist Dein, einzig Dein Werk; und mein, einzig mein Werk ist es, daß auch Du bist, was Du sein solltest, daß auch Du Wahrheit siehst und Schönheit und Harmonie empfindest...
Page 246 - I«r nie sich nennen, und das ist wirklich eine der größesten Wohltaten des Himmels, unsere Handlungen gleichgültig gemacht zu haben für den Weltlauf und nur wichtig für die innere Ansicht und >die innere Zurechnung.
Page 261 - Li, es ist kein Verdienst, das gefunden zu haben, es ist ein Glück, es zu besitzen. Es kann nicht genommen werden, aber es wird gegeben. Es wäre auch nicht gut, wenn viele so wären; denn man genießt mehr dabei, als man Genuß gewährt, und es schlägt die Tätigkeit nieder, durch die wieder doch nur 531 auch das Höchste gedeiht.
Page 37 - Takts übereingekommen wären, so hätte er sich wenig mit ihnen verständigen können. Zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre hätte er also so ganz über sich allein gelebt, und daher sei es mit gekommen, daß er in einer ganzen langen Zeit so wenig gearbeitet habe. Desto rüstiger scheint er jetzt. Den Plan von Hero und Leander hat er zwar ziemlich aufgegeben; er meint, es sei ein fremdes Sujet, das sich nie recht frei würde behandeln lassen.

Bibliographic information