Deutsche Studien: i und ii

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F. Tempsky, 1891 - Ballads, German - 129 pages
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Page 69 - Schick mir liebste meine Schlüssel die ich gestern habe liegen lassen. Aber die Schlüssel mit denen du mein ganzes Wesen zuschliesest daß nichts außer dir Eingang findet bewahre wohl und für dich alleine.
Page 21 - Wie seltsam', ruft er aus (s. 305), 'dass der Schreiber dieser vorläge sich dann ebenso scharfsinnig wie herr Bartsch der tatsache erinnerte, dass auslassungen oft durch ein übergleiten des auges zu einem benachbarten gleichlautenden worte verschuldet wurden, und dass er darauf seinen plan baute, unbemerkt einige Strophen zu unterschlagen.
Page 98 - ... (ich will mich nicht weiter rühmen, denn) wer sich allzuviel rühmt, der versteht die besten mäze nicht Aber ein höfischer mann soll es nicht allen frauen recht machen. Wer darin allzuviel tut, der bleibt nicht sein eigener herr". Mit anderen worten: er verlangt, die dame solle ihn lieb behalten, auch wenn er es ihr nicht immer recht mache.
Page 98 - Strophe (33, 31) muß er schon den vorwurf der Vernachlässigung abzuwehren suchen: wer biderbe und frum ist (wie ich), den soll man zu allen Zeiten (und unter allen umständen) lieb behalten; (ich will mich nicht weiter rühmen, denn) wer sich allzuviel rühmt, der versteht die besten mäze nicht. Aber ein höfischer mann soll es nicht allen frauen recht machen. Wer darin allzuviel tut, der bleibt nicht sein eigener herr.
Page 21 - ... hier eines argumentes gegen Bartsch bedient, das er unmittelbar vorher diesem zu gebrauchen nicht gestatten will. Eben hat er behauptet, dass die beobachtungen. auf welche hin Bartsch das fehlen vieler Strophen in A graphisch erklären will, wol ihren wert hätten um anderweitig bewiesene auslassungen zu erklären, dass sie aber nimmermehr eine sonst unbeweisbare auslassung um ein haar breit wahrscheinlicher machen könnten. Wenn aber die blosse möglichkeit graphischer erklärung nichts beweisen...
Page 116 - Yen vornherein ist der Grundsatz bedenklich, den Scherer S. 65 aufstellt: „Die innern Merkmale der Unechtheit möchten schwer zu finden sein bei einem Dichter, der sich in so vielartiger Gestalt zeigt. Entscheiden muss die äussere Beglaubigung, doch treten einige innere Gründe überall bestätigend hinzu.
Page 68 - Ich weiss nicht, ob ich meinem Gefühle trauen darf, aber der Vergleich scheint mir etwas Unweibliches zu haben. Ich traue ihn eher einem Manne zu ... Die geheimnisvollen Offenbarungen zarten Seelenlebens, welche uns in den kürnbergischen Frauenstrophen geboten werden, geben uns den Massstab für dieses Gedicht.
Page 42 - Ohne Zweifel waren solche Strophen bestimmt, nacheinander gesungen zu werden. Der Keim zur Durchbrechung des Gesetzes der Einstrophigkeit ist damit schon gelegt.
Page 45 - Sinne als Gelegenheitsgedicht bezeichnet werden darf. Die Dame, welche darin ihren Gefühlen Worte leiht, redet nicht aus der übermächtigen Empfindung des Moments heraus, sie überblickt einen längeren Zeitraum, ihre Stimmung entspringt aus einer Kette von Erfahrungen, die sie in bildlichem Ausdruck zusammenfaßt. Das mehrstrophige Lied (diu liet) der ritterlichen Minnesinger kündigt sich an.
Page 60 - Durchschnittspunct unzähliger Linien. Und jede solche Linie deutet eine allgemeinere geistige Richtung an, welche der Einzelne mit wenigen oder vielen ändern .theilt. Diese Richtungen darf man als die Elemente ansehen, welche ihn constituiren. Kann man die Auflösung in die Elemente je zu weit treiben? Kann sie überhaupt je vollständig gelingen? (Scherer Deutsche Studien l, 70). Je grösser und reicher eine Individualität, desto schwieriger eine befriedigende Analyse der Causalbezüge, durch...

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