K. L. von Knebel's literarischer nachlass und briefwechsel, Volume 2

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Gebrüder Reichenbach, 1835
 

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Page 152 - Goethe hat uns seine Abhandlung vom Knochen vorgelesen, die sehr einfach und schön ist; der Mensch geht auf dem wahren Naturwege, und das Glück geht ihm entgegen.
Page 266 - Sie dem Tischbein in dessen Buch mit Zeichnungen geschrieben, eins auf den Löwen, und das andere auf die Störche, welche ihrem Nest entfliehen, weil das Haus, worauf sie gebaut, in Flammen steht; von diesen beiden Stücken hörte ich Goethen damals sagen, sie wären werth, in der griechischen Anthologie zu stehen.
Page 179 - Wielands Pergonte, Liebe um Liebe, das Vögelchen, der Zaum ua sind so vorgetragen worden; sehr anmuthig, und ich muß bekennen, daß Wielands Poesien mir noch nie in so reizendem Licht erschienen sind, als bei diesem Vorlesen.
Page 278 - I^ev»na hat mich fast noch stärker erfreut als Ihr Tadel. Ihre gütige Voraussetzung meiner Gleichgültigkeit gegen Lob (höchstens mündliches ausgenommen) kann ich ohne Unbescheidenheit nicht zugeben; und in der That, ich wüßte nichts, was ich lieber läse, als ein Ricß Papier, das mich unendlich priese; — und ich hätte keine andere Mühe dabei, als die Sache zu glauben.
Page 33 - Lessing kann sich nicht beschweren, daß wir undankbar gegen seine Muse sind. Wir haben sie hier zwanzigmal hinter einander gespielt; wir haben sie in Kupfer stechen und in die Kalender setzen lassen; wir haben diese Minna sogar auf die Punschnäpfe malen lassen. Nur hat sie ihm nichts eingebracht : das ist Alles, worüber er sich beklagen kann. Die Pariser Poeten werden von Einem solchen Stücke gespeiset, getränkt, gekleidet, beherbergt; und von sechs guten Stücken können sie gar reich werden.
Page 74 - Mein Freund Lavater", sagte Klopstock, „ist sehr eitel; der gute Mann weiß es selber nicht, wie sehr." — Einige Tage darauf erwähnte Goethe einer gewissen Dame gegen mich, die Herder der Eitelkeit beschuldige und sich nicht mit ihr vertragen könne, weil er selbst der eitelste unter allen Menschen sei. — Was Goethe von Herder sagte, sagt ganz Deutschland wieder von ihm: er sei aus Eitelkeit und Hochmut zum Narren geworden.
Page 162 - Zeit; ich habe die Idee, aus der Alles ward, aber ich habe keine Sprache, sie herzustammeln. Sie läßt sich, wie Alles in der Welt, nur durch That, durch Schöpfung zeigen; in meiner Seele indeß soll sie bleiben. — Ich lese jetzt ein spanisches Manu script vom Ideal-Schönen, und sehe, was es mit dem Schreiben für ein elendes Ding ist.
Page 218 - Herder geladen wurde, einen sehr schönen griechischen Roman in Briefen, der allgemein gefallen hat, vorgelesen. Der Herzog hat meinem Mann Schillers neuestes Stück die feindlichen Brüder zum Lesen gegeben. — Wir haben's gelesen! Lassen Sie sichs durch die Herzogin Mutter vom Herzog ausbitten. Es ist für uns eine wunderbarliche I'aw inoi-F»na!
Page 281 - Naturspiele möcht' ich Sie hören, z. B. über die Wahlverwandtschaften, für welche ich beinahe ein öffentliches Wort gegen den Hallischen Halloren gesprochen hätte, ob mir gleich auch das ideale Ehebrechen darin nicht gefällt. Reelles wäre viel sittlicher. Wenn Sie mir, theuerster Freund, die Freude eines Briefes machen, so verdoppeln Sie doch solche, indem Sie einige Ihrer Gedichte beilegen. Mir gefallen Gedichte jetzt immer seltner; und daher muß ich nach seltenen, wie die Ihrigen, jagen.
Page 165 - Gouverneur, dieser Hamannische Bogen, über die Klopstock'sche OrthographieReformation. Es ist wohl nichts so Treffliches und Gründliches über solchen Gegenstand geschrieben, seit es Zesianer gegeben; man müßte aber Klopstock's und Campens Schriften darüber neuerlich gelesen haben, um Alles zu verstehen. Der erste Brief ist an Klopstock, der andere an Campe. Lebt wohl, lieber Capriccio, in Eurer Burg der Trägheit. H. 42. Weimar, den 28. August. An Goethen...

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