Meister Eckharts mystische Schriften

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K. Schnabel, 1903 - Mysticism - 246 pages
 

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Page 68 - Geburt gefunden hat, den dünkte es, daß alles, was er von den Dingen sprechen könnte, etwas Fremdes und Unwahres in sich trüge; darum wollte er schweigen. Er wollte nicht sagen: Gebt mir Brot, oder gebt mir zu trinken. Aus dem Grunde wollte er nicht von den Dingen sprechen, weil er von ihnen nicht so rein sprechen...
Page 110 - In meiner (ewigen) Geburt wurden alle Dinge geboren, und ich war Ursache meiner selbst und aller Dinge; und hätte ich gewollt, so wäre weder ich noch wären alle Dinge; wäre aber ich nicht, so wäre auch "Gott...
Page 208 - Augustinus sagt: was der Mensch liebt, das ist der Mensch. Liebt er einen Stein, so ist er ein Stein; liebt er einen Menschen, so ist er ein Mensch; liebt er Gott — nun wage ich nicht fortzufahren; denn sagte ich, dass er dann Gott wäre, ihr würdet mich steinigen. Aber ich verweise euch auf die Schrift (199, 4).
Page 111 - Wer diese Rede nicht versteht, der bekümmere sein Herz nicht damit. Denn solange der Mensch dieser Wahrheit nicht gleicht, so lange wird er diese Rede nicht verstehen.
Page 111 - Durchbrechen, daß ich und Gott eins sind. Da bin ich, was ich war, da nehme ich weder ab noch zu, denn ich bin da eine unbewegliche Ursache, die alle Dinge bewegt.
Page 29 - Der Mensch ist, das muß wahr sein, ein Tier, ein Affe, ein Tor, solange er im Unwissen verharrt. Das Wissen aber soll sich formen zu einer Überform, und dies Unwissen soll nicht vom Nichtwissen kommen, vielmehr: vom Wissen soll man in ein Unwissen kommen. Dann sollen wir wissend werden des göttlichen Unwissens, und dann wird unser Unwissen geadelt und geziert mit dem übernatürlichen Wissen!
Page 78 - Das Rückstrahlen des Spiegels in der Sonne ist in der Sonne (selbst) Sonne, und doch ist er (=der Spiegel) das, was er ist. So auch ist es mit Gott.
Page 105 - Da wollte ich mich selbst und wollte nichts sonst; was ich wollte, das war ich, und was ich war, das wollte ich, und hier stand ich Gottes und aller Dinge ledig.
Page 61 - So wahr der Vater aus seiner einigen Gottnatur heraus den Sohn gebiert, so wahr gebiert er ihn in des Geistes Innigstes! Und das ist die innere Welt. Hier ist Gottes Grund mein Grund und mein Grund Gottes Grund, hier lebe ich aus meinem Eigenen, wie Gott aus seinem Eigenen lebt!
Page 110 - In dem Durchbrechen aber, wo ich ledig stehe meines eigenen Willens und des Willens Gottes und aller seiner Werke und Gottes selber, da bin ich über allen Kreaturen und bin weder ,Gott' noch Kreatur, bin vielmehr, was ich war und was ich bleiben werde jetzt und immerfort.

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