Historische und politische Aufsätze, Volume 2

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Page 381 - Sie schildert nicht den Fluß der Ereignisse, sondern betrachtet die Zustände, welche aus dem unendlichen Ringen der historischen Kräfte sich herausbildeten, sie versucht die Berechtigung dieser Lebensformen der Völker, die Notwendigkeit ihres Gedeihens und ihres Verfalles zu ergründen.
Page 225 - Preußens, mit einem Worte: Anschluß an Preußen, Anschluß an die bereits geeinte Hälfte Deutschlands! Wie dieser Anschluß erfolgen wird, ob Preußen — was dem Geiste unserer Geschichte am meisten entsprechen würde — erobernd vorgehen wird, oder ob die kleinen Kronen mit geminderter Souveränität erhalten bleiben: das wird abhängen von der Haltung der Dynastien und von dem Gange der Ereignisse, den keines Sterblichen Auge vorausschauen kann.
Page 101 - Souveränität der deutschen Fürsten ungeschmälert bleibt. Die Gründung eines Bundesstaates im Staatenbunde ist schlechterdings ein revolutionärer Schritt. Der deutsche Staatenbund ist einer ruhigen Fortbildung nicht mehr fähig ; vom dynastischen Bunde zum nationalen Staate gelangt man nur durch einen Sprung.
Page 241 - ... Bürgerleben; die deutschen Blätter vornehmlich versündigten sich schwer an dem Nachbarlande, beteten gläubig alle Lügen der österreichischen Presse nach. Tausende von Fremden durchstreiften alljährlich die Halbinsel, bildeten sich ihr Urteil nach dem geschäftigen Völkchen der Facchini und Ciceroni, das sie feilschend umdrängte. Sie kamen in das Land der Myrten und Orangen, um auszuruhen von ihren schweren nordischen Gedanken, um die Pracht der Natur und der alten Kunst zu bewundern....
Page 493 - Grunde eines starken nationalen Lebens ruhte, darum hat sie nicht, wie Schweden, räuberisch ihre Hand ausgestreckt nach aller Welt Enden, sie begnügte sich das deutsche Land, das ihr gebührte, zu beherrschen ; sie hat nicht, wie Holland, die Volkswirthschaft fremder Länder für sich ausgebeutet, ihr Wahlspruch war immer: die Freiheit der Meere. Die europäische Politik ward sittlicher , seit die großen nationalen Mächte emporkamen.
Page 407 - ohne einige Hilfe von fremden Herren oder Potentaten , zur großen Verwunderung und zum ewigen Lob und Ruhm vor aller Welt." Dem rafch erstarkenden nordniederländischen Volksthum stand eine unschätzbare politische Macht zur Seite : das Haus Oranien — dies Maccabäergeschlecht des Calvinismus, das in vier Generationen bis zum Aussterben des Hauptstammes keinen Sohn erzeugt hat, der nicht ein Held war und ein Protestant.
Page 495 - Walten eines historischen Gesetzes. Wer erkennt nicht das stetige Fortschreiten der expansiven Zivilisation, wer nicht die tiefsinnige Wechselwirkung der politischen und der volkswirtschaftlichen Kräfte in der Reihenfolge der Mächte, welche nacheinander die Seeherrschaft unter den Germanen behaupteten ? Auf den weithin versprengten Städtebund der Hansa folgte die niederländische Republik, die immerhin ein Staat war mit geschlossenem Gebiet, auf diese England, ein nationales Reich mit eigenem...

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