Die Oswaldlegende und ihre Beziehung zur deutschen Mythologie

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Gebrüder Scheitlin, 1856 - 103 pages
 

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Page 8 - S. 8): ,,Die ganze Bearbeitung von der Legende von St. Oswalds Leben, wie sie uns Ettmüller mitteilt, stammt nach meiner Ansicht nicht aus dem 12. Jahrhundert. Jedoch finden sich einzelne Stellen, in denen der epische Ton so gut angeschlagen ist, als in den besten Volksepopöen, und diese weisen auf ein hohes Alter zurück.
Page 79 - Aswald machen, sammeln die mädchen die schönsten feldblumen und schmücken ihn damit; dann knieen alle im kreis herum, danken und beten, dass das getreid wieder gewachsen ist, und, dass sie sich nicht geschnitten haben. nach dem gebete wird 0 um den Aswald ein walzer getanzt.
Page 79 - Roggen oder Weizen, eines Bauerngutes ganz abgeschnitten ist, bleibt auf dem letzten Acker der letzte Büschel stehen, am liebsten in der Nähe des Weges, wo er von den Vorübergehenden gesehen werden kann. In die Mitte dieses Büschels wird ein Stab gepflanzt, dann werden die stehengebliebenen Ähren mit noch anderen abgeschnittenen um den Stock so gebunden, daß eine menschenähnliche Figur daraus wird.
Page 73 - Oswald. Sie trugen es nach dem Dorfe Schenna hinunter und stellten es in der dortigen Kirche auf. Doch siehe, kaum war die Nacht angebrochen und herrschte ringsum Dunkel, stieg der h. Oswald lichtstrahlend aus der geschlossenen Kirche empor und ritt dem Ifinger zu, wo man ihn am folgenden Tag unter den Alpenrosen fand. Man brachte ihn noch öfters nach Schenna, aber jedesmal ritt er, sobald es dunkel ward, strahlend auf und davon, denn er wollte nur beim Iunkbrunnen am Ifinger wohnen.
Page 39 - Die Abweichungen sind in beiden Gedichten unwesentlich und beschränken sich hauptsächlich auf Handhabung der Form. Dem Bearbeiter von Nr. III (dem eben besprochenen Gedichte) schien die überlieferte Oswaldlegende, an die er nicht glauben mochte, eine heitere Sage zu sein. Zur eigenen und anderer Belustigung wollte er dieselbe bearbeiten und davon schreiben sich wohl die abweichenden Stellen und der zum Theil humoristische Ton her
Page 73 - ... Ifinger steht, war einst dicht von alpenrosenhecken bewachsen, in denen einst ein bild des heiligen gefunden wurde. Man trug es hinab nach Schönna und stellte es in der dortigen kirche auf; doch mit anbruch der nacht stieg Oswald lichtstrahlend aus der geschlossenen kirche empor und ritt dem Ifinger zu, wo man ihn am folgenden tage unter den alpenrosen fand. Man brachte ihn noch mehrmals nach Schönna, doch jedesmal ritt er des nachts wider strahlend hinauf. Die sage hat jedenfalls den anlass...
Page 54 - Nu hett die kunigin ain krön mit ir pracht, die setzt si sant Oswalt auf vnd hett auch vil reylicher chlaynet mit ir genomen'. Hat dieser zug der legende einmal angehört, so ist es durchaus wahrscheinlich, dass wie in der Hildensage und (auf den entführer selbst Übertragen) in der Walthersage, so auch hier ursprünglich dem kämpfe der versöhnungsversuch der tochter vorausgieng: freilich ist von diesem motiv nirgends mehr...
Page 53 - Daz ersach an der zinnen diu junge küniginne unt sprach zuo vier juncvrowen: ich muoz ie den [guldin] hirz ouch . . schowen. Prosa: Das sach die junge kunigin an der zynnen vnd sprach zu vier junkfrawen: „ich muss ye den hirsz auch sehn.
Page 45 - Er swuor in heidenischer e, daz er sie nimmer[mer] deheinem manne wolte geben ern gewünne sie im an mit herteu swertslegen. Prosa: wan do si geporen wart, do nam er si auf die schoss und leget ir drey vinger auf ir haubt vnd swur drey ayd in...
Page 33 - ... vnd mit edelim gesmeide reyue dy dritte ym czu den cloen ruckite dy vierde ym den snabil smockite dy fumfte machte ym schone VS seyn hewpt eyne crone 615 dy vj seyn gefedir Streichle von obin her nedir Rechte also iuncfraw spauge wolde Wart her gecziret mit golde 217" do her also gecziret wart 620 do stunt her yn alle der art Ap her eyn engil wer vnd ausz dem padis füre her Juncfraw spange alczuhant Streichle yn mit seyner weisiu haut 625 do slug her seyn gefedir lang das ys obir al clang Seyn...

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