Shakespeare und der deutsche Geist

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Page 131 - Corneille kommt ihnen in der mechanischen Einrichtung, und Shakespeare in dem Wesentlichen näher. Der Engländer erreicht den Zweck der Tragödie fast immer, so sonderbare und ihm eigene Wege er auch wählet; und der Franzose erreicht ihn fast niemals, ob er gleich die gebahnten Wege der Alten betritt.
Page 339 - Yet nature is made better by no mean But nature makes that mean : so, over that art Which you say adds to nature, is an art That nature makes. You see, sweet maid, we marry A gentler scion to the wildest stock, And make conceive a bark of baser kind By bud of nobler race : this is an art Which does mend nature, change it rather, but The art itself is nature.
Page 151 - Aber, wie ich sage, daß ich es weiß, was hier verloren gegangen, und wie es verloren gegangen, und warum es verloren gehen müssen : darauf bin ich ebenso stolz, und stolzer, als ich auf alles das bin, was ich nicht verloren gehen lassen. Denn aus jenem erkenne ich, mehr als aus diesem, daß ich wirklich ein großer Maler bin ; daß es aber meine Hand nur nicht immer ist.
Page 149 - Sie sehn, Die ich zu sehn so wenig lüstern war, Sie sehn, und der Entschluß, sie wieder aus Den Augen nie zu lassen. Was Entschluß? Entschluß ist Vorsatz, Tat: und ich, ich litt
Page 226 - Seine Plane sind, nach dem gemeinen Stil zu reden, keine Plane, aber seine Stücke drehen sich alle um den geheimen Punkt (den noch kein Philosoph gesehen und bestimmt hat), in dem das Eigentümliche unsres Ichs, die prätendierte Freiheit unsres Wollens mit dem notwendigen Gang des Ganzen zusammenstößt.
Page 225 - Herr, er will uns fressen! Auf, meine Herren: trompeten Sie mir alle edle Seelen aus dem Elysium des sogenannten guten Geschmacks, wo sie schlaftrunken in langweiliger Dämmerung halb sind, halb nicht sind, Leidenschaften im Herzen und kein Mark in den Knochen haben und, weil sie nicht müde genug...
Page 225 - Und was will sich unser Jahrhundert unterstehen, von Natur zu urteilen? Wo sollten wir sie her kennen, die wir von Jugend auf alles geschnürt und geziert an uns fühlen und an ändern sehen. Ich schäme mich oft vor Shakespearen, denn es kommt manchmal vor, daß ich beim ersten Blick denke, das hätt ich anders gemacht!
Page 138 - Und noch dazu durch etwas, das, wie sie selbst gestehen, aus ihm hergeleitet ist. Nicht jeder Kunstrichter ist Genie: aber jedes Genie ist ein geborener Kunstrichter. Es hat die Probe aller Regeln in sich.
Page viii - Geschichte hat es zu tun mit dem Lebendigen. Danach was jeder für das Lebendige hält bestimmt sich seine besondere Geschichtsauffassung und seine Methode. Darin was einer mit Vorsatz ausläßt und aufnimmt liegt bereits ein Urteil über das was er für lebendig hält. Deshalb ist auch Methode nicht erlernbar und übertragbar, sofern es sich darum handelt darzustellen, nicht bloß zu sammeln. Methode ist Erlebnisart, und keine Geschichte hat Wert die nicht erlebt ist...
Page 260 - Es ist mir wieder so taub vorm Sinn. So gar dumpf. Ich will mich über eine Trommel spannen lassen, um eine neue Ausdehnung zu kriegen. Mir ist so weh wieder. O könnte ich in dem Raum dieser Pistole existieren, bis mich eine Hand in die Luft knallte. O Unbestimmtheit! wie weit, wie schief führst du den Menschen!

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