Sämtliche werke: Historisch-kritische ausgabe, Volume 1

Front Cover
B. Behr, 1904
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 26 - That so viel wert, als sie mich kostet? Darf ich meine Ehre, meinen unbefleckten Leib mehr lieben wie dich? O, es löst sich in mir wie ein Knoten. Du machtest mich schön; jetzt weiß ich, wozu. Du versagtest mir ein Kind; jetzt fühl' ich, warum, und freu' mich, daß ich mein eigen Selbst nicht doppelt zu lieben hab'.
Page li - Ein Jude, der einen Diamanten gestohlen und verschluckt hat, und ihn nun nicht wieder aus dem Leib los werden kann, ist die Hauptperson: es ist aber keineswegs auf bloßen Spaß abgesehen, ich denke im Gegenteil allem eine tiefere Bedeutung zu geben: sonst könnte mich die Sache natürlich nicht reizen.
Page 69 - Erniedrigung - den Augenblick, wo du an Leib und Seel ausgekeltert wirst, um an die Stelle des gemißbrauchten Weins zu treten und einen gemeinen Rausch mit einem noch gemeineren schließen zu helfen - wo die einschlafende Begier von deinen eigenen Lippen so viel Feuer borgt, als sie braucht, um an deinem Heiligsten den Mord zu vollziehen - wo deine Sinne selbst, wie betrunken gemachte...
Page 19 - Ein Weib ist ein Nichts; nur durch den Mann kann sie etwas werden; sie kann Mutter durch ihn werden. Das Kind, das sie gebiert, ist der einzige Dank, den sie der Natur für ihr Dasein darbringen kann.
Page 159 - Schurk hat Recht. Er kann nicht mehr Zurück, drum muß er vorwärts. Wie es sich Vergessen läßt, daß man ein Räuber war? Man wird ein Mörder, Vatermörder dann, Weltmörder! Gottesmörder!
Page liii - Ich glaube darin die schwere und der Komödie allein würdige Aufgabe, daß für die dargestellten Personen alles bitterster Ernst ist, was sich für den Zuschauer, der von außen in die künstliche Welt hineinblickt, in Schein auflöst, auf eine Weise, wie es in Deutschland noch nicht geschah, erfüllt zu haben.
Page 433 - Übrigens ist ein jedes Drama nur so weit lebendig, als es der Zeit, in der es entspringt, dh ihren höchsten und wahrsten Interessen, zum Ausdruck dient, und auch ich hoffe, trotz der aus dem Mythen- und Sagenkreise entlehnten Stoffe, in meiner Genoveva, wie in meiner Judith, der Zeit, wie ich sie in Bedürfnis, Richtung und Bewegung auffasse, ein künstlerisches Opfer dargebracht zu haben.
Page 26 - Nur ein Gedanke kam mir, nur einer, mit dem ich spielte und der immer wiederkehrt; doch der kam nicht von dir. Oder kam er von dir?
Page 24 - Ich werd ihn dir zeigen! Er wird kommen! Er muß ja kommen! Und ist deine Feigheit die deines ganzen Geschlechts, sehen alle Männer in der Gefahr nichts als die Warnung, sie zu vermeiden - dann hat ein Weib das Recht erlangt auf eine große Tat, dann — ha, ich hab sie von dir gefordert, ich muß beweisen, daß sie möglich ist!
Page 227 - Die Zeit ist um, wo der befleckte Ball Der Erde neu entsündigt werden muß, Wenn nicht der Donner aus der Hand des Herrn, Die schon sich hob, zermalmend fallen soll. Er tat im Anbeginn den Gnadenschwur, Daß er das arme menschliche Geschlecht Nie tilgen will, wenn alle tausend Jahr Auch nur ein einziger vor ihm besteht.

Bibliographic information