Bd. Dramen VI (1864) Demetrius

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Page 232 - DIES ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah ! Die Luft ist still, als atmete man kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, Die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur ! Dies ist die Lese, die sie selber hält, Denn heute löst sich von den Zweigen nur, Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt. FRIEDRICH HEBBEL $76 Den bängsten Traum begleitet DEN bängsten Traum begleitet Ein heimliches Gefühl, Dafj alles nichts bedeutet, Und wär' uns noch so schwül....
Page 236 - HÖCHSTES GEBOT Hab Achtung vor dem Menschenbild Und denke, daß, wie auch verborgen, Darin für irgendeinen Morgen Der Keim zu allem Höchsten schwillt! Hab Achtung vor dem Menschenbild Und denke, daß, wie tief er stecke, Ein Hauch des Lebens, der ihn wecke, Vielleicht aus deiner Seele quillt! Hab Achtung vor dem Menschenbild!
Page 167 - Und alles so still, und alles so stumm, Man sieht sich umsonst nach Lebendigem um, Nur hungrige Vögel schießen Aus Wolken, um Würmer zu spießen. Er kommt ans einsame Hirtenhaus, Der alte Hirt schaut eben heraus, Des Knaben Angst ist gestiegen, Am Wege bleibt er noch liegen. »Ach Hirte, du bist ja von frommer Art, Vier gute Groschen hab ich erspart, Gib deinen Knecht mir zur Seite, Daß er bis zum Dorf mich begleite.
Page 230 - Sommerbild ICH sah des Sommers letzte Rose stehn, Sie war, als ob sie bluten könne, rot; Da sprach ich schauernd im Vorübergehn: „So weit im Leben ist zu nah am Tod!" Es regte sich kein Hauch am heißen Tag, Nur leise strich ein weißer Schmetterling; Doch ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag Bewegte, sie empfand es und verging.
Page 293 - Unergründlicher Schmerz! Knirscht ich in vorigen Stunden: Jetzt, mit noch blutenden Wunden, Segnet und preist dich mein Herz. Alles Leben ist Raub; Funken, die Sonnen entstammen, Lodern, das All zu durchflammen, Da verschluckt sie der Staub. Nun ein heiliger Krieg! Höchste und tiefste Gewalten Drängen in allen Gestalten! Trotze, so bleibt dir der Sieg.
Page 253 - Da wird es so trübe, da wird es so kalt. Doch mich hat sie nimmer gebannt in den Ring, Mit welchem sie grausam die Wesen umfing, Ich steige hinunter, ich steige empor, Nach eignem Behagen im wirbelnden Chor.
Page 213 - Nebel sie senken sich finster und schwer. Die Schwäne sie meiden Einander und leiden, Nun tun sie es nicht mehr: sie können die Glut Nicht länger verschließen, Sie wollen genießen Verhüllt von den Nebeln, gewiegt von der Flut. Sie schmeicheln, sie kosen Sie trotzen dem Tosen Der Wellen, die Zweie in Eines verschränkt : Wie die sich auch bäumen, Sie glühen und träumen In Liebe und Wonne zum Sterben versenkt.
Page 286 - Weitste strebte, sanft und leise sank es in sich selbst zurück und quillt auf in unbewußtem Glück. Und von allen Sternen nieder strömt ein wunderbarer Segen, daß die müden Kräfte wieder sich in neuer Frische regen, und aus seinen Finsternissen tritt der Herr, so weit er kann, und die Fäden, die zerrissen, knüpft er alle wieder an.
Page 267 - Beten Mit seiner schönen, stillen Braut Mich dann zuerst betreten. Ich weiß um alles wohl Bescheid, Um jede Lust, um jedes Leid, Was ihnen widerfahren.
Page 266 - Da beschlich's mich so bang, Ob auch, den Bruder verdrängend, Geist mir und Sinne verengend, Listig der Tod mich umschlang. Schaudernd dacht' ich's und fuhr Auf und schloß mich ans Leben, Drängte in glühndem Erheben Kühn mich an Gott und Natur.

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