Über die Geschichte der drei Länder Uri, Schwytz und Unterwalden in den Jahren 1212-1315: akademischer Vortrag auf dem Rathhause Zürich gehalten am 18 Februar 1858

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Verlag von Meyer & Zeller, 1858 - Switzerland - 32 pages
 

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Page 18 - Ich sah's mit Augen an; Ihr könnt mir's glauben! S'ist Alles so geschehn, wie ich Euch sagte!" wohl aber der Eidgenosse von dem Teil der Chroniken und des Dichters mit aller Zuversicht und aller Freude es bezeugen : „Erzählen wird man von dem Schützen Teil, So lang die Berge stehn auf ihrem Grunde !
Page 25 - Was hier vom Inhalte der Chroniken des fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts gesagt wird, beruht auf einer genauen tabellarischen Zusammenstellung ihrer Erzählungen, nach dem Alter und den einzelnen Elementen der letztern geordnet. Der Raum gestattet uns nicht, diese Tabelle hier wiederzugeben; aber Jeder wird sie ohne grosse Mühe sich selbst anlegen können, und dann auf einen Blick sich von der Wahrheit unserer Behauptung überzeugen. Je älter die Erzählungen sind, je einfacher erscheinen...
Page 15 - ... aber, in Zeitangaben, Orten, Namen ein Gemisch wirklicher Erinnerungen und ergänzender Erfindung, das unsere Urkunden weder bestätigen können, noch in Bausch und Bogen als Unwahrheit zu bezeichnen zwingen. 22) In besonderer Weise gilt diess aber von der Erzählung von Teil. Hier ist eine uralte, bei ganz verschiedenen germanischen Stämmen vorkommende , in Volksliedern gefeierte Sage mit der Erinnerung an ein lokales Ereigniss auf so innige Weise verbunden und verschmolzen worden, dass es...
Page 17 - G. v. Wyss, aa O. (A. 127), S. 21. genossen gemacht hat ... für immer zu verbannen" 1SS. Er meinte: „Wie der Hellene seinen Homer, Rom seine Königsgeschichte ehrte, wer deutschen Stammes ist die Nibelungen hoch hält, wie jedes frische Gemüth an den halb historischen, halb poetischen Erinnerungen aus der Jugendzeit des eigenen Volkes sich hoch erfreut, so mögen wir Eidgenossen, zu Berg und Thal, uns der Sagen unserer Chroniken, in deren eigener oder dichterischer Sprache vorgetragen, als eines...
Page 18 - Gemüth an den halb historischen, halb poetischen Erinnerungen aus der Jugendzeit des eigenen Volkes sich hoch erfreut, so mögen wir Eidgenossen, zu Berg und Thal, uns der Sagen unserer Chroniken, in deren eigener oder dichterischer Sprache vorgetragen, als eines Schmuckes der jungen Eidgenossenschaft erfreuen; unbeirrt durch die wissenschaftliche Geschichte, zu deren Gebiet jene nicht gehören. Treuer als die schöne Helena, einfach menschlicher als die heroische Gemahlin des Collatinus, ist die...
Page 26 - Landenberg, die in allen Chroniken wiederkehren , nicht ohne einen historischen Boden. Im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert gingen aus diesen Familien eine Reihe von Beamten der Herrschaft Oestreich in deren Besitzungen in unseren Landschaften hervor, und es ist nicht unmöglich, dass schon das Haus Habsburg - Laufenburg Beamte aus jenen Geschlechtern in den Ländern gehabt hat, da diese Familiennamen schon im dreizehnten Jahrhunderte urkundlich erscheinen. Aber es bleibt nicht zu entscheiden,...
Page 15 - Vcrmuthungen zu ergehen. Seit bald hundert Jahren bemüht sich die historische Kritik vergebens mit dieser Aufgabe. Es gibt keinen genügenden Grund , um an dem Dasein eines historischen Ereignisses zu zweifeln, an welches hier die Sage angeknüpft hat: aber noch viel weniger lässt sich verkennen, dass der letztern der grösste Antheil an der Erzählung gebührt. Denn nicht allein trägt die Erzählung, wie so manches Andere, in den Chroniken selbst deutlich den Charakter der Sage, sondern es ist...
Page 11 - Albrecht, vorübergehend in bestimmter Gefahr, bleibend unter Habsburg zu gerathen. Schwyz , dasselbe Ziel anstrebend , erreichte in Kaiser Friedrichs II. letzter Zeit Unabhängigkeit von Habsburg, ward aber unter den Königen Rudolf und Albrecht dem Habsburgischen Hause bestimmt unterworfen. Unterwaiden, an innerer Einheit hinter Schwyz zurückstehend und darum minder kräftig und entschieden, theilte dessen Bestrebungen, gelangte aber erst nach König Albrechts Tode zu gleicher freier Stellung...
Page 18 - ... Gebiet jene nicht gehören. Treuer als die schöne Helena, einfach menschlicher als die heroische Gemahlin des Collatinus, ist die züchtige Nidwaldnerin auf Alzellen; eine trostreiche Egeria des Stauffachers treffliche Hausfrau; berechtigter als der wirkliche Brutus der sagenhafte Teil. So lang warme Empfänglichkeit für die edelsten menschlichen Güter, Ehre, Freiheit, Familienglück, uns beseelt, so lang in unsern Bergen eine reine, aufopferungsfähige und gottvertrauende Freiheit wohnt,...
Page 11 - ... Unterwaiden zu selbstständigen Gemeinwesen gebildet hat. In kurzem Ueberblicke können wir sagen: Von der Zeit an, da das Haus Habsburg zuerst am Vierwaldstättersee FUSS gefasst, war es sein Bestreben, rings um denselben sich volle Landesherrschaft zu erwerben; die Länder aber widerstanden. Uri hat sich jener Herrschaft fortdauernd und mit Erfolg erwehrt , nur unter dem alten Grafen Rudolf und unter seinem Urenkel, König Albrecht, vorübergehend in bestimmter Gefahr, bleibend unter Habsburg...

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