Prokopius von Cäsarea: ein Beitrag zur Historiographie der Völkerwanderung und des sinkenden Römerthums

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Mittler, 1865 - Byzantine Empire - 502 pages
 

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Page 351 - Betheiligung des Schriftstellers dabei die Rede sein kann. Das Lob ist so dick aufgetragen, dass es aussieht als fürchtete der Verfasser, seine wahre Gesinnung möchte hindurchblicken und als •wollte er diese mit immer neuen Lagen Lobes zudecken und übertünchen; und dann ist es andererseits doch so kahl und kühl, so arm und einförmig, so trivial und langweilig wie es bei der geringsten Theilnahme des Verfassers nimmermehr hätte sein können. Ewig kehrt dieselbe Wendung wieder: es ist zu schön,...
Page 86 - Gelegenheit, bei jeder Schlacht, bei jeder Verhandlung kommen die obligaten Standreden und fingierten diplomatischen Aktenstücke, zwar meist in bescheidener Ausdehnung und oft auch den Umständen angemessen, aber im ganzen doch über einen Leisten geschlagen, reichlich gespickt mit Gemeinplätzen und Reflexionen über spezielle Verhältnisse wie über ganz allgemeine Dinge. Es mag kommen wer da will, Grieche oder Barbar, die Gemeinplätze bekommt er in Mund oder Feder, sie mögen ihn würgen so...
Page 487 - Eigenthümlichkei» ten jener Zeit. Iustinian hatte zwar allerdings Fehler, er war schwach gegen seine Gemahlin, die ihn irre leitete; allein weder er noch Theodor« können so scheußlich gewesen seyn, als sie Procopius in seiner sogenannten geheimen Ge
Page 1 - Felix Dahn in seinem Werk über den byzantinischen Historiker Prokop: „Aber man kann das einen Zufall in der Geschichte nennen (...), gewundert hätte sich Niemand, wenn Byzanz im fünften Jahrhundert den Gothen, oder im sechsten den Persern, oder im siebenten dem Islam erlegen wäre. Der Geist war lange geschwunden aus diesem Leibe, wenigstens gewiß der alte römische".
Page 352 - Lüge charaklerisirt den Ton dieser ganzen Schrift. Wenn man von den Bellis her an diese herankommt, merkt man alsbald einen wesentlichen Unterschied. Es weht ein kalter Wind aus dieser Schrift entgegen. Zwar warm sind auch die Bella nicht: zu viel Blut ist abgelassen, zu viele Gedanken sind unterdrückt, zu viele Empfindungen verhalten, als dass sie das sein könnten; aber man fühlt doch die Pulse schlagen und ein feineres Ohr hört das Herz pochen; dagegen in dieser Schrift ist Alles unnatürlich,...
Page 236 - Schicksals geschaffen , weil sie den Zusammenhang der Ereignisse nicht begreifen, dass aber Gottes Wille in Wahrheit Alles lenke. »Die menschlichen Dinge gehen nicht , wie die Menschen vermuthen , sondern nach der Entscheidung Gottes — was die Menschen Schicksal zu nennen pflegen — weil sie nicht einsehen, aus welchen Gründen die Ereignisse so sich gestalten, wie sie sich ihnen darstellen«.
Page 352 - Wendung wieder: es ist zu schön, zu grofs, zu herrlich als dass man es ausdenken und beschreiben könnte, und daneben die allerschalsten Bezeichnungen. Das Proömium dreht sich immer im Kreise herum, ohne von der Stelle zu kommen, und gleich I...
Page 453 - Weit ist, er ist sein scheues Auftreten, seine ergebene Erwartung nachdem es so oft in seinen schönsten Freuden plötzlich gestört, seiner liebsten Schätze...
Page 359 - Dies hat er am besten dadurch bewiesen, dass es ihn drängle, das, was er öffentlich nicht sagen durfte, doch wenigstens in einer geheimen Schrift niederzulegen, um so der Wahrheit die Schuld abzutragen, die er auf sich geladen , indem er in der einen Schrift nicht die ganze Wahrheit sagen konnte, in einer andern das Gegentheil von ihr sagen musste. Diese Schuld drückte ihn...
Page 213 - Gemüth und der Verstand bei den Fragen des Lebens sich damit zu begnügen, dass das Schicksal es so wollte. Wie des Kaisers Wille nicht weiter zu ergründen war und gegen seine Macht Keiner aufkam, so ist des Schicksals Schluss ebenso unergründlich als unwiderstehlich. Alles ist und fühlt sich absolut abhängig vom Kaiser und vom Schicksal, und je eifersüchtiger gerade...

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