Karl Stieler: ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Buchner, 1890 - 108 pages
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Page 1 - Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen. Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft, Dort in der fremden Welt stehst du allein, Ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt.
Page 69 - Wie manchem, der wohl besser wäre, Zerbrach das neidische Geschick Die Kraft, das Hoffen und die Ehre Und all sein Glück ! Und ich geh' aufrecht durch das Leben, An allem Heile unversehrt. Ich frag' mich manchmal mit Erbeben : Bin ich es wert? Und um mein Antlitz loh'n die Gluten, Dann spricht mein Herz mit stillem Mut: Du hast soviel von allem Guten, O, werde gut!
Page 70 - GESPENSTERSTUNDE. S ist Mitternacht vorüber, Ich sass daheim beim Licht; Der Sturm braust durch die Bäume Und ich spann meine Träume, Ich sass und hört' ihn nicht. Da riss der Wind die Thür auf — »Wer kommt? — in meine Ruh?
Page 6 - Als Kind nur kannt' ich dich — und das ist lang! Da weiß ich dich, vor deinen Bildern stehend, Die Menschen immer mit der Seele sehend, Dieweil ich selbst noch durch die Wiesen sprang. Wie war's auch dir so wohl auf dieser Flur, Hier, wo die Bergluft dir die Farben mischte, Wo deine Kunst sich an dem Born erfrischte, Der alle Kunst umschließt, an der Natur. Und jeden Morgen, eh...
Page 65 - Wernher sass in seinem Stuhl Und sang die Weise, die alte, Doch durch sein Beten klang es hin Wie Vogelsang im Walde. Und durch sein Beten zieht es hin Wie lauter Blumen und Sonne . . . Du bist min, ich bin din,*) Er schloss die Augen vor Wonne. Dann ward es stille in seiner Brust. Mög' mich der Himmel strafen l — Herr Wernher, Euer Herz war wach, Und Euer Her/, mnss schlafen!
Page 41 - Innthal entlang, und vom Inn bis zu den Quellen der Isar, im Chiemgau und in den Bergen des Königssees, überall schlug die Freude in lichten Flammen empor.
Page 61 - I bin schon so lusti Dös hat gar koan Nam, Und so hebt's mi nur grad, Denn sonst reiss i all's z'samm! Und z'reisst's mi amal selber Vom Kopf bis auf d...
Page 71 - Ich kann mir's denken, wie Ihr blauer Saal Sich reizend macht im sanften Kerzenstrahl, Und mit den Damen all, den schönen jungen — Und neue Lieder werden auch gesungen ! Und beinah' glaub' ich — Ihr Pariser Kleid Mit schwarzem Schmelz wird auch dort eingeweiht.
Page 71 - Kerzenstrahl, Und mit den Damen all, den schönen jungen — Und neue Lieder werden auch gesungen! Und beinah' glaub' ich — Ihr Pariser Kleid Mit schwarzem Schmelz wird auch dort eingeweiht. Ach, wie entzückend muß es Ihnen stehen Mit roten Nelken — und ich soll's nicht sehen! Ich merk' es wohl: ich bin ein Unglückskind, Wie es nun einmal die Poeten sind.
Page 13 - Sonnenlicht, am Herde lehnend, horcht auf mein Gedicht die blonde Sennin — mir erschien es schlecht, sie aber jauchzte: „Jetzt, ja, jetzt ist's recht!" Das war die Mundart, die ihr Herz gewohnt, und in der Mundart ward ich auch belohnt. Um meine Schulter schlang sie ihren Arm — das war ein Kuß, so herzig und so warm; wie Walderdbeeren hat der Kuß geschmeckt: Ich spür

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