Der Sagenschatz des Königsreichs Sachsen, Volume 2

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G. Schönfeld, 1874 - Folklore
 

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Page 262 - Stande wäre, diese heilbringenden Gaben dem Stamme zu entwenden. Den Ring aber trug die , der er geschenkt worden war, unablässig an ihrer Hand. Nach ihrem Tode erbte er sich der Vorschrift gemäß, von Glied zu Glied fort, und das Geschlecht war seit dem Besitze dieser Zaubergaben immer größer, reicher und angesehener geworden. Wie aber der Mensch nur allzu oft an seinem Unglücke selbst schuld ist, so gieng es auch hier.
Page 187 - Mittagsgespenst (?8eb.ivo1iiit23,) ist ein weibliches, großgewachsenes weißgekleidetes Wesen, welches zur Mittagszeit von 12 bis 2 Uhr auf den Feldern zu erscheinen pflegt.
Page 199 - Schutzgeist, welcher eine bevorstehende Gefahr oder ein bald zu befürchtendes Unglück durch Klagen und Weinen anzeige und hierdurch davor zu warnen suche. Wenn es sich hören...
Page 9 - Rathsmühle das Futter lieferte. Die Volkssage weiß aber einen andern Grund des Namens anzugeben, und zwar folgenden. Jene Wiese soll einst von einem Zauberer bezaubert worden sein, der auf ihr einen gefährlichen Fall gethan, so daß, so schönes Gras und Klee darauf wuchs, sie doch von ihrem Besitzer durchaus nicht benutzt werden konnte, weil die Milch des Viehes, das von demselben fraß, so blau wie Indigo ward. Nun hatte aber nicht weit von derselben ein armer Holzmacher seine ärmliche Hütte...
Page 68 - Wind stark wehete, schlugen die gebrechlichen Glieder klappernd zusammen, darum nannte man es den Klapperer. Das Gerippe hatte einst einem reichen Bauernsohn, man sagt dem Sohne des Schulzen angehört, der ein armes Mädchen aus dem Dorfe liebte und um ihre Unschuld betrog. Als dies geschah, hatte er ihr zugeschworen: „wenn ich Dir untreu werde und Dich nicht nehme, soll mein Leib niemals im Grabe ruhen!
Page 70 - Paus« erschlagen, und wurde vom Churfüistm zu 60 Fl. Strafe verurtheilt. Dieses Blutgeld erbat sich der Rath von Pausa und kaufte dafür ein armseliges Häuschen zur Amtswohnung für den Diakonus. Später als dasselbe doch zu klein und wandelbar erschien, ward es verkauft, und dafür ein anderes geräumiges Haus am Markte gekauft. Von diesem ging die Sage, daß darin drei Jungfern, Schwestern, welche ihre Schätze darin vergraben hätten, bei Nacht umgingen, und namentlich auf dem ober
Page 202 - Murawa ist dasselbe, was man in der deutschen Mythologie den Alp nennt. Man stellt sich denselben in der Gestalt einer Frau vor, die den Menschen im Schlafe peinigt, und sich zuweilen wie eine schwere Last auf ihn legt, daß sie weder athmen noch sprechen können. Sie ist demnach eigentlich eine Nachtwandlerin, erscheint aber auch dann bei Tage, wenn es während des Sonnenscheins regnet. Zu dieser Zeit flattert sie als Schmetterling von aschgrauer Farbe, den man im Wendischen demgemäß auch Khodojta...
Page 12 - Probirung, als jener gesehen, daß es gediegen Silber gewesen, hat er ihm noch ein Stücklein gezeigt und gesagt, so ihm Geld dafür zugewogen werde, wolle er es allda lassen. Da hat der Kämmerer gesagt : ja Herr, wenn es mehr wäre, so könnte es ein Rath der Stadt Nürnberg wohl thun!
Page 17 - Frauenmütze lc. als lauter Kräuter, die Gold brächten. Der Thor grub nun alle diese Kräuter aus, weil er meinte, Gold unter ihnen zu finden, allein er fand nichts, und als er mit seinem Funde schnell nach Hause eilte, brach er unterwegs den Arm, ja er erschlug zu Hause in der Hitze seine Frau, die ihn ausgelacht hatte, und grämte sich dann theils deswegen, theils weil er aus den Wurzeln nicht reich geworden war, zu Tode. Einst ist er nach Trivstrille als Kammerjäger gekommen und hat vorgegeben,...
Page 154 - Ställen usw sein Wesen treibt und je nach seiner Neigung, den Einwohnern des Gehöftes bald Gefälligkeiten erweist, indem er ihre Geschäfte übernimmt und Nachts im Finstern fortarbeitet, bald aber auch Schabernack spielt. Er will nach seinen Launen gut behandelt und wohl gespeist sein , sonst lärmt er im...

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