Zur Geschichte der deutschen Sprache

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Weidmann, 1868 - German language - 492 pages
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Page ix - Erkenntniss der Geistesmächte suchen um sie zu beherrschen, wie mit Hilfe der Naturwissenschaften die physischen Kräfte in menschlichen Dienst gezwungen werden. Wir sind nicht zufrieden, den zuckenden Strahl zu bewundern, wie er aus des Gottes Faust fährt, sondern es verlangt uns einzudringen in die Tiefen der Berge, wo Vulcan und seine Cyklopen die Blitze schmieden, und wir wollen dass ihre kunstreiche Hand fortan die Menschen, wie einst den Thetissohn, bewaffne.
Page v - Tuns seine Hauptanlagen hinweisen, er würde dann den Lebenskreis prüfen, innerhalb dessen er zu wirken hat, er würde nach den öffentlichen Aufgaben spähen, die ihrer Lösung harren: und aus der Vergleichung der allgemeinen Lage mit seiner individuellen Leistungsfähigkeit würde er zur Wahl und Begrenzung der Ziele gelangen, für die er seine Existenz einzusetzen bereit wäre. Hat er sich...
Page viii - Denn wir glauben mit Buckle, daß der Determinismus, das demokratische Dogma vom unfreien Willen, diese Zentrallehre des Protestantismus, der Eckstein aller wahren Erfassung der Geschichte sei. Wir glauben mit Buckle, daß die Ziele der historischen Wissenschaft mit denen der Naturwissenschaft insofern wesentlich verwandt seien, als wir die Erkenntnis der Geistesmächte suchen, um sie zu beherrschen, wie mit Hilfe der Naturwissenschaften die physischen Kräfte in menschlichen Dienst gezwungen werden.
Page 93 - ... den auslaut bildet oder ein einfacher consonant darauf folgt. Auch der diphthong ai kann, wo er ursprünglichen auslaut bildet, in den meisten fällen sein i nicht behalten, sondern mufs zu a werden. Dagegen bleiben u und au, und ebenso auch a und i, wenn diese letzteren aus ä oder ja, ja entstanden sind.
Page 309 - Diesen Urtypus aller Sprachen drückt das Pronomen durch die Unterscheidung der zweiten Person von der dritten aus. Ich und Er sind wirklich verschiedene Gegenstände, und mit ihnen ist eigentlich Alles erschöpft, denn sie heißen mit andren Worten Ich und NichtIch.
Page 122 - U vorn am engsten ist, während sie durch Herabziehen der Zunge in ihrer Mitte möglichst erweitert wird, im Ganzen also die Gestalt einer Flasche ohne Hals erhält, deren Oeffnung, der Mund, ziemlich eng ist, deren innere Höhlung aber nach allen Richtungen hin ohne weitere Scheidung zusammenhängt.
Page vii - Der Verlauf einer ruhmvollen glänzenden Geschichte stünde uns zu Gebote, um ein Gesammtbild dessen was wir sind und bedeuten zu entwerfen: und auf diesem Inventar aller unserer Kräfte würde sich eine nationale Güter- und Pflichtenlehre aufbauen, woraus den Volksgenossen ihr Vaterland gleichsam in athmender Gestalt ebenso strenge heischend wie liebreich spendend entgegenträte. Unentbehrlich aber wären dem der das Werk versuchte, festbegründete wissenschaftliche Ansichten von der Natur, Bildung,...
Page x - Irrtum beruhe. Ich meinerseits habe überall nur Entwicklung, nur Geschichte wahrgenommen. Ich kann mich unmöglich entschließen, eine Sprache als fertiges Resultat vorhistorischer, unenthüllbarer Ereignisse gelten zu lassen. Ich vermag keinen anderen Unterschied zwischen vorhistorisch und historisch zu erkennen als die wesentlich andere Beschaffenheit der Quellen und die entsprechende stärkere oder geringere Beteiligung des kombinierenden, konstruierenden Subjekts.
Page 40 - Sie haben das mit ihnen gemein, dass sie einfach durch Herstellung einer Enge im Mundcanal gebildet werden , aber sie unterscheiden sich dadurch von ihnen, dass die Enge nicht in der Mittelebene des Mundcanals liegt, sondern zu beiden Seiten zwischen dem Zungenrande und den Backenzähnen, so dass die durch sie ausströmende Luft an der Innenseite der Backen entlang und so zum Munde hinaus streicht.
Page 39 - Hier findet es sich nun, dass bei allen Consonanten im Mundcanale entweder irgendwo ein Verschluss vorhanden ist oder eine Enge, welche zu einem deutlich vernehmbaren selbständigen, vom Tone der Stimme unabhängigen Geräusche Veranlassung gibt, während bei den Vocalen keines von beiden der Fall ist.

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