Sagen aus den Rheingegenden, dem Schwarzwalde und den Vogesen

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Page 56 - Mär, und sein Herz entbrannte in Liebe zu der Jungfrau. Unter dem Vorwand, auf die Jagd zu gehen, nahm er den Weg nach Wesel, setzte sich dort auf einen Nachen und ließ sich stromabwärts fahren. Die Sonne war eben untergegangen und die ersten Sterne traten am Himmel hervor, als sich das Fahrzeug dem Lurley näherte. »Seht ihr sie dort, die verwünschte Zauberin, denn das ist sie gewiß«, riefen die Schiffer.
Page 58 - Vater, geschwind, geschwind, Die weißen Rosse schick deinem Kind, Es will reiten mit Wogen und Wind!" Urplötzlich rauschte ein Sturm daher; der Rhein erbrauste, daß weitum Ufer und Höhen...
Page 57 - Lurley hinan. Die Jungfrau saß oben auf der Spitze und hielt eine Schnur von Bernstein in der Hand. Sie sah die Männer von fern kommen und rief ihnen zu, was sie hier suchten? »Dich, Zauberin«, antwortete der Hauptmann. »Du sollst einen Sprung in den Rhein dahinunter machen.
Page 47 - Jungfrau erschrack nicht — sie zog aus dem Busen ein Kreuz mit dem Bilde des Erlösers, und hielt es dem Drachen entgegen. Dieser bebte zurück, und mit fürchterlichem Gezisch stürzte er sich in den nahen Waldgrund , und war nie wieder zu sehen. Da trat das Volk, von dem Grauen des Wunders ergriffen , hinzu und löste die Bande der Jungfrau, und sah mit Erstaunen das kleine Kreuz an. Die Jungfrau aber erklärte ihnen die Bedeutung desselben und alle...
Page 56 - Jungfrau sehen, die mit so anmutiger Stimme sang, daß alle, die es hörten, davon bezaubert wurden. Viele, die vorüberschifften, gingen am Felsenriff oder im Strudel zugrunde, weil sie nicht mehr auf den Lauf des Fahrzeugs achteten, sondern von den himmlischen Tönen der wunderbaren Jungfrau gleichsam vom Leben abgelöst wurden, wie das zarte Leben der Blume sich im süßen Duft verhaucht.
Page 2 - Sie zog ihn sanft auf eine Bank vor dem Altar nieder, setzte sich neben ihn, und sagte: Ihr liebt mich, und ich mag Euch nicht verbergen, daß ich Euch auch liebe, wenn ich schon nicht die Eurige werden kann , denn Ihr müßt Euch eine Hausfrau wählen aus den Töchtern der Grafen...
Page 4 - Friedrich erkannte den hohen Sinn in den Worten seiner Geliebten, und schwur, ihrer werth zu bleiben. Gela's Brief trug er beständig auf seiner Brust, und als er, nach einigen Jahren , sich vcrchlichte, da wählte er eine Gattin, von welcher er gewiß war, daß er sie nie lieben könne.
Page 47 - Los der Armen nicht bemitleideten. Die Jungfrau stand ruhig und schaute mit frommer Ergebung zum Himmel. Die Sonne stieg jetzt hinter den Bergen hervor und warf ihre ersten Strahlen an den Eingang der Höhle. Bald kam das geflügelte Ungeheuer hervor und eilte nach der Stätte, wo es seinen Raub zu finden gewohnt war. Die Jungfrau...
Page 56 - Lurley um die Abenddämmerung und beim Mondschein eine Jungfrau sehen, die mit so anmutiger Stimme sang, daß alle, die es hörten, davon bezaubert wurden. Viele, die vorüberschifften, gingen am Felsenriff oder im Strudel...
Page 57 - Locken band. Jetzt vernahm er auch den Klang ihrer Stimme und war bald seiner Sinne nicht mehr mächtig. Er nötigte die Schiffer, am Fels anzufahren, und, noch einige Schritte davon, wollt...

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