Gnothi sauton: oder, Magazin zur Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte, Volume 3

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Popular passages

Page 2 - Speisopfer 2 geopfert werden. ?Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, daß man aus seinem Munde das Gesetz suche; denn er ist ein Engel des Herrn Zebaoth.
Page 89 - ... geben, schreibt die im Schlafe noch gesuchten und gefundenen beiden Verse .auf, lässt sie auf seinem Pulte liegen und schläft bis zum anderen Morgen. Beim Erwachen erinnert er sich an Nichts und bemüht sich aufs Neue vergebens, die beiden verlangten Verse zu Stande zu bringen. Er steht mit Verdruss darüber auf, geht an seinen Schreibtisch und findet die beiden in der Nacht verfertigten und sehr wohl gerathenen Verse von seiner eigenen Hand geschrieben vor. Erst von der Aufwärterin erfuhr...
Page 37 - Wortes zuerst; weiß, das es unrecht ist, und schreibe doch immer noch unschicklicher, bis ich die Feder wegwerfe. Oft, wenn ich viel nach einander geschrieben, oder etwas mit starken Nachdenken gelesen habe, und sogleich mit jemanden sprechen soll, weiß ich die bekanntesten Dinge nicht zu nennen, und verwechsele eins mit dem andern. In Gesellschaften wo mehrere Personen zugleich mit einander sprechen, rede ich wenig oder gar n1cht.
Page 37 - Ausdrücke nicht zu gebrauchen wußte, mich darüber ärgerte, und mich doch immer noch abgeschmackter ausdrückte, bis ich es für das rathsamste hielt, fortzugehen, und es der Gesellschaft zu überlassen, ob sie über meine Einfalt lachen wollte, oder nicht. Bei mir sind das Folgen eines nicht so wohl durch Arbeit als vielmehr durch mancherlei Sorgen und oft lange anhaltende Schlaflosigkeit, geschwächten Kopfs. Vielleicht wird diese Schwäche, nach und nach durch die Ruhe gemindert, die ich itzt...
Page 98 - Dinge als gegenwärtig darstellen, die nie existirt haben. Was sieht nicht alles der im hitzigen Fieber Liegende, und der Wahnwitzige in seiner Phantasie! Der Schwärmer liegt gewissermaßen auch an einem dieser Uebel krank, ohne daß er es weiß und glaubt. Die so lebhafte Art zu denken und zu empfinden, die allen Schwärmern...
Page 97 - Herz nicht kennen,wenn man jene !eute davon freisprechen wollte. Es ist eine sehr richtige Bemerkung eines großen Kenners des menschlichen Herzens, daß sich Stolz, wenn er kein anderes Mittel mehr wisse, um sich der Welt zu zeigen, in freiwilliger Erniedrigung und Demüthigung nähre. Bemühen, keinen Stolz zu zeigen , ist also an sich schon ein sehr hoher Grad von...
Page 97 - Art, und gewissermaßen auch auf einerlei Wege ihrer Vorstellungen. Unsere Phantasie kann mit uns machen was sie will, wenn der ihr so nöthige Führer, die gesunde Vernunft, erst von seinem Posten vertrieben worden ist.
Page 119 - Schreck erhohiet, gehen sie zusammen wieder herauf und finden ihn todt, ohne ein Zeichen des lebens zu geben, auf dem Gesichte zur Erden liegend, und im Blute schwimmend. Auf seinem Tisch lieget der Werther aufgeschlagen S. 2i8, wo es heißt: es ist zwölf — sie sind geladen, usw Eine ganze Schachtel voll Kugeln und über ein halb Pfund Pulver liegt auf dem Tische.
Page 98 - Bildet der Phantasie zu verscheuchen — . alles dies muß über lang oder kurz in der Seele des Schwärmers Gefühle erzeugen, die er in dem noch gesunden Zustande seiner Seele nie gehabt hat; die er nun aber, da sie ihm unmittelbar in den Augenblicken, wenn er sich mit der Gottheit beschäftigt, aus dieser Beschäftigung zu entstehen scheinen, wegen ihrer ganz besondern lebhaftigkeit für Eingebungen der Gottheit...
Page 127 - Heterodoxie vorzüglich daran schuld seyn? Der Lehrer schwur sonst ernstlich auf seine symbolischen Bücher. Man durfte durchaus nicht anders sprechen, ohne zu verhungern. Wer thut das gern, wer einen Magen hat? Hierüber vergaß man um so leichter das Denken, und hielt also mit Bequemlichkeit seinen Schwur [. . .] Aber das ist denn jetzt so ganz anders, - und ist wahrlich zu unzähliger Hypochondrie Anlas; wenn mans nicht so machen will, als jener Kandidat, der nun freilich auch mehrere seines gleichen...

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