Neuer Plutarch, oder, Bildnisse und Biographien der berühmtesten Männer und Frauen aller Nationen, bearb. von einem Vereine Gelehrter, Volume 1

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Popular passages

Page 205 - Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte; Doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst, Auch eurem Herzen menschlich näher bringen.
Page 9 - Er hat als Mann gelebt und ist als ein vollständiger Mann von hinnen gegangen. Nun genießt er im Andenken der Nachwelt den Vorteil, als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erscheinen ; denn in der Gestalt, wie der Mensch die Erde verläßt, wandelt er unter den Schatten, und so bleibt uns Achill als ewig strebender Jüngling gegenwärtig.
Page 112 - Hier liegt der Leib Benjamin Franklins, eines Buchdruckers - gleich dem Deckel eines alten Buches, aus welchem der Inhalt herausgenommen und der seiner Inschrift und Vergoldung beraubt ist - eine Speise für die Würmer; doch wird das Werk selbst nicht verloren sein, sondern — wie er glaubt — einst erscheinen in einer neuen, schöneren Ausgabe, durchgesehen und verbessert von dem Verfasser.
Page 9 - Geisteskräfte hat er nicht empfunden, (. . .) er hat als Mann gelebt und ist als ein vollständiger Mann von hinnen gegangen. Nun genießt er im Andenken der Nachwelt den Vorteil, als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erscheinen: denn in der Gestalt, wie der Mensch die Erde verläßt, wandelt er unter den Schatten...
Page 255 - Ein Künstler war er, und wer steht auf neben ihm? Wie der Behemot die Meere durchstürmt, so durchflog er die Grenzen seiner Kunst. Vom Girren der Taube bis zum Rollen des Donners, von der spitzfindigsten Verwebung eigensinniger Kunstmittel bis zu dem furchtbaren Punkt, wo das Gebildete übergeht in die regellose Willkür streitender Naturgewalten, alles hatte er durchmessen, alles erfaßt.
Page 258 - Menschen entzog, so geschah's, nachdem er ihnen alles gegeben und nichts zurückempfangen hatte. Er blieb einsam, weil er kein Zweites fand! — Aber bis zum Tode bewahrte er ein menschliches Herz allen Menschen, ein väterliches den Seinen, Gut und Blut aller Welt. So war er, so starb er, so wird er leben für alle Zeiten.
Page 255 - Ein Künstler war er, und wer steht auf neben ihm ? Wie der Behemoth die Meere durchstürmt, durchflog er die Grenzen seiner Kunst. Vom Girren der Taube bis zum Rollen des Donners, von der spitzfindigsten Verwebung eigensinniger Kunstmittel, bis zu dem furchtbaren Punkte, wo das Gebildete übergeht in die regellose Willkür streitender Naturgewalten, alles hatte er durchmessen, alles erfaßt. Der nach ihm kommt, wird nicht fortsetzen, er wird anfangen müssen, denn sein Vorgänger hörte nur auf,...
Page 122 - Schellengeklingel - ist beinahe nur Manier, kann durch konventionelle Regeln erlernt und fertig geübt werden; mithin ist sie dem Handwerk zuzugesellen, und die es treiben, möchten „Schauspieler" seyn und heißen. Die Darstellung des Menschen betrifft das. Innere desselben, den Gang der Leidenschaften, die hohe, einfache, starke Wahrheit im Ausdruck, die lebendige Hingebung der Uebergänge, welche in der Seele wechseln und allmälig zum Ziele führen. - Das ist Kunst - eine Sache, kein Spiel...
Page 9 - Vortheil, als ein ewig Tüchtiger und Kräftiger zu erscheinen. Denn in der Gestalt, wie der Mensch die Erde verläßt, wandelt er unter den Schatten; und so bleibt uns Achill als ein ewig strebender Jüngling gegenwärtig!

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