Theater: Mit Biographie, Portrait, und Facsimile des Verfassers, Volume 9

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Page 34 - Ietzt ist eine tolle Liebe eine Merite. Nein, man trifft eine konveniente Partie — oder man treibt Possen — aber die Liebe wie ein seriöses Geschäft zu behandeln — das ist albern.
Page 14 - Ueberhaupt, hätte ich dir ein Vermögen zugebracht, so würde ich nicht das Herz haben, dir ein Wort zu sagen. Aber so — Hr. Wardamm. Es wird alles gut gehen, und ich werde dir noch recht wohl gefallen. Mad. Wardamm. Gott gebe nur, daß du die Menschen nicht anders findest, als du sie erwartest! Hr. Wardamm. Das nicht. Denn — zum Exempel — ich erwarte nicht viel: allerlei Arbeit und etwas Bezahlung. Mad. Wardamm. Lieber Mann, die Menschen sind mehrentheils — Hr. Wardamm. Was denn ? — Schlecht...
Page 68 - Thaler und Wohnung — Hr. Wardamm. Was Thaler — was hundert — was Wohnung? — Gärtner bin ich, Gärtner in Gottes Natur! Das war der erste Stand des Menschen, es ist mein letzter! — Hört es doch — Seeger, und alle, die ihre künstliche Nahrung aus tausend Bedürfnissen erpressen — aus der großen Quelle der Natur werde ich mich stärken — ich werde am frischen Bache wohnen, mein Weib wird mir das Essen zur Arbeit bringen — meine Tochter wird aus einem Gebüsche singen — ich werde...
Page 190 - Der Bürger muß Bürger bleiben. Es ist aber ja alles übergeschnappt. Der Edelmann will Fürst seyn, der Bürger Edelmann, und was unter dem Bürger ist - Gott verzeih - springt noch weiter, und will Fürst und Edelmann zugleich seyn. Die Standeswände sind eingeschlagen und aufgehoben: drum gilt kein Wort und Glaube mehr; drum gibt es Bankerotte und Tumulte.
Page 59 - Meine Tochter ist in elenden Goldohrringen zur Tafel gekommen — hat auf Anfrage ihre Brillantohrringe nicht gehabt — will nicht gestehen, wer sie hat — das weiß ich nun zwar recht wohl, will es aber hier von Ihnen gestanden haben. — Ich will den Vorgang alsdann verzeihen, wenn Sie gestehen, und die Ohrringe oder das dafür empfangene Geld restituiren, ferner mir den Revers ausstellen, daß Sie nie, in Ihrem ganzen Leben weder zu meiner Tochter kommen, noch an sie schreiben, noch sie ansehen...
Page 189 - Stuben; wie dir da wohl seyn wird! Ist wohl alles nur schlecht und recht, so sieht man doch, daß mir es so genügte. Sohn, es geht nichts darüber, wenn man die Menschen so behauset und gekleidet sieht — daß man meint, es stände überall geschrieben, auf Wand und Rock und Stuhl und Tisch: - ,Wir haben daran genug!
Page 64 - Was hat man ohne Mühe? — Mühsam gewonnen! Aber doch gewonnen. — So habe ich denn doch einen Ableiter gegen den Iammer errichten können. Er steht da — nun laßt die Wolken ziehen, grau, tief und schwarz; uns kümmern sie nicht. jMad. Wardamm. Ehrliche Seele! (Sie umarmt ihn.) ^Henriette. Mein guter Vater! (Sie küßt seine Hand.) Hr. War da mm. Da ist Geld. I^tzt schafft Papier — und gute Dinte. Frisch ans Werk! (Cr setzt sich zum Schreiben.) Sechster Austritt. vorig«.
Page 52 - Rücken gelegt, auf und ab). Ein Verbrecher? (Er denkt nach.) Nein, das ist nicht wahr. Ich habe nicht aus Weichheit gegeben — sondern aus Ueberzeugung , daß ich — weil ich sehen, denken und empfinden kann — das und so viel — geben mußte, daß die, denen ich gab, sehr viel unglücklicher waren, wenn ich nicht gab — als ich, wenn ich nicht mehr hatte, was ich ihnen gab. (Nach einer Pause.) Und das war recht!
Page 180 - Die aufgeblähten ?ropo«, die er stets hielt. Iustizrath. Es ist aber kaum glaublich, daß ein Mensch, ohne zu arbeiten , so bis auf den Boden seines Beutels zehrt, nie an das Ende denkt, oder, wenn er daran denkt, Projekte macht, die alle Minuten scheitern können; und doch so fortlebt, und ruhig bleibt.
Page 112 - Tages das Brod unter dreisache Riegel geschlossen wird. Hr. Wardamm. Ziehe nun jedes seine Straße. — In die Natur wir. — Philipp — mache Deine Welt, so viel Du kannst, natürlich. Dir, Doktor, erflehen Deine Genesenen, was Deinem Herzen wohl thut.

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