Archiv für Litteraturgeschichte

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Richard Gosche, Franz Schnorr von Carolsfeld
B.G. Teubner., 1878 - German literature
Originally devoted to the history of literature in general. Beginning with v. 3 the history of German literature is the principal subject treated.
 

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Page 390 - Fabel ähnlich ist, mit der er seine Absichten verbinden kann. Er braucht eine Geschichte nicht darum, weil sie geschehen ist, sondern darum, weil sie so geschehen ist, daß er sie schwerlich zu seinem gegenwärtigen Zwecke besser erdichten könnte.
Page 90 - Wann wird doch die alte Wunde narben? Einst war's finster — und die Weisen starben, Nun ist's lichter — und der Weise stirbt. Sokrates ging unter durch Sophisten, Rousseau leidet — Rousseau fällt durch Christen, Rousseau — der aus Christen Menschen wirbt.
Page 106 - Wendet man nun den Begriff der Poesie, der kein anderer ist, als der Menschheit ihren möglichst vollständigen Ausdruck zu geben, auf jene beiden Zustände an, so ergibt sich, daß dort in dem Zustande natürlicher Einfalt, wo der Mensch noch, mit allen seinen Kräften zugleich, als harmonische Einheit wirkt, wo mithin das Ganze seiner Natur sich in der Wirklichkeit vollständig ausdrückt, die möglichst vollständige Nachahmung...
Page 113 - Und wenn die Muse heut, Des Tanzes freie Göttin und Gesangs, Ihr altes deutsches Recht, des Reimes Spiel, Bescheiden wieder fordert — tadelts nicht! Ja danket ihrs, daß sie das düstre Bild Der Wahrheit in das heitre Reich der Kunst Hinüberspielt, die Täuschung, die sie schafft, Aufrichtig selbst zerstört und ihren Schein Der Wahrheit nicht betrüglich unterschiebt, Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.
Page 85 - Den Einzigen, Lida, welchen du lieben kannst, Forderst du ganz für dich, und mit Recht. Auch ist er einzig dein. Denn seit ich von dir bin, Scheint mir des schnellsten Lebens Lärmende Bewegung Nur ein leichter Flor, durch den ich deine Gestalt Immerfort wie in Wolken erblicke : Sie leuchtet mir freundlich und treu, Wie durch des Nordlichts bewegliche Strahlen Ewige Sterne schimmern.
Page 99 - Auch ist ein Mensch, der ganz Bosheit ist, schlechterdings kein Gegenstand der Kunst und äußert eine zurückstoßende Kraft, statt daß er die Aufmerksamkeit der Leser fesseln sollte. Man würde umblättern, wenn er redet. Eine edle Seele erträgt so wenig anhaltende moralische Dissonanzen, als das Ohr das Gekritzel eines Messers auf Glas.
Page 136 - Sie nicht darum nur für einen würdigen Dichter, weil Sie sich den Spaß gemacht haben die Aussprüche der Vernunft mit dichterischem Munde vorzutragen, was wohl zu erlauben, aber nicht zu loben ist. Wie gerne wollte ich diesen prosaischen Naturen erlauben vor den sogenannten unsittlichen Stoffen zurückzuschaudern, wenn sie nur ein Gefühl für das höhere poetisch Sittliche z. B. im Polykrates und Ibykus hätten und davon entzückt würden.
Page 106 - Formen eine Vergleichung zwischen alten und modernen Dichtern ' anzustellen versteht, wird sich leicht von der Wahrheit desselben überzeugen können. Jene rühren uns durch Natur, durch sinnliche Wahrheit, durch lebendige Gegenwart; diese rühren uns durch Ideen.
Page 238 - Sfakiotes, qui ne s'étaient jamais sentis plus aguerris et plus fiers que dans le courant du siècle dernier, furent entraînés dans la désastreuse expédition de 1770. Cette entreprise, provoquée par l'inquiète ambition de l'impératrice Catherine, pompeusement annoncée à l'Occident et brillamment commencée, ne devait aboutir, grâce à la sotte présomption d'Alexis Orlof, qu'à d'humiliants...
Page 208 - Lied auf dem Wasser zu singen, für meine Agnes Mitten im Schimmer der spiegelnden Wellen...

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