Goethe's werke, Volumes 13-14

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Page 139 - Ihr Freunde, Platz! Weicht einen kleinen Schritt! Seht, wer da kommt und festlich näher tritt! Sie ist es selbst - die Gute fehlt uns nie Wir sind erhört, die Musen senden sie. Ihr kennt sie wohl! sie ist's, die stets gefällt: Als eine Blume zeigt sie sich der Welt; Zum Muster wuchs das schöne Bild empor, Vollendet nun, sie ist's und stellt es vor. Es gönnten ihr die Musen jede Gunst, Und die Natur erschuf in ihr die Kunst. So häuft sie willig jeden Reiz auf sich, Und selbst dein Name ziert,...
Page 118 - Tür, nimmt von dem Mann drei Pfennig dafür. Und als sie über den Markt nun gehen, sieht er daselbst schöne Kirschen stehen, kauft ihrer so wenig oder so viel, als man für einen Dreier geben will, die er sodann nach seiner Art ruhig im Ärmel aufbewahrt. Nun ging's zum andern Tor hinaus, durch Wies und Felder ohne Haus, auch war der Weg von Bäumen bloß; die Sonne schien, die Hitz war groß, so daß man viel an solcher Stätt für einen Trunk Wasser gegeben hätt.
Page 92 - Wie sich Haß und Lieb gebar Und das All nun ein Ganzes war, Und das Ganze klang In lebend wirkendem Ebengesang, Sich täte Kraft in Kraft verzehren, Sich täte Kraft in Kraft vermehren, Und auf und ab sich rollend ging Das all und ein und ewig Ding, Immer verändert, immer beständig!
Page 129 - Wie er so heimlich glücklich lebt, Da droben in den Wolken schwebt Ein Eichkranz, ewig jung belaubt, Den setzt die Nachwelt ihm aufs Haupt; In Froschpfuhl all das Volk verbannt, Das seinen Meister je verkannt!
Page 302 - Und Euch, Alter, soll es zum Lobe gereichen, wenn Ihr Euch auf die hiesige Landsart und auf die Witterung versteht und Euer Säen und Ernten darnach einrichtet. Fremde Länder laßt für sich sorgen und den politischen Himmel betrachtet allenfalls einmal sonn- und festtags.
Page 177 - Das Zeichen sieht er prächtig aufgerichtet, Das aller Welt zu Trost und Hoffnung steht, Zu dem viel tausend Geister sich verpflichtet, Zu dem viel tausend Herzen warm gefleht, Das die Gewalt des bittern Tods vernichtet, Das in so mancher Siegesfahne weht: Ein Labequell durchdringt die matten Glieder. Er sieht das Kreuz, und schlägt die Augen nieder.
Page 169 - Mut, der früher oder später Den Widerstand der stumpfen Welt besiegt, Von jenem Glauben, der sich, stets erhöhter, Bald kühn hervordrängt, bald geduldig schmiegt, Damit das Gute wirke, wachse, fromme, Damit der Tag dem Edlen endlich komme. Doch hat er, so geübt, so vollgehaltig, Dies bretterne Gerüste nicht verschmäht; Hier schildert...
Page 297 - Und nun vernehmt! — Wie einst in Grabeshöhlen Ein frommes Volk geheim sich flüchtete Und allen Drang der himmlisch reinen Seelen Nach oben voll Vertrauen richtete, Nicht unterließ, auf höchsten Schutz zu zählen, Und auszudauern sich verpflichtete: So hat die Tugend still ein Reich gegründet Und sich, zu Schutz und Trutz, geheim verbündet.
Page 117 - Als noch, verkannt und sehr gering, Unser Herr auf der Erde ging, Und viele Jünger sich zu ihm fanden, Die sehr selten sein Wort verstanden, Liebt' er sich gar über die Maßen, Seinen Hof zu halten auf der Straßen, Weil unter des Himmels Angesicht Man immer besser und freier spricht. Er ließ sie da die höchsten Lehren Aus seinem heiligen Munde hören; Besonders durch Gleichnis und Exempel Macht...
Page 157 - Dem glücklichsten Genie wird's kaum einmal gelingen, Sich durch Natur und durch Instinkt allein Zum Ungemeinen aufzuschwingen: Die Kunst bleibt Kunst! Wer sie nicht durchgedacht, Der darf sich keinen Künstler nennen ; Hier hilft das Tappen nichts; eh man was Gutes macht, Muß man es erst recht sicher kennen.

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