Studien zur Kritik der Moderne

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Rütten & Loening, 1894 - Art criticism - 325 pages
 

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Popular passages

Page 178 - Masse und wie nütze ich dem Ganzen? sondern ich habe immer nur dahin getrachtet, mich selbst einsichtiger und besser zu machen, den Gehalt meiner eigenen Persönlichkeit zu steigern und dann immer nur auszusprechen, was ich als gut und wahr erkannt hatte.
Page 24 - Der Duft der dunkelroten Nelken wirkt mit sonderbarer magischer Gewalt auf mich; unwillkürlich versinke ich in einen träumerischen Zustand und höre dann, wie aus weiter Ferne, die anschwellenden und wieder verfließenden tiefen Töne des Bassetthorns.
Page 86 - Laube statt der Bühne, Sommersonne statt der Lampen, Also spielen wir Theater, Spielen unsre eignen Stücke, Frühgereift und zart und traurig, Die Komödie unsrer Seele, Unsres Fühlens Heut und Gestern, Böser Dinge hübsche Formel, Glatte Worte, bunte Bilder, Halbes, heimliches Empfinden, Agonien, Episoden . . . Manche hören zu, nicht alle . . . Manche träumen, manche lachen, Manche essen Eis . . . und manche Sprechen sehr galante Dinge . . . . . . Nelken wiegen sich im Winde, Hochgestielte...
Page 34 - Da ist Jasmin, da quellen reife Rosen Und Dahlien und Nelken und Narzissen . . . Darüber tanzen hohe Margeriten Und Fliederdolden wiegen sich und Schneeball Und Halme nicken, Silberflaum und Rispen . . . Ein duftend Bacchanal . . . Die andre bricht mit blassen feinen Fingern Langstielige und starre Orchideen, Zwei oder drei für eine enge Vase . . . Aufragend mit den Farben die verklingen, Mit langen Griffeln, seltsam und gewunden, Mit Purpurfäden und mit grellen Tupfen, Mit violetten, braunen...
Page 97 - Man vergisst, dass ich in einem Punkte anders als die Anderen und für mich bin. Die Anderen stellen ihre Natur auf eine einzige Note, und auf diese Note allein stellen sie ihr Werk; sie von allen Mischungen zu scheiden, frei und unverhohlen zu gestalten, wirksam zu erschöpfen ist ihr Trieb. Aber mich treibt es, die Fülle der Noten, den Schwall und Strudel ihrer gischenden...
Page 136 - Ponnys überfransten Stirne, wie aus Marmor, so hart und entschieden, mit starken, starren, unbeweglichen Flügeln. Braune, lustige, zutrauliche Mädchenaugen , in denen was Sinnendes, Hoffendes und Fragendes mit einer naiven Koketterie, welche die schiefen Blicke von der Seite liebt, vermischt ist ; kurze , dicke , ungestalte Lippen , hämisch und grausam, die untere umgestülpt und niederhängend, dass man in das Fleisch der Zähne sieht.
Page 34 - MEIN GARTEN Schön ist mein Garten mit den goldnen Bäumen, Den Blättern, die mit Silbersäuseln zittern, Dem Diamantentau, den Wappengittern, Dem Klang des Gong, bei dem die Löwen träumen, Die ehernen, und den Topasmäandern Und der Voliere, wo die Reiher blinken, Die niemals aus dem Silberbrunnen trinken . . . So schön, ich sehn mich kaum nach jenem andern, Dem andern Garten, wo ich früher war.
Page 24 - Nicht sowohl im Traume als im Zustande des Delirierens, der dem Einschlafen vorhergeht, vorzüglich wenn ich viel Musik gehört habe, finde ich eine Übereinkunft der Farben, Töne und Düfte.
Page 94 - Jungen". Aber es ist seltsam, wie es geschieht. Selbst Feinde rühmen meine Begabung, aber nicht einmal die Freunde rühmen meine Werke. Jeder gesteht, daß ich etwas bin, aber niemand weiß, wie ich das eigentlich verdiene. Keiner zweifelt an mir, aber alle sind durch die übliche Frage verlegen: also was soll man denn von ihm lesen? Und ich bekenne: ich bin es heimlich selber oft. Ich habe ja in der Tat kein Buch, kein Stück, wo die anderen mich fänden, wie ich bin, und ich habe nur eines, wo...
Page 138 - Seine große Kunst hat kein Gefühl; es gibt in seiner Seele keine sentimentale Partie. Er erlebt nur mit den Nerven, mit den Sinnen, mit dem Gehirne; er empfindet nichts.

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