Wiener Schachzeitung, Volume 4

Front Cover
1901
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 106 - Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten, und das Unglück schreitet schnell.
Page 240 - Tempo" ist selbstverständlich weder ein Stein noch ein Feld, es kann also nur einen rein „schachzeitlichen" Begriff bedeuten. Da aber die schachliche „Zeit" in Züge eingetheilt ist, so kann der Begriff „Tempo" nur in Beziehung zum Begriff „Zug" stehen. Unter „Zug" verstehen wir aber einen ganzen Complex schachlicher Erscheinungen. Wir haben bei einem „Zuge
Page 198 - und Treue, und man empfand den Zauber, der aus der seltenen Vereinigung von persönlicher Grazie und seelischer Harmonie hervorging. Schlemm bewahrte sich seine körperliche und geistige Frische bis in sein hohes Alter. Er war von spartanisch einfachen Sitten, trank weder Wein noch Bier, rauchte nicht; dagegen war er ein Freund sportlicher Uebungen und
Page 239 - dh aus dem Gewinn an schachlicher „Zeit". Weiss hat durch seine vier Züge beide Centrumslinien frei gemacht, der Dame und dem Damenläufer die Möglichkeit eines eventuellen Eingreifens in das Spiel verschafft, und ausserdem sind Königsläufer und Königsspringer bereits in voller Thätigkeit Schwarz dagegen hat noch nichts gethan! Umgekehrt lässt sich durch eine weitere Verfolgung des gewählten
Page 240 - Auge zu fassen: den ziehenden Stein; das Feld, welches derselbe verlässt; dasjenige, welches er betritt; das ausgeübte Recht zu ziehen und endlich gar das nunmehr eintretende Recht des Gegners zu ziehen. — Man sieht, dass der Begriff „Zug" ausser rein zeitlichen, auch noch räumliche und Kraftbeziehungen enthält. Abstrahirt man die beiden letzten Elemente, so wird uns das
Page 241 - dieser letzte Zug von Schwarz trotz des Ausrufungszeichens, dh trotzdem er als der bestmögliche in der vorliegenden Stellung erscheint, dennoch ein „Tempoverlust"' sein kann. Dass durch ihn ein feindlicher Stein geschlagen wird, thut gar nichts zur Sache. Gerade diese letzte Behauptung könnte vielleicht noch einige Leser consterniren; ich füge daher meinen theoretischen Maximen folgenden praktischen Beweis hinzu. -- Man vergleiche
Page 135 - Wie sehr die Begeisterung aufloderte, beweist die stattliche Zahl von 70 Mitgliedern, die an der Gründung theilnahmen, eine Anzahl, die der Verein leider niemals mehr auch nur annähernd erreicht hat. Mit dem Jubelfeste soll auch ein allen Schachfreunden zugängliches Schachturnier verbunden werden, worüber wir
Page 140 - Es ist allerdings kaum zu verlangen, im praktischen Turnierspiel bei bemessener Zeit so weitläufige und verwickelte Varianten genau auszurechnen. Deshalb sollte man aber die Spielweise möglichst zu vereinfachen suchen; denn wozu soll es frommen, verwickelte Stellungen herbeizuführen, wenn man dieselben
Page 240 - wäre nur dann gerechtfertigt, wenn das Recht zu ziehen nicht auch zu gleicher Zeit eine Pflicht zu ziehen wäre. Da aber nach den Regeln des Schachspiels eine solche Pflicht besteht, so ist es einleuchtend, dass unter Umständen das Zugrecht
Page 240 - Verlust nach sich zieht. Natürlich ist das nicht immer der Fall; das gebrachte Beispiel lehrt uns aber, dass wir im Allgemeinen zwischen den Begriffen „Tempogewinn" und „Tempoverlust" einerseits und den Begriffen ,Vortheil" und „Nachtheil" andererseits streng zu unterscheiden haben.

Bibliographic information