Des Knaben Wunderhorn: Alte deutsche Lieder, Volume 3

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Page 87 - Ach, denk ich, bist du hier so schön, Und läßt du uns so lieblich gehn Auf dieser armen Erden, Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnem Schlosse werden!
Page 85 - GEH aus, mein Herz, und suche Freud' In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben ; Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben.
Page 153 - Das tat so lieblich scheinen, So lieblich und so zart ! Ich wußte seine Stelle Am Himmel, wo es stand; Trat Abends vor die Schwelle Und suchte, bis ich's fand; Und blieb denn lange stehen, Hatt' große Freud' in mir, Das Sternlein anzusehen; Und dankte Gott dafür.
Page 116 - Wohl auf dem höchsten Zweig, Und schauen wir dem Vogel zu, So pfeift er alsogleich. Der Vogel sitzt in seinem Nest Wohl auf dem grünen Baum, Ach, Schätzel, bin ich bei dir gwest, Oder ist es nur ein Traum?
Page 3 - NACH meiner Lieb' viel hundert Knaben trachten, Allein den ich lieb hab', will mein nicht achten. Ach weh mir armen Maid, vor Leid muf j ich verschmachten. Jeder begehrt zu mir sich zu verpflichten, 'Allein den ich lieb hab', tut mich vernichten. Ach weh mir armen Maid, was soll ich dann anrichten ? All andre tun mir Gutes viel verjehen, Allein den ich lieb hab', mag mich nicht sehen.
Page 77 - Steht auf, ihr lieben Kinderlein, Der Morgenstern mit hellem Schein Läßt sich sehn frei gleich wie ein Held Und leuchtet in die ganze Welt. Sei willkommen, du lieber Tag, Vor dir die Nacht nicht bleiben mag, Leucht uns in unsre Herzen fein Mit deinem himmelischen Schein.
Page 94 - SCHLENDER singen: Wollt Ihr nun, so ist es klar, Und wir werden bald ein Paar. Drauf spricht sie gar sachte: Ihr mögt mir nach allem Schein Gar ein guter Kerle sein; Schmunzelt drauf und lachte.
Page 63 - Rad nicht gehen. Geh ich in mein Kämmerlein, Will mein Bettlein machen, Steht ein bucklicht Männlein da, Fängt als an zu lachen. Wenn ich an mein Bänklein knie, Will ein bißlein beten, Steht ein bucklicht Männlein da, Fängt als an zu reden: Liebes Kindlein, ach ich bitt, Bet...
Page 54 - Und der drille gar nichts, Die kauften sich eine Semmel Und einen Zentner holländischen Käse Und fuhren damit an das kanaljeische Meer. Und als sie kamen an das kanaljeische Meer, Da kamen sie in ein Land, und das war leer, Und sie kamen an eine Kirche von Papier, Darin war eine Kanzel von Korduan, Und ein Pfaffe von Rothstein, Der schrie: Heute haben wir Sünde gethan, Verleiht uns Gott das Leben, so wollen wir morgen wieder dran!
Page 38 - Sie rauschen vorbei Wie nächtliche Schatten, • Kein Mensch kann sie wissen, • Kein Jäger sie schießen. Es bleibet dabei : Die Gedanken sind frei.

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