Fritz Reuter: sein Leben und seine Werke

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F. Opitz, 1874 - Authors, German - 290 pages
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Page 221 - Parkett fürstlicher Salons; nicht der farbenglühende Teppich zierlicher Boudoirs ; ihre Welt ist der offene Markt, die staubige Heerstraße des Lebens, dort treiben sie sich umher, jagen und haschen sich, treten ernst umherstolzierenden Leuten auf die Zehen, rufen dem heimwärtsziehenden Bauern ein Scherzwort zu, verspotten den Büttel, ziehen dem Herrn Amtmann ein schiefes Maul und vergessen die Mütze vor dem Herrn Pastor zu ziehen.
Page 8 - Jahre hindurch Triebfeder und Unruh in der Uhr des städtischen Lebens, und was mehr sagen will : er war auch ihr Pendel und Regulator. Eine unermüdliche Arbeitskraft machte seine nie rastende Spekulation für seine nähere und weitere Umgebung fruchtbar; eine peinliche Ordnungsliebe in Lebensweise und Geschäftsführung hielt diesem Vorwärtsdrängen und Streben das glückliche Gleichgewicht. Was für das städtische Wohl gewonnen wurde, ward durch ihn gewonnen und erhalten, und zwar durch ihn...
Page 179 - Wat was ick? Wat wüßt ick? Wat kunn ick? - Nicks. - Wat hadd ick mit de Welt tau dauhn? - Rein gor nicks. - De Welt was ehren ollen scheiwen Gang ruhig wider...
Page 16 - Hos' un lange blankgewichste Stäweln, un was sin Gesicht ok von Pocken terreten un hadd de Düwel ok sin Arwten dorup döscht, dat hei utsach, as hadd hei mit dat Gesicht up en Ruhrstaul seten ; up sin breide Stirn stunn schrewen un ut sin blagen Ogen kunnt ji lesen: „Kein Minschenfurcht, woll äwer Gottesfurcht!
Page 263 - Fluten des Humors zu tauchen; aber alle Momente wollen sich nicht heiter färben lassen, sie bleiben in ihrem scheußlichen Grau gekleidet stehen, und wenn ich die heiteren auch ein wenig mit erfundenem Spaß auflasiert habe, die grauen habe ich ehrlich in ihrer trübseligen Wahrheit stehenlassen.
Page 221 - Meine Gedichte sind nicht wie vornehmer Leute Kinder mit kleinen Ohren und aristokratischen Händen, geschnürter Taille und zartem Teint in die Welt gesendet worden, die allenthalben rücksichtsvolle Aufnahme finden und sich dafür mit gesetzten, zierlichen Worten bedanken. Nein! sie sind oder sollen sein eine Kongregation kleiner Straßenjungen, die in „roher Gesundheit...
Page 211 - Herrlichkeit rings herum, blot taum Taulangen; un ümmer wat tau dauhn, hüt dit un morgen dat; äwer Allens in de beste Regelmäßigkeit, dat dat ümmer stimmt mit de Natur, dat makt de Backen rod un den Sinn frisch, dat is en Bad för Seel un Liw, un wenn de ollen Knaken un Sehnen ok mal mäud warden un uv den Grund sacken willen, de Seel swemmt ümmer lustig baben.
Page 149 - Genusse seiner Freiheit ist, etwas Schreckliches und sogar Sündliches enthält, so ist es für einen Gefangenen nicht allein zuträglich, sondern, wie ich glaube, mit der Moral völlig übereinstimmend. Am 7. kommenden Monats ist mein Geburtstag, ich werde dann freundlich an Euch denken, und an die vielen kleinen Beweise von Liebe, die ich in den Jahren der Kindheit von Euch erfuhr, die gewiss mehr wert sind als alle die schönen Versprechungen, die ich Dir an diesem Tage gemacht habe und von denen...
Page 167 - Den Politischen Gefangenen im Inquisitoriat zu M. fehlt es an den drei notwendigsten Lebensbedingungen, an frischer Luft, an Licht und an Wärme; auch ist das Trinkwasser, da es Flußwasser von unterhalb der Stadt ist, nicht zu genießen.
Page 131 - Ach Jena! Jena! lieber Sohn, Sag' mal, hört'st du von Jena schon? Hast du von Jena mal gelesen? Ich bin ein Jahr darin gewesen, Als ich noch Studiosus war. Was war das für ein schönes Jahr! Ach, geh...

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