August von Kotzebues ausgewaehlte prosaische Schriften: die Romane, Erzaehlungen, Anekdoten, Miszellen, Volume 45

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I. Klang, 1843
 

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Page 417 - Papieren (Ausgew. Pros. Werke 1843. XI^V, 416) „Die neuere After-Kritik hat eine Menge Worte, mit welchen sie . . . eine gehässige Bedeutung verbindet ... Dahin gehört auch das Wort Theater-Coup, welches die Schlegelsche Schule mir jedesmal richtig in den Bart wirft, wenn eines meiner neuen Stücke so unhöflich war, dem Publikum zu gefallen".
Page 373 - Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung"] mir zu sagen, ob es wohl denkbar sei, daß alle diese Nationen durch deutsche Frivolitäten hingerissen werden, daß alle diese Nationen an deutschen Concetti's und gehaltlosen Witzspielen Geschmack finden, die ohnehin sich selten übersetzen lassen? daß alle diese Nationen .Zweideutigkeiten
Page 96 - Nur selten konnte ich meinen Kummer in den Busen eines Freundes ausschütten; denn alle Wände hatten Ohren, und der Bruder traute dem Bruder nicht mehr! Keine Lektüre konnte mich um die gräßliche Zeit betrügen; denn alle Bücher waren ja verboten! Auch die Feder mußte ich wegwerfen, mir selbst durfte ich nichts vertrauen; denn wie leicht konnte man plötzlich mein Portefeuille untersuchen! Ein Gang in Geschäften, wenn er vor dem Schlosse vorbeiführte, drohte der Gesundheit Gefahr; denn bei...
Page 374 - lebendigen Gemälde, die jede Nation versteht und fühlt. Darum hat Schiller in Übersetzungen weniger Glück gemacht als ich; man hat ihm die Sprache und mit ihr den größten Reiz seiner Dichtungen genommen.« Aber auch dem »glücklichen« Kotzebue blieb das »merkwürdigste Jahr« in seinem Leben nicht erspart.
Page 257 - Erlauvniß meines Monarchen zu diesem Dienstwechsel erbeten und erhalten hatte. Da seit meiner frühesten Kindheit das Theater bald Leidenschaft, bald Beschäftigung, immer wenigstens Liebhaberei bei mir gewesen war, und ich sowohl theoretisch als praktisch mir viele Kenntnisse darüber gesammelt hatte; so kam ich mit der Hoffnung nach Wien, in einem mir angenehmen Wirkungskreise nützlich zu werden. Was hatte mich auch sonst wohl bewegen können, mein liebes Friedenthal zu verlassen?
Page 95 - So weit hatten es böse Menschen gebracht, die das Vertrauen eines zu herzlicher Güte geneigten Monarchen mißbrauchten, und ihm überall Schreckbilder aufstellten, die nicht vorhanden waren, ja, an die sie selbst nicht glaubten ! — Mit bangen Ahnungen legte ich mich jeden Abend zu Bette ; zitternd hörte ich in der Nacht jedes Geräusch auf der Straße, jeden Wagen, der in der Nähe meiner Wohnung anhielt ; ich erwachte zu neuen Sorgen, wie ich an diesem Tage jedes Unglück vermeiden wolle; ängstlich...
Page 383 - Schwarmer für das Mittelalter und deren Poesie, blinde Anbeter von Göthe, kurz alle die, welche sich höhere, feinere, sittlichere Gefühle zutrauen und mich für das halten, was sie eine gemeine Natur nennen.
Page 95 - Chevalier) ertragen; bei jeder Aufführung eines neuen Stückes zitternd erwarten, ob die immer wachsame Polizei oder Geheime Expedition nicht etwa ein unwillkürliches Vergehen darin entdeckt habe. So oft meine Frau mit meinen Kindern spazieren fuhr und etwa einige Minuten über die bestimmte Zeit ausblieb, zitterte ich zu erfahren, daß sie nicht schnell genug vor dem Kaiser ausgestiegen und deshalb wie die Frau des...
Page 361 - Ich habe einige hundert Schauspiele geschrieben ; es ist daher kein Wunder, wenn, wie unter den noch zahlreicheren Werken des I^opex 60 Ve^», auch manches mittelmäßige oder wohl gar schlechte sich befindet.
Page 149 - Endlich fragte er mich, ob meine Beschreibung des Palastes weit vorgerückt sei. Als ich ihm sagte, sie sei beinahe vollendet, verließ er mich freundlich mit den Worten: .Ich freue mich darauf".

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