Die Musik, Volume 5, Part 2

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M. Hesse, 1906 - Music
 

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Popular passages

Page 8 - Während der Dichter des Siegfried, den großen Zusammenhang des ganzen Nibelungenmythus vor allem festhaltend, nur den Untergang des Helden durch die Rache des mit ihm sich aufopfernden Weibes in das Auge fassen konnte, findet der Dichter des Tristan...
Page 13 - Wer sich über die Nachbarschaft des Tristan und der Meistersinger befremdet fühlen kann, hat das Leben und Wesen aller wahrhaft grossen Deutschen in einem wichtigen Punkte nicht verstanden: er weiss nicht, auf welchem Grunde allein jene eigentlich und einzig deutsche Heiterkeit Luthers, Beethovens und Wagners...
Page 12 - Seit gestern beschäftige ich mich wieder mit dem Tristan. Ich bin immer noch im zweiten Akte. Aber — was wird das für Musik! Ich könnte mein ganzes Leben nur noch an dieser Musik arbeiten. O, es wird tief und schön; und die erhabensten Wunder fügen sich so geschmeidig dem Sinn. So etwas habe ich denn doch noch nicht gemacht: aber ich gehe auch ganz in dieser Musik auf; ich will nichts mehr davon hören, wann sie fertig werde. Ich lebe ewig in ihr. Und mit mir — . 22. Dezember. Das ist ein...
Page 281 - Nie hat ein deutscherer Musiker gelebt als du! Wohin dich auch dein Genius trug, in welches ferne, bodenlose Reich der Phantasie, immer doch blieb er mit jenen tausend zarten Fasern an dieses deutsche Volksherz gekettet, mit dem er weinte und lachte wie ein gläubiges Kind, wenn es den Sagen und Märchen der Heimat lauscht.
Page 9 - Ach liebster, liebster, einzigster Franz! Gib mir ein Herz, einen Geist, ein weibliches Gemüt, in das ich mich ganz untertauchen könnte, das mich ganz fasste — wie wenig würde ich dann nötig haben von dieser Welt
Page 180 - Bei einem Glase Wein oder Punsch war Schubert am gesprächigsten; seine musikalischen Urteile waren scharf, kurz und bündig; er traf allezeit den Nagel auf den Kopf. Er glich hierin Beethoven, der mitunter auch sehr ironisch war Wenn in Gesellschaften gründlich über Musik gesprochen wurde, hörte Schubert mit Vergnügen zu und fiel selten in die Rede. Wenn aber irgendein naseweiser Dilettant Behauptungen aufstellte, die von totaler theoretischer Unwissenheit...
Page 353 - Die Würde der Kunst erscheint bei der Musik vielleicht am eminentesten, weil sie keinen Stoff hat, der abgerechnet werden müßte. Sie ist ganz Form und Gehalt und erhöht und veredelt alles, was sie ausdrückt.
Page 16 - Tristan und Isolde. Der Anfang dieser Szene bietet das überströmendste Leben in seinen allerheftigsten Affekten, — der Schluß das weihevollste, innigste Todesverlangen. Das sind die Pfeiler: nun sehen Sie einmal, Kind, wie ich diese Pfeiler verbunden habe, wie sich das vom einen zum andern hinüberleitet!
Page 287 - Es versteht sich von selbst, daß ich von der Oper spreche, die der Deutsche will : ein in sich abgeschlossenes Kunstwerk, wo alle Teile und Beiträge der verwandten und benutzten Künste ineinanderschmelzend verschwinden und auf gewisse Weise untergehend — eine neue Welt bilden.
Page 89 - Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt Sein Wort und seine Tat dem Enkel wieder.

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