Der philosophische und religiöse subjektivismus Ghazālīs: ein beitrag zum problem der religion

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W. Braumüller, 1921 - Islam - 344 pages
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Page 47 - ... accidentell ist, entweder von ihm selbst oder von etwas anderem herrührt. Gehört nun das Dass nicht dem Was , welches nicht von selbst das Dass ist, an, so kommt ihm dies von etwas an10 derem zu. Bei allem aber , dessen Dass weder sein Was , noch ein das Was herstellendes Merkmal ist , rührt das Dass von Etwas Anderem her und läuft dies , bei dem Anfang, der keine von der Dassheit gesonderte Washeit hat, aus.
Page 67 - Formen, ,yo)l >_^jb\ j, der frei handelnde ewige Wille, der dieses gewollt, obwohl er das Gegenteil gekonnt hat. Dies nicht zugeben, in den aus unserer Erfahrung uns bekannten Faktoren und Mitbedigungen des Geschehens Notwendigkeit und ausreichende Erklärung desselben erblicken, errinnert an einen von Geburt Blinden, von dessen Augen die Blindheit bei Tage genommen wäre und der als letzte Ursache der von ihm nunmehr wahrgenommenen Bilder und Farben lediglich das Offnen des Auges betrachten würde,...
Page 76 - Natur £^^ .w ..=-. nennen, ist die in den Rahmen unserer Beobachtung konstante Wiederholung derselben Wirkungen, wenn die Ursachen dieselben sind. Aber aus der Konstanz der von uns beobachteten Wiederholung auf die Notwendigkeit derselben zu schließen, sind wir nicht berechtigt. Wir haben keine Gewähr dafür, daß dieselbe Erfahrung uns nicht morgen eines Besseren belehren wird. Zwei völlig gleiche Wollstücke müssen in der Nähe des Feuers denselben Folgen unterliegen.
Page 252 - ... Irrtümer. Durch Weltbejahung wie durch Weltflucht ist man ein Sklave der Welt Ob man nach ihr jagt oder sie flieht, beidemal ist man von ihr abhängig. Was Gazäli verlangt, ist der Weg der „Mitte", die innere Freiheit, das heißt, daß man „die Lebensgüter weder als Ideale noch als Fessel empfindet, sondern als das, was sie gemäß ihrer und unserer Bestimmung wirklich sind, als bloß objektiv notwendige Mittel zur Erhaltung unseres Lebens, zur Ermöglichung unseres (religiösen) Wachstums...
Page 79 - ... Unterscheidung zwischen der logisch-begrifflichen Geltung der Kausalität, der er vollständige Unbedingtheit einräumt, und der Anwendung des Kausalgesetzes auf Naturerscheinungen, für die wir in der Erfahrung keine sie hinreichend erklärende und notwendig erwirkende Ursache mit absoluter Gewißheit erkennen, und daher es der Religion überlassen müssen, sich mit der näheren Bezeichnung einer solchen, unserem Wissen entzogenen Ursache zu befassen. Vollständig entgegengesetzt ist die Richtung,...
Page iii - Obermann, Der philosophische und religiöse Subjektivismus GhazälIs. Ein Beitrag zum Problem der Religion. Wien und Leipzig, Universitäts - Verlagsbuchhandlung Wilh. Braumüller, 1921. XV und 344 S. „Eine Wiederholung griechischer Gedanken in arabischen Buchstaben" — so etwa lautet nach einem Ausspruch von E.
Page 77 - Konstanz der von uns beobachteten Wiederholung auf die Notwendigkeit derselben zu schließen, sind wir nicht berechtigt. Wir haben keine Gewähr dafür, daß dieselbe Erfahrung uns nicht morgen eines Besseren belehren wird. Zwei völlig gleiche Wollstücke müssen in der Nähe des Feuers denselben Folgen unterliegen. Aber, daß das Feuer überhaupt verbrennen muß, wissen wir nur erfahrungsgemäß: mit dem Grad der Wahrscheinlichkeit, der Möglichkeit. Es gibt keine Denkgesetze, die uns dazu zwingen...
Page 80 - ... sind. Hat doch erst der englische Philosoph die Giltigkeit und die psychologische Grundlage der empirischen Kausalität festgesetzt, indem er ihre subjektive Notwendigkeit auf Ideenassoziation, auf Gewohnheit, auf die regelmäßige, konstante Verbindung der Vorstellung zurückführt, die aus dem post hoc ein propter hoc macht und Notwendigkeit in die Dinge hineinlegt, obwohl sie nur im Bewußtsein steckt. Und hat doch andererseits erst der deutsche Vernunftkritiker die logische Kausalität als...
Page 80 - ... dasjenige, was notwendig gedacht werden muß; unmöglich das, was unmöglich gedacht werden kann. Unser Denken allein ist es, das den Maßstab und den Wert der Wissenschaft bildet und ihre Würde, ihr Recht und ihre Geltung sichert. Notwendigkeit, Möglichkeit und Unmöglichkeit sind Denkkategorien. Ihr Prinzip ist der Satz der Identität, ihr Prüfstein — der Satz des Widerspruchs. Wo nicht diese Sätze gelten, können auch jene Kategorien nicht beansprucht werden. Dem Prinzip der Kausalität...
Page 67 - ... tiefere Einsicht in die Dinge verschaffen und ihn im Sonnenlicht eine weitere , Ursache' seiner Wahrnehmungen erblicken lassen, da beim Untergang desselben die Bilder verschwinden, trotzdem seine Augen geöffnet sind.1 Darf er aber nun stehen bleiben?

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