Aus Namaland und Kalahari: Bericht an die Kgl. preuss. akademie der wissenschaften zu Berlin über eine forschungsreise im westlichen und zentralen Südafrika, ausgeführt in den jahren 1903-1905

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G. Fischer, 1907 - Ethnology - 752 pages
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Page 175 - Nase des Hottentotten ist von ausgesuchter Häßlichkeit. Die Nasenbeine liegen so tief, daß der Ansatz der Nasenwurzel an der Stirn in vielen Fällen äußerlich überhaupt nicht markiert ist. Der Nasenrücken ist so breit und wölbt sich mit so flachem Sattel aus dem Ge» ficht, daß er fast verschwindet.
Page 198 - Narafrucht (2/8 nat. Gr.). Ihre Bedeutung als Volksnahrung gewinnt die Nara erst, wenn sie haltbar zubereitet als Vorrat in die Hütten geht. Die ausgeschälte Frucht wird in walnnssgrosse Stücke zerschnitten, die reifen Früchte nur mit Fettzusatz, die nicht völlig ausgereiften auch mit etwas Wasser angesetzt, gekocht und mit einem Quirl primitivster Art, dödi-b (auch ] no j bo • a) genannt (siehe Abb.
Page 97 - ... in den Boden reicht, kann der Nebel fördern. Die Augea und die Mesembrianthemen mit den saftstrotzenden Oberhautzellen werden in jungen Tagen gewiß auch Nebelfeuchtigkeit speichern. -Bei den älteren Gewächsen ist aber zu bedenken, daß Zweige und Laub dem Nebel eine große NiederSchlagsfläche darbieten. Nach ergiebigem Winternachtnebel tropfen zuweilen die Pflanzen in Küstennähe als wären sie begossen; das Wasser rieselt den Zweigen entlang zu Boden und hält die Humusschicht im engsten...
Page 198 - Art, dödi-b (auch / no j bo • s) genannt (siehe Abb. 7), verrührt. Dann wird die heisse Masse in ein Sieb gegossen, in ein Binsenkörbchen, gabiras (siehe Abb. 8), das so lange am starken Henkel auf und nieder geschütttelt wird, bis der schwefel- oder braungelbe Brei durchgegangen ist. Der Brei wird auf eine Düne gegossen, nachdem ihm zuvor im Sande ein schwach geneigtes Lager geglättet worden ist. Nach ein bis zwei Tagen ist die Masse in einem dunkelbraunen, auf der Unterseite stark mit Sand...
Page 303 - Hottentotten als das innigste gilt, das zwischen zwei Generationen einer Verwandtschaft existieren kann. Ob dieses Verhältnis einen erbrechtlichen Hintergrund hat. konnte ich nicht feststellen, ich glaube es nicht. Wie dem auch sei, — eine naiv-sympathische Annäherung des...
Page 295 - Matten wand von den übrigen Bewohnern der Hütte getrennt. Sie legt ihren Schmuck an, Verwandte und Freunde bringen ihr Armringe und behängen ihre Brust mit Perlketten. Ein Teil davon bleibt als Geschenk zurück. Die Eltern schlachten und bewirten die Gäste mit Honigbier.
Page 298 - Igüttäs, beteiligen sich aber zuweilen auch beide Familien, Arme tauschen unter Umständen ihre einzige Milchkuh gegen ein Schlachttier aus, um ihrer Hochzeitsp'flicht nachzukommen. Am Tage der Hochzeit schenkt der junge Ehemann und die junge Ehefrau, jedes seiner Schwiegermutter eine Kuh.
Page 291 - Buschkraals anzusetzen. Von den Wanderungen kleinen Stils, wie sie je nach der Jahreszeit und den lokalen Weideverhältnissen abhängen, sind jene ungeheuren Massenwanderungen zu unterscheiden, die der Springbock zu Zeiten der Dürre unternimmt. Der Strom der wandernden Springböcke...
Page 300 - Kuh. älbes, darf das Kind sich früh und abends melken. Tagsüber, wenn die Rinder auf der Weide sind, wird ihm aus dem gemolkenen Vorrat gegeben. Verheiratete bekommen von ihren Eltern bisweilen 4 — 5 Kühe in dieser Weise zugeteilt.
Page 301 - Es ist das ausschließliche Vorrecht der älteren Geschwister, die jüngeren beim Namen zu nennen. Die jüngeren Geschwister bezeichnen (anderen gegenüber sowohl wie in der Anrede) ihre älteste Schwester, die erste Respektsperson unter den Geschwistern, als ausis (i Terz fall.); die dann folgende oder folgenden werden *sir3-s (i Terz steig.) genannt.

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