Schriftsteller-lexikon oder biographisch-literärische denk-blätter der Siebenbürger Deutschen: bd. Neidel-Zultner. Nachträge und berichtigungen. Schluss-wort. 1871 [1876

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J. Gött & sohn Heinrich, 1871 - German literature
 

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Page 290 - Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel.
Page 151 - Vorfahren nicht schamrot werde . . . Die Zeit eilt. Ob der kranke Leib meinen willigen Geist ehrlich tragen werde, weiß ich nicht. Alle, die ich beleidigt habe, bitte ich um herzliche Verzeihung. Ich meinesteils gehe aus der Welt ohne Haß und bitte Gott, meinen Feinden zu verzeihen. Mein gutes Bewußtsein wird mich auf dem letzten Gange trösten. Gott sei mir gnädig, führe mich ins Licht, wenn ich im Dunkeln war, und lasse diese Voranstalten, die mich umgeben, eine Sühne...
Page 260 - ... daß in der Welt vielleicht mehr solche Zirkel sind, die mich unbekannt lieben und sich freuen, mich zu kennen, daß vielleicht in hundert und mehr Jahren, wenn auch mein Staub schon lange verweht ist, man mein Andenken segnet und mir noch im Grabe Tränen und Bewunderung zollt, dann, meine Teuerste, freue ich mich meines Dichterberufes und versöhne mich mit Gott und meinem oft harten Verhängnis.
Page 149 - Lieben Kinder! Ich bin eben zum Tode verurteilt worden und über 3 Stunden soll das Urteil an mir vollzogen werden. Wenn mich etwas schmerzt, so ist es der Gedanke an Euch, die Ihr ohne Mutter seid und nun auch den Vater verlieret. Ich aber kann dieser Macht, die mich zur Schlachtbank führet, keinen Widerstand leisten, sondern ergebe mich in mein Schicksal wie in einen Ratschluß Gottes, bei dem auch meine Haare gezählet sind.
Page 139 - Schulkinder, wie sie sich wohlanständig verhalten sollen im Hause, in der Schule, in der Kirche, auf Reisen oder Spazierengehen, auf der Gasse, im gesammten Umgang, in der Einsamkeit und an besonderen Festtagen.
Page 150 - Vaters willen raten und helfen werden ... Das ungarische Findelkind, welches ich zur Aufziehung aufge-nommen, bitte ich ferner zu unterhalten. Nur wenn es die Eltern verlangen sollten, hätten sie ein näheres Recht dazu. Ich habe ohnedem keines mehr auf dieser Welt. Meiner Meschner Kirchenkinder, meiner Nimescher gedenke ich in Liebe. Lasse Gott diese Gemeinen reich an Früchten der Gott-seligkeit werden, wie Fruchtbäume, deren belastete Äste bis zum Boden hangen.
Page 150 - Der Nationalkörper ist zerschlagen, ich glaube an keine äußerliche Verbindung der Glieder mehr. Um so mehr wünsche ich die Erhaltung des Geistes, der einmal in diesen Formen wohnte.
Page 151 - Nachträglich muß ich noch ansetzen, daß ich weder im Leben noch im Tode ein Feind der ungarischen Nation gewesen bin.
Page 150 - Liebe habe ich geprediget und redliches Wesen. Mein Tod möge meinen ausgestreuten Worten in ihren Herzen einen um so größeren Nachklang verschaffen. Lebet wohl, lieben Leute! Mit meiner Nation habe ich es wohl gemeinet, ohne es mit den andern Nationen übel gemeinet zu haben.
Page 155 - Aufklärungen über die Auswanderung nach Siebenbürgen, und zwar in denjenigen Theil des Landes, welchen die Deutschen, insgemein Sachsen genannt, seit mehr als 700 Jahren...

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