Hermeneutik: Wahrheit und Methode

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Mohr, 1990 - Aesthetics - 494 pages

Die beiden im Titel durch ein unscheinbares > und“ verbundenen Begriffe bezeichnen ein bipolares Verhältnis angesichts des neuzeitlichen wissenschaftlichen Methodenbewusstseins. Gadamers Verständnis der Hermeneutik als Lehre des Verstehens schließt die Dimensionen der Selbst- und Welterfahrung ein. Innerhalb dieses weiten Horizonts widmet er sich den Erkenntniswegen in der Begegnung mit der philosophischen und literarischen Überlieferung. Insbesondere untersucht er fachwissenschaftliche Verfahren wie die Geschichtswissenschaft und deren Verwendung von Sprache. Gadamer insistiert auf der Reflexion von Begriffen, die z. B. bei der Beschreibung historischer Phänomene verwendet werden. Der Historiker unterwirft andernfalls seine Gegenstände den eigenen > Vorbegriffen“. Indem diese unweigerlich am Verstehen beteiligt sind, wäre es jedoch ebenso naiv, sie stillschweigend beiseite zu lassen. Vielmehr verlangt das Verstehen beispielsweise eines Textes, > die eigenen Vorbegriffe mit ins Spiel zu bringen, damit die Meinung des Textes für uns wirklich zum Sprechen gebracht wird“. Die Vorbegriffe sind, fernab bloßer Subjektivität, eine Brücke auf dem Weg zur Wahrheit. Ein Beispiel für sein hermeneutisches Verfahren im Umgang mit Literatur gab Gadamer 1973 mit Wer bin Ich und wer bist Du? Kommentar zu Paul Celans Gedichtfolge > Atemkristall“.

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