Beschreibung der Gemälde-Galerie des Freiherrn von Brabek zu Hildesheim, mit kritischen Bemerkungen und einer Abhandlung über die Kunst das Schöne in den Gemälden de Niederländischen Schule zu sehen

Front Cover
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 2 - Brabek zu Hildesheim mit kritischen Bemerkungen und einer Abhandlung über die Kunst, das Schöne in den Gemälden der Niederländischen Schule zu sehen.
Page 27 - Gegenstände außer dem Gemälde zu suchen: man muß nur gewisse allgemeine Ideen von den Farben, wodurch sich die Gegenstände in der Natur unterscheiden, mit zu dem Anblick der Gemälde hinzubringen und sich dann von der Wahrheit der Farbe eines jeden Gegenstandes im Gemälde durch den Contrast überzeugen.
Page 27 - Bildern eine einzelne Wange ansieht und das Uebrige bedeckt, so wird diese Wange vielleicht nicht als wahres Fleisch erscheinen; wenn man sie aber gegen die anderen Theile des Gesichts oder gar gegen Haare und Gewand hält, so macht sie den Eindruck von lebendigem Fleisch. Was ihn auch hier über alle diejenigen Maler setzt, welche durch bunte Farbenspiele zu gefallen und zu blenden gesucht haben, ist dies, daß er wirklich bezaubert, daß der Glanz seines...
Page 93 - Natur am öftersten aufmerksam. Geschäfte und Vergnügungen, alles, wodurch wir Begriffe bekommen oder gewisse Neigungen annehmen, beziehen sich nur auf Menschen, oder werden mit ihnen gemeinschaftlich unternommen und genossen. Also müssen von keiner Sache in der Natur so viele Elemente von Ideen bei uns vorhanden, auf keine...
Page 40 - ... Geist seines Zeitalters und die ungünstigen Verhältnisse, unter denen er auftrat, in Anschlag bringen. Um dieses besser zu beurtheilen, werfe man einen Blick auf die ihm vorhergehende holländische Schule. Hier herrschte in allen Theilen der Malerei ein falscher von dem Wesen der Kunst und der Natur abweichender Geschmack. Man erfand witzige Allegorien, die Niemand verstehen konnte, häufte eine Menge von Figuren ohne Zweck, Ausdruck und Ordnung auf einander, zeichnete verdrehete Stellungen,...
Page 27 - Natur wirklich angetroffen wird, das Licht an irgend einer Stelle im Gemälde hemmen, abspringen lassen und die einzelne Partie mit den übrigen nicht vermählen sollte, so wird sie so weit abgeändert, als es die Harmonie des Helldunkeln erfodert, ohne jedoch eine völlige Unwahrheit hervorzubringen. Dieser Harmonie zu Gefallen sind oft einige Theile dunkler und andere heller gehalten mit stärkeren Reflexen, als die Natur sie wirklich darbietet.
Page 26 - ... scheinen und darin nicht blos die Gegenstände, die in Augenschein gesetzt werden sollten, sondern auch die Gegenstände, die unbeschadet dem Augenschein entzogen und in Schatten gestellt werden konnten, zu unterscheiden sind. Ein Gemälde von Caravaggio frappirt, indem das Abstechende der lichten Massen von den dunkeln die Sehnerven stark rührt; aber diese Rührung hat etwas Schmerzhaftes, weil der Eindruck zu grell ist. Rembrandt's Gemälde hingegen thun den Sehnerven wohl. Licht und Schatten...
Page 37 - Zeiten^) bester verstand und fleißiger besorgte als in unseren Tagen. Noch mehr aber liegt der Grund in seiner vortrefflichen Behandlung. Er hatte durch eine lange Erfahrung so viel Sicherheit in seinen Grundsätzen und in seiner Hand bekommen, daß er die Farben wenig oder gar nicht vertrieb, sondern sie aufs Tuch gesetzt rein stehen ließ. Seine Lichter brachte er stets mit Massen von verschiedenen Farben hervor, die gut zu einander paßten und welche er pur und ungemischt auftrug. Wenn die erste...
Page 40 - ... Vergleichen mit der italienischen Kunst. Wir müssen nur, um ihn gehörig zu schätzen, den Geist seines Zeitalters und die ungünstigen Verhältnisse, unter denen er auftrat, in Anschlag bringen. Um dieses besser zu beurtheilen, werfe man einen Blick auf die ihm vorhergehende holländische Schule. Hier herrschte in allen Theilen der Malerei ein falscher von dem Wesen der Kunst und der Natur abweichender Geschmack. Man erfand witzige Allegorien, die Niemand verstehen konnte, häufte eine Menge...

Bibliographic information