F.M. Klingers werke ...

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G. Fleischer, 1832
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Page 16 - Freiheit und eigner Kraft dem Sklaven? Ewigkeit! Dauer! Schallt ein Sinn heraus? Was der Mensch fühlt, genießt und faßt, nur das ist sein, alles übrige ist Erscheinung, die er nicht erklären kann. Der Stier nutzt die Kraft seiner Hörner und trotzt auf sie, der Hirsch seine Leichtigkeit, dem Jäger zu entfliehen; ist das, was den Menschen unterscheidet, weniger sein? Ich hab...
Page vii - Und so findet der Leser in diesen Werken den rastlosen, kühnen, oft fruchtlosen Kampf des Edeln mit den von diesem Götzen erzeugten Gespenstern; die Verzerrungen des Herzens und des Verstandes; die erhabenen Träume; den thierischen, verderbten, den reinen und hohen Sinn; Heldenthaten und Verbrechen; Klugheit und Wahnsinn; Gewalt und seufzende Unterwerfung; und, um es mit einem Worte zu bezeichnen, die ganze menschliche Gesellschaft mit ihren Wundern und ihren...
Page 36 - ... allen natürlichen und himmlischen Verhältnissen, zweifelnd an der edlen Bestimmung seines Geschlechts, der Sinn der Wollust und des Genusses in ihm verdampft ist, er sich an nichts mehr halten kann und der innre Wurm erwacht...
Page 24 - Alles mißbraucht der Mensch, die Kraft seiner Seele und seines Leibes, alles, was er sieht, hört, betastet, fühlt und denkt, womit er spielt und womit er sich ernsthaft beschäftigt. Nicht zufrieden, das zu zertrümmern und zu verunstalten, was er mit den Händen fassen kann, schwingt er sich auf den Flügeln der Einbildungskraft in ihm unbekannte Welten und verunstaltet sie wenigstens in der Vorstellung. Selbst die...
Page iv - Werken zu entwerfen, und zwar so, daß jedes derselben ein für sich bestehendes Ganze ausmachte, und sich am Ende doch alle zu einem Hauptzweck vereinigten. Diese so sehr verschiednen Werke sollten meine aus Erfahrung und Nachdenken entsprungene Denkungsart über die natürlichen und erkünstelten Verhältnisse des Menschen enthalten, dessen ganzes moralische Daseyn umfassen, und alle wichtige Seiten desselben berühren.
Page 6 - Glücks der Menschen habe. Er nagte an dem Gedanken, wie und woher es käme, daß der fähige Kopf und der edle Mann überall unterdrückt, vernachlässigt sei, im Elende schmachte, während der Schelm und der Dummkopf reich, glücklich und angesehen wären. So leicht nun Weisen und Prediger diesen Zweifel zu heben wissen, so erbittert er gleichwohl, da sie nur zu dem Verstande reden und das Gefühl durch die tägliche Erfahrung verwundet wird, das Herz des Stolzen und schlägt den Sanftem nieder.
Page 22 - Vernehmt nun die Veranlassung zu dem Feste, das ich heute mit euch feiren will. Faust, ein kühner Sterblicher, der gleich uns mit dem Ewigen hadert und durch die Kraft seines Geistes würdig werden kann, die Hölle einst mit uns zu bewohnen, hat die Kunst erfunden, die Bücher, das gefährliche Spielzeug der Menschen, die Fortpflanzer des Wahnsinns, der...
Page 4 - Genug, um Glück in der Welt zu machen; aber da sie die gefährlichen Gaben strebende, stolze Kraft des Geistes, hohes, feuriges Gefühl des Herzens und eine glühende Einbildungskraft hinzufügte, die das Gegenwärtige nie befriedigte, die das Leere, Unzulängliche des Erhaschten in dem Augenblick des Genusses aufspürte und alle seine übrigen Fähigkeiten beherrschte, so verlor er bald den Pfad des Glücks, auf den nur Beschränktheit den Sterblichen zu führen scheint und auf welchem ihn nur...
Page 112 - Frankfurt führen, sie zu verkaufen, um die Gebühren zu bezahlen. Als er aus dem Hofe fuhr, kam der Haushofmeister des Bischofs und verlangte das Kalb für die fürstliche Tafel. Mein Mann stellte ihm seine...
Page 24 - Heiligtum verehrt hat? Er tanzt auf dem Grabe des Tyrannen, vor dem er noch gestern gezittert, zerschlägt gänzlich den Altar, auf dem er geopfert hat, wenn er einmal unternimmt, dem Weg zum Himmel auf seine Weise nachzuspähen. Wer mag ihren rastlosen Geist auf Jahrtausende fesseln? Vermag der, der sie geschaffen, nur einen sich so zuzueignen, daß er nicht millionenmal unserm Reiche näher als dem seinen sei?

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