Proklos und der epische cyclus

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Weidmannsche buchhandlung, 1891 - 633 pages
 

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Page 612 - S. 19!) n. t scharfsinnig begründet: 'ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass der SchifTscatalog überhaupt gedichtet worden wäre, wenn es anderswo bereits ein ähnliches Verzeichniss gegeben hätte'. Noch jüngst hat Wagner Rh. Mus. 1891 S. 403 eine Hypothese ersonnen, den Catalog der Bundesgenossen der Troer am Schlusse der Kyprien zn rechtfertigen, um der Identification desselben mit dem der Boiotia zu entfliehen. Seine Hypothese baut auf der Zuverlässigkeit des Proklos — und Talk mit...
Page 604 - Handbüchern konnten ja noch die Epenexcerpte rein und unverkürzt weiter fortbestehen — was zwar nicht sehr wahrscheinlich, da kein Bedürfniss mehr für sie vorhanden war, aber möglich ist; und möglich ist es ja auch, dass ein rechtschaffener Schulmann oder Gelehrter auf diese, als die ersten Quellen, zurückgriff. Merkwürdig bliebe dann aber doch, dass er so sehr gekürzt, dass er die Reinheit, auf die es ihm dann wohl hauptsächlich ankommen musste, durch Zusätze aus Homers...
Page 613 - Erkenntniss ist, meine ich, nicht viel zerstört — denn trauen durfte man auch bisher den Aussagen des Proklos nicht — aber viel gewonnen: stricter Nachweis seiner schon vermutheten Quelle, Befreiung von einer drückenden, nicht geachteten , aber nicht abgeschüttelten Autorität und eine neue, wenn auch kleinere, so doch sichere Grundlage der Forschung. Damit der Grad der Möglichkeit ermessen werden kann, die cyclischen Gedichte aus der in Rede stehenden, auf ein Handbuch zurückgehenden mythographischen...
Page 625 - Welt gekampft worden. Dann muss auch gefordert werden, dass der von Proklos gegebene Anfang des epischen Cyclus mit diesem Epos übereinstimme. Das ist aber nicht der Fall. Denn dieser behauptet, der epische Cyclus habe begonnen mit der Hochzeit des Himmels und der Erde. In der Titanomachie dagegen muss dieser eine andere Ehe vorausgegangen sein , da Ovcavoc der Sohn des ^ii^^c genannt wird (Frg.
Page 613 - Excerplen vorliegenden Apollodor so ähnlich war, wie ein Zwillingsbruder dem ändern. Mithin ist das schon längst als Quelle des Proklos vermulhete mythologische Handbuch als das apollodorische nachgewiesen. Damit ist die Autorität des Proklos gestürzt.
Page 595 - Epitome vorliegende Schluss der Apollodorischen Bibliothek jenem selbigen Handbuche zuzuerkennen. Wie könnte man sich auch ein solches Buch denken, das den wichtigsten und grössten Sagenkreis, den troischen, nicht behandelt hätte? Die lateinische Epitome dieses Compendiums, Hygin, giebt ihn ausführlich fab. 77 — 127. Auch dadurch wird dies grosse Handbuch als Quelle für den...
Page 610 - Menelaos bei Nestor, Achill auf Skyros, die erste Veranlassung zu seinem Zorn gegen Agamemnon, seine Begegnung mit Helena. Doch des Uebereinstimmenden bleibt genug, und manches hat Apollodor ebenso, aber wesentlich ausführlicher als Proklos. Einige markante Stellen mögen wieder ausgehoben werden, da der Augenschein am sichersten überzeugt. Die gravirende Interpolation aus der Ilias ist schon oben behandelt.
Page 605 - Um so mehr stärkt sich der Verdacht der engen Verwandtschaft derselben mit Apollodor. Nur eine genaue Untersuchung kann ihn beweisen oder widerlegen. Gehen wir also die einzelnen Abschnitte von der Telegonie nach den Kyprien zu durch und achten besonders auf die z. Th. schon von Wagner beobachteten häufigen wörtlichen Anklänge.
Page 598 - Memnon mit all seinen Folgen, wahrscheinlich macht. Die Penthesileasage ist jung1) und in sich abgeschlossen. Sie möchte daher wohl in einem einzelnen kleinen Epos besungen worden sein, wofür auch der Umstand geltend gemacht werden könnte, dass dasselbe so leicht und ohne weiteres an den letzten Gesang der Ilias angeschlossen worden ist.2) Zur Aithiopis aber gehört sie eben so wenig oder eben so sehr, wie zur Ilias.
Page 601 - Schlusse der apollodorischen Bibliothek ein solches Handbuch des troischen Sagenkreises. Das von Wagner publicirte Vaticanische Apollodorexcerpt ist leider am Anfange des troischen Krieges mager und lückenhaft und bricht mit dem Nostos des Menelaos ab. Dort ausführlicher und eben fortlaufend ist das Jerusalemer Excerpt, das PapadopulosKerameus mit Büchelers kritischer Beihilfe im Rheinischen Museum XLVI 1891 S. 165 ft'.

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