Die volkssagen der Altmark: mit einem anhange von sagen aus den übrigen marken und aus dem Magdeburgischen

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Nicolai, 1839 - Folklore - 146 pages
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Page 39 - Fuß; nach oben hin spitzt er sich zu. An der Vorderseite, wo ein Fahrweg dicht vorbeigeht, ist er glatt, an den übrigen Seiten aber ist er rauh und uneben; auch hat er dort mehrere Ritzen und Spalten. Früher hat ein ganzer Kranz von Steinen um ihn herum gestanden, davon sieht man aber jetzt nur noch wenige Spuren. Dieser Stein heißt der...
Page 48 - Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, stiebt.« »5 12 Du sollst nicht töten/ "Du sollst nicht ehebrechen.
Page 40 - Hochzeittag kam untcrdeß heran, und war auf den nächsten Dienstag bestimmt. Am Montage vorher, des Nachmittags, kamen, wie gebräuchlich, die Brautjungfern zu ihr, und putzten sie auf, und führten sie dann, so viel sie auch weinte und sich sträubte, mit Gewalt zu dem Wagen, in welchem sie nun, wie das Sitte ist, zu ihrem Bräutigam gefahren werden sollte. Ihre Verwandten und Bekannten begleiteten sie in vielen Wagen, und im hastigen Galopp eilten Alle nach Markau zu. Den vordersten Wagen fährt...
Page 41 - Bruder Asmus aber, der das hörte, schrie wüthend: Nein, du sollst nicht um, du sollst nach Markau. Fahrt zu, fahrt zu! Damit schlug er auf seine Pferde, und rief den Andern zu, daß sie desgleichen thun sollten. Aber Marlehnchen sprang von ihrem Sitze auf, und rief: Ich will lieber zum Steine...
Page 39 - Helene) hieß. Der Asmus war schon als Knabe ein Taugenichts, und nachher wurde er ein großer Bösewicht, der keine größere Freude hatte, als die Leute zu quälen. Seine Schwester Marlehnchen dagegen war ein gutes und gottesfürchtiges Mädchen, die von Jedermann geliebt wurde. Die jungen Bursche kamen von allen Seiten her und begehrten sie zur Frau. Sie mochte aber keinen von ihnen, und schlug alle ihre Anträge aus, denn sie hatte eine stille Liebschaft mit einem Knechte auf dem Nachbarhofe,...
Page 41 - Marlchnchen sprang von ihrem Sitze auf, und rief: Ich will lieber zum Steine werden, als daß ich über die Markauer Grenze komme! Mit diesen Worten stürzte sie sich oben über den Rand des Wagens und wurde auf der Stelle zu einem Steine. In dem Augenblicke ging die Sonne unter. — Um Mitternacht, wenn Vollmond ist, sieht man die bunten Brautbänder noch an dem Steine flimmern.
Page 40 - Burschen kamen von allen Seiten her und begehrten sie zur Frau. Sie mochte aber keinen von ihnen und schlug alle ihre Anträge aus, denn sie hatte eine stille Liebschaft mit einem Knechte auf dem Nachbarhofe, der ein frommer und fleißiger Mensch war, und nur leider keine Reichthümer hatte. Den hatte sie sehr lieb, wie er sie auch, und sie hatten geschworen, daß sie nicht von einander lassen wollten. Zuletzt kam auch der reiche Schulzensohn aus Markau als Freiersmann. Der ließ sich von Marlehnchen...
Page 25 - Gardflegen zusammenthaten , um sich seiner zu bemächtigen. Vermittelst der dahin führenden Pferdespuren fanden sie die Höhle: sie besetzten ihn darin, und ließen ihm die Wahl, sich zu ergeben oder zu verhungern. Der Räuber bequemte sich zu dem Ersteren, hat sich aber dabei ausbedungen, daß man ihn nicht auf eine schmähliche Weise zu Tode bringen möchte, wogegen er versprach, daß er von seiner bösen lebensart abstehen, auch dem heiligen Georg zu Ehren eine Kirche bauen wollte, um dadurch...
Page 39 - Taugenichts, und nachher wurde er ein großer Bösewicht, der keine größere Freude hatte, als die leute zu quälen. Seine Schwester Marlehnchen dagegen war ein gutes und gottesfürchtiges Mädchen, die von Jedermann geliebt wurde. Die jungen Bursche kamen von allen Seiten her und begehrten sie zur Frau. Sie mochte aber keinen von ihnen, und schlug alle ihre Anträge aus, denn sie hatte eine stille liebschaft mit einem Knechte auf dem Nachbarhofe, der ein frommer und fleißiger Mensch war, und nur...
Page 39 - Vorderseite, wo ein Fahrweg dicht vorbeigeht, ist er glatt, an den übrigen Seiten aber ist er rauh und uneben; auch hat er dort mehrere Ritzen und Spalten. Früher hat ein ganzer Kranz von Steinen um ihn herum gestanden, davon sieht man aber jetzt nur noch wenige Spuren. Dieser Stein heißt der lehneken- (lehnchen-) Stein, und man erzählt sich von ihm folgende Sage: Vor vielen Jahren wohnte in dem Dorfe Bonese eine Bauerfrau, die zwei Kinder hatte, einen Jungen, der hieß Asmus, und ein Mädchen,...

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