Die Regeln des Sprachspiels. Zu Ludwig Wittgensteins "Philosophische Untersuchungen"

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GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache), Note: 1,0, Humboldt-Universitat zu Berlin (Institut fur Philosophie), Sprache: Deutsch, Abstract: Wittgenstein geht es um das Sprechen, um die tagliche Interaktion als das allgegenwartige Spiel, und wie sich dieses strukturiert. Er nahert sich dem Phanomen der Sprache von innen," betritt ihr Spielfeld und fragt nicht, nach dem Was," welches die Diskurse hervorbringt und lenkt. Ihn interessieren zuvorderst die internen Funktionsweisen. Der Schwerpunkt der Hausarbeit wird deshalb auf der Struktur des Sprachspiels und seinen internen Mechanismen liegen. Diesbezuglich folgende Leitfragen: Inwieweit wird ein Spiel durch Regeln begrenzt? Was kann als eine Regel angesehen werden, und wie konstituieren sich die Regeln eines Spiels? Lassen sie sich beschreiben? Wie lasst sich Neues integrieren? Und welchen Unterschied gibt es in dieser Hinsicht zwischen einem Spiel, einem Sprachspiel und der Sprache allgemein? Ansatzpunkte bilden Wittgensteins Kommentare zu den Regeln und dem Regelhaften des Sprachspiels und zu dessen Grenzen. In diesem Zusammenhang halte ich allerdings auch eine kurze Einfuhrung in den Sprachspielbegriff Wittgensteins fur sinnvoll. Seine Bedeutungstheorie soll jedoch in diesem Kontext nicht ausfuhrlich behandelt werden. Es ergibt sich eine Schwierigkeit bei der Interpretation von Wittgensteins Spatphilosophie, die sich allerdings bei jeder Theorie uber die Sprache stellt: Instrument und Objekt fallen zusammen. Wittgenstein versucht dieser Schwierigkeit zu entkommen, indem er sich fast ausschliesslich auf konkrete Situationen bezieht. Aus diesem Grund lassen seine Zettelsammlungen" viel Raum fur die Interpretation. Dabei stellt sich die Frage, ob es legitim ist, Wittgensteins Spatphilosophie zu systematisieren, was dieser doch gerade vermeiden wollte. Doch fur eine Auseinandersetzung ist es meiner Ansicht nach unumganglich. In diesem Si
 

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Contents

Einleitung S
1
Sprachspiel S
2
Eine Sprache erfinden S
4
Spiele und Sprachspiele S
5
Sprachspiel der Benennung S
6
Regeln im Spiel S
7
Mit Sprache spielen S
11
Grenzen S
13
Resümee S
14
Literaturverzeichnis S
16
Copyright

Common terms and phrases

Popular passages

Page 12 - Die fundamentale Tatsache ist hier: daß wir Regeln, eine Technik, für ein Spiel festlegen, und daß es dann, wenn wir den Regeln folgen, nicht so geht, wie wir angenommen hatten. Daß wir uns also gleichsam in unsern eigenen Regeln verfangen. Dieses Verfangen in unsern Regeln ist, was wir verstehen, dh übersehen wollen.
Page 2 - Etwa Behauptung, Frage und Befehl? - Es gibt unzählige solcher Arten: unzählige verschiedene Arten der Verwendung alles dessen, was wir „Zeichen", „Worte", „Sätze", nennen. Und diese Mannigfaltigkeit ist nichts Festes, ein für allemal Gegebenes; sondern neue Typen der Sprache, neue Sprachspiele, wie wir sagen können, entstehen und andre veralten und werden vergessen.
Page 13 - Zu sagen >Diese Wortverbindung hat keinen Sinn< schließt sie aus dem Bereich der Sprache aus und umgrenzt dadurch das Gebiet der Sprache. Wenn man aber eine Grenze zieht, so kann das verschiedenerlei Gründe haben. Wenn ich einen Platz mit einem Zaun, einem Strich, oder sonst irgendwie umziehe, so kann das den Zweck haben, jemand nicht hinaus, oder nicht hinein zu lassen; es kann aber auch zu einem Spiel gehören, und die Grenze soll etwa von den Spielern übersprungen werden; oder es kann andeuten,...
Page 2 - Wir können uns auch denken, daß der ganze Vorgang des Gebrauchs der Worte in (2) eines jener Spiele ist, mittels welcher Kinder ihre Muttersprache erlernen. Ich will diese Spiele »Sprachspiele* nennen, und von einer primitiven Sprache manchmal als einem Sprachspiel reden.
Page 13 - Wie ist denn der Begriff des Spiels abgeschlossen? Was ist noch ein Spiel und was ist keines mehr? Kannst du die Grenzen angeben? Nein. Du kannst welche ziehen: denn es sind noch keine gezogen. (Aber das hat dich noch nie gestört, wenn du das Wort "Spiel...
Page 2 - Ich werde auch das Ganze: der Sprache und der Tätigkeiten, mit denen sie verwoben ist, das »Sprachspiel
Page 5 - Augustinus beschreibt, könnten wir sagen, ein System der Verständigung; nur ist nicht alles, was wir Sprache nennen, dieses System. Und das muß man in so manchen Fällen sagen, wo sich die Frage erhebt: „Ist diese Darstellung brauchbar, oder unbrauchbar?
Page 12 - Daß da ein Mißverständnis ist, zeigt sich schon darin, daß wir in diesem Gedankengang Deutung hinter Deutung setzen; als beruhige uns eine jede wenigstens für einen Augenblick, bis wir an eine Deutung denken, die wieder hinter dieser liegt. Dadurch zeigen wir nämlich, daß es eine Auffassung einer Regel gibt, die nicht eine Deutung ist; sondern sich, von Fall zu Fall der Anwendung, in dem äußert, was wir 'der Regel folgen', und was wir 'ihr entgegenhandeln
Page 11 - Wir können uns doch sehr wohl denken, daß sich Menschen auf einer Wiese damit unterhielten, mit einem Ball zu spielen, so zwar, daß sie verschiedene bestehende Spiele anfingen, manche nicht zu Ende spielten, dazwischen den Ball planlos in die Höhe würfen, einander im Scherz mit dem Ball nachjagen und bewerfen etc. Und nun sagt Einer: Die ganze Zeit hindurch spielen die Leute ein Ballspiel, und richten sich daher bei jedem Wurf nach bestimmten Regeln. Und gibt es nicht auch den Fall, wo wir spielen...

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