Prokop: Gothenkrieg

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Dyk'sche Buchhandlung, 1903 - History - 398 pages
 

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Page 125 - Heruler, unter anderen auch Rodulf; die übrigen flohen in völliger Auflösung, ohne an Gegenwehr zu denken. Auch auf der Flucht wurden noch sehr viele von den nachsetzenden Feinden niedergemacht, und nur wenige entkamen.
Page 286 - Reihe sind, gehen, sobald es dunkel geworden ist, in ihre Wohnungen und legen sich schlafen, bis der Führer des Zuges sie weckt. Vor Mitternacht merken sie nämlich, wie es an ihre Türen klopft und hören die Stimme eines Unsichtbaren, die sie an die Arbeit ruft. Sogleich stehen sie, ohne sich zu besinnen, von ihrem Lager auf und begeben sich an den Strand, einem gewissen Zwange folgend, über dessen Art sie sich nicht Rechenschaft geben können. Dort finden sie Kähne vor, zur Abfahrt bereit,...
Page 5 - Iusignien des Kaisers anzunehmen, hielt er nicht für angezeigt, sondern ließ sich zeitlebens „König" nennen — so pflegen nämlich die Barbaren ihre Heerführer zu bezeichnen — : in Wirklichkeit war das Verhältnis seiner Untertanen zu ihm ganz wie zu einem Kaiser. Seine gewaltige Hand sorgte für Gerechtigkeit allerwegen und war ein starker Schirm für Recht und Gesetz. Vor Einfallen benachbarter Barbaren bewahrte er sein Land; seine Weisheit und Tapferkeit waren gefürchtet und geehrt weit...
Page 282 - Baum sitzen, der laut krächzte. Ob er nun die Stimme des Vogels verstand oder sonst irgend eine Ahnung hatte und nun so tat, als könne er die Weissagung des Vogels deuten — kurz, er erklärte seinen Begleitern, er werde am vierzigsten Tage sterben, denn das bedeute die Stimme des Vogels.
Page 124 - Iahre hindurch ganz ruhig. Das konnten sie aber nicht länger aushalten : sie überhäuften ihren König Rodulf mit Vorwürfen, nannten ihn einen weibischen Schwächling, beschimpften und verhöhnten ihn auf die schamlofeste Weise.
Page 368 - Wenn dagegen der Schild getroffen ist, so hängt der Speer von demselben herab und bewegt sich gleichzeitig mit demselben, und das unterste Ende schleppt am Boden nach. Der Betroffene kann den Speer nicht herausziehen wegen der eingedrungenen Haken und auch nicht abhauen, da das Holz durch das umgelegte Eisen geschützt ist. Sieht das der Franke, so springt er schnell darauf und tritt auf den Lanzenschaft, so dass der Schild herabgedrückt wird, die Hand des Eigentümers nachgeben muss und Kopf wie...
Page 128 - Opfer dar, auch von Tieren; das herrlichste Opfer aber ist ein Mensch, und zwar der erste Kriegsgefangene. Diesen opfern sie dem Kriegsgott, der ihr oberster Gott ist. Solche Menschenopfer bringen sie nicht nur blutig dar, sondern sie hängen den Kriegsgefangenen auch an ein Holz oder werfen ihn in die Dornen oder bringen ihn auf andere höchst martervolle Weise um.
Page 6 - Haaresbreite geringer als irgend einer von denen, welche sonst diese Würde bekleidet haben, obgleich es dem menschlichen Charakter zu widersprechen scheint, liebten und verehrten ihn...
Page 178 - Platz ein durch ihren Reichtum und ihre Schönheit. Einst begab sie sich ins Bad, herrlich geschmückt und von einem zahlreichen Gefolge umgeben. Dort erblickte sie Ildibads Gemahlin, mit dürftigen Gewändern angetan, denn noch war Ildibad arm, da er lein königliches Einkommen hatte.
Page 178 - Ehrfurcht zu bezeigen, unterließ sie dies und beleidigte sie noch obendrein durch geringschätzige Blicke. Ildibads Gattin empfand die ihr angetane Schmach sehr tief, trat weinend zu ihrem Gemahl und verlangte von ihm, er solle sie an Urajas Gattin rächen.

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