Gesammelte Aufsätze zur Geschichte und Kritik der neueren Musik

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Kahnt, 1888 - Music - 235 pages
 

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Page 40 - Vper seit so langer Zeit entstellen und aus diesem großartigsten und schönsten, das lächerlichste und langweiligste aller Schauspiele machen.
Page 100 - Seufzer steigen um ihn her als Nebeldunst! Da der Sonnenstrahl der Freiheit seine Tage nicht erhellt, Gibt er, statt des Weltenbildes, nur ein Bild des Bilds der Welt.
Page 32 - Genuas an den Werken der Tonkunst zu haben, wenn sie sich eine gründliche Kenntni'ss der Harmonie und ihrer Gesetze erworben haben wird?
Page 40 - Oper entstellen, und aus diesem grossartigsten und schönsten das lächerlichste und langweiligste aller Schauspiele machen." ,,Ich wollte die Musik auf ihre wahre Aufgabe beschränken, der Poesie zum Behnfe des Ausdruckes der Worte und der Situation des Gedichtes zu dienen, ohne die Handlung zu unterbrechen, oder diese durch unnütze überflüssig...
Page 40 - Als ich es unternahm, die Musik zur Alceste zu komponieren, nahm ich mir vor, diese Musik ganz und gar von allen jenen Mißbräuchen zu befreien, welche durch eine übel verstandene Eitelkeit der Sänger oder durch eine zu große Gefälligkeit der Tonsetzer eingeführt, seit so langer Zeit die italienische Oper entstellen und aus dem glänzendsten und schönsten Schauspiele das lächerlichste und langweiligste machen. Ich wollte die Musik auf ihre wahre Aufgabe beschränken, der Poesie zum Behufe...
Page 41 - Erfindung irgend einer Neuheit galt mir nur dann etwas, wenn sie sich natürlich aus der Situation und aus dem Ausdrucke ergab , und ich trug niemals ein sonderliches Bedenken, der Wirkung zu Liebe auch wohl eine Regel aufzuopfern.
Page 33 - ... aus. Wie, wenn sie auf dem jetzt erwähnten Wege Gefahr liefe, sich um Alles, oder doch den grössten Theil dieses Wohlthätigen zu bringen? Glauben Sie nicht, dass ich zu den Schwärmern gehöre, welche das Denken den Tod des Gefühls nennen, aber dass der reine Genuss an einem Kunstwerk aufhört, wenn man über die Mittel und Wege, wodurch man gerührt wurde, grübelt, das ist nur allzugewiss. Aller Genuss in unserem Leben ist mehr oder weniger Traum, und man darf nicht wachen, um zu träumen".
Page 67 - ... erweckt. Wenn die späteren grossen Operncomponisten weit mehr als Gluck Phantasie und Empfindung beschäftigen, so ist doch fast Keiner, welcher diese Mässigung, diese Beherrschung, diesen stets auf das Ganze gerichteten Blick, diese verständige Klarheit zeigte. Gluck hat zuerst Charaktere geschaffen im dichterischen Sinne, durch bestimmte Umrisse begrenzte Gestalten musikalisch dargestellt und die Musik zu solcher Schärfe der Charakteristik zugespitzt.
Page 114 - Nation wird, fürchte ich, bei den großen Bewegungen der Gegenwart die Tonkunst fallen lassen, wenn diese allzulange säumt, einen höheren Flug zu nehmen und sich den geistigen Bestrebungen der Zeit anzuschließen. Ist es nicht das deutlichste Zeichen, daß gerade Viele der liberalen Partei unserer Kunst feindlich gesinnt sind, und sie häufig als unbrauchbar bei einer neuen Gestaltung der Dinge bezeichnen? — Um so dringender ist die Mahnung, nicht immer neue Nahrung aus der Vergangenheit zu...
Page 91 - Diehterschule , welche in die deutsche Vorzeit zurückversetzte, das Vaterländische, zum Theil auch aus Opposition gegen Goethe, entschieden vertrat, ohne aber lebendiger Ausdruck der Nationalität zu sein, sondern etwas künstlich Gemachtes nicht verbergen konnte, und durch Reflexion vermittelt war, jene romantische Dichterschule, welche bald auch in Spohr, Weber, Marschner ihr Gegenbild fand. Eine wahrhafte Erfassung des Nationalen im höchsten Sinne, wie sie Beethoven prophetisch vorausnahm,...

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