Dichter und Helden

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Popular passages

Page 18 - Aber weh ! es wandelt in Nacht, es wohnt, wie im Orkus, Ohne Göttliches unser Geschlecht. Ans eigene Treiben Sind sie geschmiedet allein, und sich in der tosenden Werkstatt Höret jeglicher nur und viel arbeiten die Wilden Mit gewaltigem Arm, rastlos, doch immer und immer Unfruchtbar, wie die Furien, bleibt die Mühe der Armen.
Page 22 - Werden versteh', und wenn die reißende Zeit mir Zu gewaltig das Haupt ergreift und die Not und das Irrsal Unter Sterblichen mir mein sterblich Leben erschüttert, Laß der Stille mich dann in deiner Tiefe gedenken.
Page 22 - Aber du, unsterblich, wenn auch der Griechengesang schon Dich nicht feiert, wie sonst, aus deinen Wogen, o Meergott! Töne mir in die Seele noch oft, daß über den Wassern Furchtlosrege der Geist, dem Schwimmer gleich, in der Starken Frischem Glücke sich üb', und die Göttersprache, das Wechseln Und das Werden versteh...
Page 14 - Gestade bekränzt, und immer suchen und missen, Immer bedürfen ja, wie Heroen den Kranz, die geweihten Elemente zum Ruhme das Herz der fühlenden Menschen.
Page 15 - Die Wange heitert wie der Mund, Ein jeder ist an seinem Platz unsterblich: Sie sind zufrieden und gesund. Und so entwickelt sich am reinen Tage Zu Vaterkraft das holde Kind. Wir staunen drob; noch immer bleibt die Frage: Ob's Götter, ob es Menschen sind? So war Apoll den Hirten zugestaltet, Daß ihm der schönsten einer glich; Denn wo Natur im reinen Kreise waltet, Ergreifen alle Welten sich.
Page 78 - Nährerin im zorne Nicht mehr sich mischend neigt am untern borne • In einer weltnacht starr und müde pocht: So kann nur einer der sie stets befocht 33 Und zwang und nie verfuhr nach ihrem rechte Die hand ihr pressen • packen ihre flechte • Dass sie ihr werk willfährig wieder treibt: Den leib vergottet und den gott verleibt.
Page 23 - ... auswahl aus der geschichte. Nicht nur durch gestalt und willen ihrer eigentlichen führer hebt sie sich ab: auch durch die Vergangenheit die ihr noch lebt, die ihr noch kraft ist (nicht Stoff), zustand (nicht gegenstand), Wirkung (nicht wissen). Sowenig wie die natur und die gegenwart ist die geschichte und die Vergangenheit nur zum schauen und hinnehmen da, sondern vor allem zum wählerischen umschaffen...
Page 21 - Othem Wieder, wie vormals oft, bei Hellas blühenden Kindern, Wehet in neuer Zeit und über freierer Stirne Uns der Geist der Natur, der fernherwandelnde, wieder Stilleweilend der Gott in goldnen Wolken erscheinet.
Page 13 - Dionysos selbst ist ja nur das oberste Sinnbild des Weltgefühls das uns, aktiv oder passiv, einbezieht in alles was da schwillt und reift, wird und welkt. Die besondre Farbe worin Hölderlin die so gefüllte Welt sah wird, wie gesagt, bestimmt durch Vorstellungen seiner apollinischen Bildung.
Page 31 - Jezt erst ist der grosse mensch der gesamtheit notwendig . . er war ihr nicht notwendig, er war nur das zeichen und die folge, nicht die bedingung der kultur, solang kultur und natur kein gegensatz waren. Jezt muss er immer von zeit zu zeit kommen, um erstarrte oder gehöhlte Überlieferung mit neuem urgehalt zu sprengen oder zu füllen, oder um ein chaos zu gestalten: in beiden fällen hat er natur und kultur zu vereinen durch sein werk oder durch sein wesen, kurz das gesamtmenschtum in sich zu...

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