Euphrosyne. Christiane Amalie Louise Becker, geb. Neumann (1778-1797)

Front Cover
G. Barth, 1871 - 72 pages
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 40 - Schon zieht michs dahin in schwankendem Eilen. Einen Wunsch nur vernimm, freundlich gewähre mir ihn: Laß nicht ungerühmt mich zu den Schatten hinabgehn; Nur die Muse gewährt einiges Leben dem Tod. Denn gestaltlos schweben umher in Persephoneias Reiche massenweis Schatten vom Namen getrennt. Wen der Dichter aber gerühmt, der wandelt, gestaltet, Einzeln, gesellt dem Chor aller Heroen sich zu. Freudig tret ich einher, von deinem Liede verkündet, Und der Göttin Blick weilet gefällig auf mir.
Page 38 - Jahre folgen auf Jahre, dem Frühlinge reichet der Sommer, Und dem reichlichen Herbst traulich der Winter die Hand, Felsen stehen gegründet, es stürzt sich das ewige Wasser Aus der...
Page 40 - Seh ich als Schwestern sie an, und trete würdig zu ihnen, Denn der tragischen Kunst holde Geschöpfe sind sie. Bildete doch ein Dichter auch mich! und seine Gesänge, Ja sie vollenden an mir, was mir das Leben versagt.
Page 26 - Drohtest mit grimmiger Glut den armen Augen." Bei der Hauptprobe von „König Johann" zeigte Christiane nicht genug Entsetzen vor dem glühenden Eisen; ungeduldig hierüber riß Goethe dem Darsteller des Hubert das Eisen aus der Hand und stürzte mit solch grimmigem Blick auf das Mädchen zu, daß dieses entsetzt und zitternd zurückwich und ohnmächtig zu Boden sank. Erschrocken kniete nun Goethe zu ihr nieder, nahm sie in seine Arme und rief nach Wasser. Als sie die Augen wieder aufschlug, lächelte...
Page 37 - Klein erscheinet es nun, doch ach! nicht kleinlich dem Herzen; Macht die Liebe, die Kunst jegliches Kleine doch groß. Denkst du der Stunde noch wohl, wie auf dem Brettergerüste Du mich der höheren Kunst ernstere Stufen geführt?
Page 50 - Mein Kind! rief er aus, mein Kind! Du bist ja mein! Wenn dich das Wort trösten kann. Du bist mein! Ich werde dich behalten, dich nicht verlassen! —Ihre Tränen flössen noch immer. — Endlich richtete sie sich auf. Eine weiche Heiterkeit glänzte von ihrem Gesichte. — Mein Vater! rief sie, du willst mich nicht verlassen! willst mein Vater sein! — Ich bin dein Kind!
Page 26 - Mädchen zustürzte, daß es entsetzt und zitternd zurückwich und ohnmächtig zu Boden sank. „Erschrocken kniete nun Goethe zu ihr nieder, nahm sie in seine Arme und rief nach Wasser. Als sie die Augen wieder aufschlug, lächelte sie ihm zu, küßte seine Hand und bot ihm dann den Mund."22 Sechs Jahre später wurde sie zu Grabe getragen, und Goethe gab ihr den unverlöschbaren Namen. „Und belebtest in mir britisches Dichtergebild", heißt es in seinem Gedichte . . . Die „Belebung...
Page 32 - Eine solche Ableitung und Zerstreuung war nöthig, da mich die traurigste Nachricht mitten in den Gebirgen erreichte. Christiane Neumann, verehlichte Becker, war von uns geschieden; ich widmete ihr die Elegie Euphrosyne. Liebreiches, ehrenvolles Andenken ist alles was wir den Todten zu geben vermögen.
Page 58 - Stücke hauen können? sodaß nur noch die Urne einzeln aufgesetzt zu werden brauchte. Das Ganze wird aus Seeberger Stein. Wollten Sie mir wohl anzeigen wie viel Sie für diese Arbeit verlangten, den Transport bis Weimar eingeschlossen, wobey es denn wünschenswerth wäre daß Sie selbst beym Aufstellen gegenwärtig wären. Der ich recht wohl zu leben wünsche und mich geneigtem Andenken empfehle. Weimar am 18. April 1799. Goethe Ich überlasse Ew. Wohlgeb. ob Sie etwa ein Modell oder eine Zeichnung...
Page 29 - Ich fürchte mich, und doch will ich es wagen. Komm ich hinab und breche nicht den Hals, So weiß ich, wie ich Raum zur Flucht erwerbe: So gut, ich sterb und geh, als bleib und sterbe.

Bibliographic information