Die homerische Odyssee in der ursprünglichen sprachform wiederhergestellt von A. Fick. (Beitr. zur kunde d. indogerm. sprachen. Suppl. bd.).

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1883 - 330 pages
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Page 5 - S. 5, ist von äolischen Dichtern ursprünglich in rein äolischer Mundart verfasst. Mittelpunkt dieser Kunstübung war das äolische Smyrna, Träger derselben ein bestimmtes Geschlecht, eine kastenartige Innung, welche vielleicht schon damals den Namen 'OfirjQidai führte.
Page 7 - ... des äolischen dialectes, dasselbe aber in der zeit zwischen Homer und Kallinos eingebüsst hätten, eine annähme, die sich zwar aus mangel an uralten quellen des ionischen dialectes nicht widerlegen lässt, aber schon dadurch äusserst unwahrscheinlich wird, dass auch den Attikern das digamma völlig mangelt, dieser laut also dem ionischen stamme schon vor der Wanderung der lonier nach Kleinasien gefehlt zu haben scheint. Der beweis für den äolischen Ursprung der homerischen gedichte, welcher...
Page 5 - ... gedichte, wo der stamm noch alles und das volk noch nichts bedeutet, ist die sage noch nicht, wie in späteren Zeiten, gesammtgut der nation und immerhin bleibt es die natürliche annähme, welche man nur um zwingender gegengründe willen aufgeben wird, dass jeder stamm seine eigenen sagen singe. Der eigentliche beweis freilich für den äolischen Ursprung der homerischen gedichte kann nur in der spräche derselben liegen. Da ist es denn zunächst das digamma, welches uns verbietet Homer als...
Page 7 - ... ganz merkwürdige Studien der äolischen muudart gemacht hätten, Studien, um die ein jetziger philologe sie beneiden könnte. Die ausflucht, dass ionische dichter die hiaten des digamma nach äolischen epen, die uns verloren gegangen , copiert oder formein einer älteren äolischen epik adoptirt hätten, wird dadurch abgeschnitten, dass die homerischen gedichte das digamma nicht bloss in stereotypen formein sondern ebensowohl in originaler dichtung beobachten. Es bleibt nur noch die ausrede...
Page 7 - ... von den alten loniern häufiger so verwendet wurde, und daraus den schluss ziehen, dass ihr dialect zu der lautgemässen Verwendung des / keinen anlass bot, also kein digamma besass. Wenn wir nun einen laut, welcher den loniern schon in uralter zeit abhanden gekommen, in den homerischen gedichten noch in vollem leben antreffen, so ist damit der ionische Ursprung dieser gedichte ausgeschlossen, man müsste sonst annehmen, dass ionische manner zum zwecke epischer dichtung ganz merkwürdige Studien...
Page 22 - ... durch das ionische ersetzten. Auch die übrigen namhaften epiker waren ausser Arktinos von Milet, der übrigens viel zu hoch angesetzt wird, keine lonier. Hesiods vater wanderte, wie uns Hesiod WT 633 f. selbst berichtet, aus dem äolischen Kyme nach Askra in Böotien und dort lebte Hesiod. Wie nun ein aus Kyme stammender in Böotien wohnender mann dazu kommen sollte, ionisch zu dichten, oder vielmehr seiner äolischen mundart einige unpassende ionische r¡ aufzuheften, ist doch rein unbegreiflich....
Page 22 - Chios ausgewandert sein; dort wurden sie natürlich lonier und gaben ebenso natürlich ihrem altererbten liederschatze eine äusserlich ionische gewandung, indem sie das digamma fallen Hessen und wo es anging das äolische wort durch das ionische ersetzten. Auch die übrigen namhaften epiker waren ausser Arktinos von Milet, der übrigens viel zu hoch angesetzt wird, keine lonier. Hesiods vater wanderte, wie uns Hesiod WT 633 f. selbst berichtet, aus dem äolischen Kyme nach Askra in Böotien und...
Page 5 - Dagegen fehlte das digamma den loniern aller Wahrscheinlichkeit nach bereits zu den Zeiten Homers (850 v. Chr. nach Herodot). Wenigstens findet sich bei den ältesten ionischen dichtem Kallinos, Mimnernos, Archilochos, ebensowenig, wie in den ältesten ionischen inschriften eine sichere spur des digamma als eines noch gesprochenen lautes, aus inneren hiaten wie...
Page 8 - Man kann freilich annehmen, dass äolischer accent hier nur darum gesetzt wurde, weil man die angeführten formen als äolische erkannte, jedoch steht auch der annähme einer ächten Überlieferung nichts im wege. Jedenfalls ist die jetzt übliche accentuierung der homertexte werthlos, weil sie ohne rücksicht auf den Ursprung der homerischen Sprache dieser die ionisch-attische betonung giebt. Die äolische p si lo se ist überliefert für...
Page 5 - ... rhapsode den auf Délos versammelten loniern vortrug. Für den äolischen Ursprung der homerischen gedichte spricht zunächst der inhalt derselben. Beide behandeln äolische sagen, insbesondere fasst die Ilias die gesammte ältere stammesgeschichte der Aeoler Kleinasiens zu einem grossartigen gesammtbilde zusammen, indem sie die eroberung der Troas durch die Achäer, die' vorväter der Aeoler poetisch verherrlicht.

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