Multatuli Max Havelaar

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Bruns, 1901 - Dutch fiction - 355 pages
 

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Page 143 - Auf Flügeln des Gesanges, Herzliebchen, trag ich dich fort, Fort nach den Fluren des Ganges, Dort weiß ich den schönsten Ort. Dort liegt ein rotblühender Garten Im stillen Mondenschein ; Die Lotosblumen erwarten Ihr trautes Schwesterlein. Die Veilchen kichern und kosen, Und schaun nach den Sternen empor; Heimlich erzählen die Rosen Sich duftende Märchen ins Ohr. Es hüpfen herbei und lauschen Die frommen, klugen Gazelln; Und in der Ferne rauschen Des heiligen Stromes Welln. Dort wollen wir...
Page 342 - Sprachen, die ich lernen kann, um von Europa zu fordern, was ich fruchtlos in Niederland gesucht. Und in allen Hauptstädten wird das Volk Lieder singen mit dem Refrain: Es liegt ein Raubstaat an der See, Zwischen Ostfriesland und der Scheide!
Page 78 - ... manchmal an eine Windmühle. Er glühte von unersättlichem Ehrgeiz, der ihm allen herkömmlichen Unterschied im gesellschaftlichen Leben als nicht bestehend erscheinen liess, und doch lag ihm das grösste Glück in einem ruhigen, häuslichen, abseitsliegenden Leben. Dichter im höchsten Sinne des Wortes, erträumte er sich Sonnensysteme aus einem Funken, bevölkerte sie mit Geschöpfen seiner Erfindung, fühlte sich Herr einer Welt, die er selbst ins Leben gerufen... und doch konnte er gleich...
Page 77 - Er war schnell im Begreifen, erfasste sogleich das Höchste, Verwickeltste , spielte gern mit der Lösung schwieriger Fragen, wandte dafür alle Mühe, alles Studium, alle Kraftanstrengung auf... und manchmal begriff er doch die einfachste Sache nicht, die ein Kind ihm hätte auslegen können. Voll Liebe für Wahrheit und Recht, vernachlässigte er manchmal seine einfachsten, nächstliegenden Pflichten, um ein Unrecht wieder gut zu machen, das höher oder ferner oder kann im politischen Bereich der...
Page 108 - Und warum hören wir die Gamelang nicht, die mit kupfernem Munde Freude verkündet, und warum hören wir nicht Eure Töchter den Reis stampfen? Thut es nicht wehe, von hier zur Südküste zu reisen und Berge zu sehen, welche kein Wasser tragen auf ihren Flanken, oder Flächen zu sehen, wo nie ein Büffel den Pflug zog? Ja, ja, ich sage Euch, dass Eure und meine Seele darüber tief betrübt sind, und darum seien wir Allah dankbar, dass er uns die Macht gab, um hier zu wirken und zu schaffen. Denn...
Page 338 - Euer Excellenz nicht die Gelegenheit angenommen haben, dieser Irreführung zu entgehen, begreife ich nicht. Morgen gehen Euer Excellenz von hier, und ich mag selbe nicht verziehen lassen, ohne noch einmal gesagt zu haben, dass ich meine Pflicht gethan habe, ganz und gar meine Pflicht, mit Einsicht, mit Bescheidenheit, mit Menschlichkeit, mit Milde und mit Mut.
Page 339 - ... einmal bitte ich um einen Augenblick Gehör, sei es diese Nacht, sei es morgen früh! Und wiederum fordere ich dieses nicht für mich, sondern um der Sache willen, die ich vertrete , der Sache der Gerechtigkeit und Menschlichkeit, die gleichzeitig die Sache wohlerfasster Politik ist.
Page 171 - jemand« gen Himmel fuhr, sagte Tine schalkhaft. — Nein, das ist Bemogelei ! rief Duclari. Wir müssen wissen, warum Sie diesen Truthahn . . . weggenommen hatten. — Nun, weil ich Not litt, und das war des Generals Vandamme Schuld, der mich suspendiert hatte.
Page 60 - Nichts ist also alltäglicher, als dass hunderte von Familien aus weiter Entfernung aufgerufen werden, ohne Bezahlung Felder zu bearbeiten, die dem Regenten gehören. Nichts ist alltäglicher als die unbezahlte Lieferung von Lebensmitteln zum Unterhalt der Hofhaltung des Regenten. Und so der Regent ein gefälliges Auge werfen mag auf das Pferd, den Büffel, die Tochter, die Frau des geringen Mannes, würde man es unerhört finden, wenn dieser die bedingungslose Verzichtleistung auf den begehrten...
Page 115 - ... wo die Tochter geraubt war aus dem Hause der Mutter, suchte er den Dieb und brachte die Tochter wieder. Und wo man gearbeitet hatte, vorenthielt er den Lohn nicht, und er nahm die Früchte denen nicht ab, die den Baum gepflanzt hatten. Er kleidete sich nicht mit dem Kleide, das andere decken musste, noch nährte er sich mit Nahrung, die dem Armen gehörte.

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