Cholera-Regulativ

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R. Oldenbourg, 1866 - 30 pages
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Page 23 - ... Truppen, auf möglichst trockenem, compactem Boden; die Ausleerungen und die Effecten der Kranken sind auch hier strengstens nach Anweisung S. 438 bis 446 zu behandeln. b) Die Diarrhöekranken sollen, wenn es die Verhältnisse gestatten, gleichfalls ausgeschieden und in besondere Beobachtungs-Stationen gebracht werden zum Behufe ihrer Heilung (Verhütung des Ausbruches der Cholera) unter steter Desinfection ihrer Ausleerungen mit Eisenvitriol. — Wo die Verhältnisse dies nicht gestatten, sollen...
Page 23 - ... erscheint, sollte wenigstens nur der freie Stadttheil von den Truppen eingenommen und denselben das Betreten des befallenen Theiles strenge untersagt werden. — Wenn zu einem Truppentheil Ersatzmannschaften oder andere Truppen stossen, die aus Choleragegenden kommen (wenn sie gleich nicht dafür gelten, dass sie die Krankheit mit sich führen), so ist es räthlich, die neuhinzukommenden zuerst in einem abgesonderten Lager mindestens 14 Tage zu halten, dort einer anhaltenden ärztlichen Beobachtung...
Page 17 - Durchgängigkeit des Bodens für Wasser und Luft, dessen wechselnder Wassergehalt und die Imprägnirung mit organischen stickstoffhaltigen verwesenden Stoffen den grössten Einfluss.
Page 16 - ... Kanälen auf die Gegenwart von kohlensaurem Ammoniak prüfen, so befeuchtet man einen Streifen Curcumapapier mit destillirtem Wasser, legt ihn bis zur Hälfte seiner Länge zwischen zwei Glasplättchen , und setzt ihn an dem freiliegenden Theile einige Minuten der Einwirkung der zu prüfenden Luft aus.
Page 19 - Nahrung sei zwar mässig, aber kräftig. Eine der Verdauungskraft angemessene und wohl zubereitete Menge und Mischung von Suppe, Fleisch, Brod, leichten mit Eiern bereiteten Mehlspeisen mit etwas Gemüse wird am zuträglichsten sein. Man hüte sich vor einem übermässigen Genusse von Getränken und von Flüssigkeiten überhaupt, trinke weder von Wasser, noch von Bier oder Wein mehr, als nothwendig ist, den Durst zu stillen. Die an einen grossen Genuss von weingeistigen Getränken, namentlich von...
Page 4 - Verfalirungsweisen angegeben werden. "Wir haben diess hier gethan und hoffen zuversichtlich, dass unserer Mittheilung Aufmerksamkeit geschenkt und das Unglück, welches die Epidemieen der Cholera über die menschliche Gesellschaft bringen, durch Beachtung und Befolgung des hier Gebotenen vermindert werden wird. Bezüglich der Desinfection legen wir den Sachverständigen und Behörden ein Princip zur praktischen Anwendung vor, welches wohl bisher schon vielen der gebräuchlichen Methoden zu Grunde...
Page 22 - ... zu bringen und es wird vielleicht auch für den militärischen Erfolg von deren Durchführung in vollem Umfange oft mehr Nutzen gebracht, als von errungenen Siegen. 1. Es versteht sich, dass im Allgemeinen Orte, an denen die Cholera herrscht, bei Truppenmärschen gemieden werden sollen. Es kann zwar der blosse Durchmarsch durch einen solchen Ort ohne allen Aufenthalt als gefahrlos betrachtet werden; aber jeder Aufenthalt, auch nur von Stunden, sowohl von Abtheilungen als von Einzelnen kann Cholera...
Page 22 - Wenn die Besetzung einer solchen Stadt überhaupt nothwendig erscheint, sollte wenigstens nur der freie Stadttheil von den Truppen eingenommen und denselben das Betreten des befallenen Theiles strenge untersagt werden. — Wenn zu einem Truppentheil Ersatzmannschaften oder andere Truppen stossen, die aus Choleragegenden kommen (wenn sie gleich nicht dafür gelten, dass sie die Krankheit mit sich führen), so ist es räthlich, die neuhinzukommenden zuerst in einem abgesonderten...
Page 22 - Truppen bringen, die sich meist bald, möglicherweise aber erst nach 14 Tagen bis 4 Wochen unter ihnen zeigen wird. — Ein Campiren im Freien, in der Nähe, ist unter allen Umständen eher räthlich, als das Beziehen von Quartieren in einer Stadt, wo die Cholera herrscht. In grösseren Städten kommt es öfters vor, dass während einer Epidemie nur einzelne Stadttheile befallen werden, andere aus örtlichen Gründen (S. 17) frei sind. Wenn die...
Page 24 - ... können. 4. Hat ein Truppentheil die Cholera überstanden, so erlangt er dadurch auf längere Zeit eine gewisse Unempfänglichkeit oder Immunität dafür. Wenn daher eine epidemisch ergriffene Gegend oder Ortschaft zu besetzen oder zu recognosciren ist, und Truppen vorhanden sind, welche dem Einflüsse der Krankheit schon einmal ausgesetzt waren, so sollen wo möglich nur solche verwendet werden. B. Schema für die Beobachtung der Cholera-Epidemieen.

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