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EINLEITUN C.

Mit Gottes Hülfe liegt wieder eine Abtheilung des Werkes fertig vor mir. Es ist der blühende landständische Adel des Herzogthums Krain und der blühende (ehemals landständische) A del der vereinigten Grafschaften Görz und Gradiska. Leztern glaubte ich in diesem Werke nicht besser einschalten zu können, als in dem ich ihn dem krainer Adel als Anhang beifügte. Die geographische Lage und die Geschichte von Krain, Görz und Gradiska sprechen un fehlbar zu Gunsten dieser Zusammenstellung. Als Quelle habe ich zu dieser Abtheilung des österreichischen Adels ausser Valvasor's,,Ehre des Herzogthums Krain-Laibach 1689" handschriftliche Mittheilungen eines sehr geschäzten öster. Genealogen benüzt, der seine Forschungen unmittelbar in den ständischen Archiven dieser Provinzen machte und die Güte hatte mir dieselben für das Wappenwerk mitzutheilen. Leider sind, wie mir bemerkt wurde, diese Archive weder so vollständig noch so zugänglich als man wünschen möchte, doch lässt sich immerhin aussprechen, dass das Möglichste geschehen sei die Sammlungen zu vervollständigen. Dass immerhin noch Lücken in der Reihe der zu behandelnden Geschlechter blieben und bleiben mussten, das liegt nicht nur in der obenerwähnten Sachlage, sondern in der Natur derartiger Forschungen überhaupt. Wollte man die Herausgabe eines Adels- und Wappenwerkes an das ,,nonum prematur in annum" binden, so würden in der That sehr wenige Quellen darüber erschienen sein und gewiss würden selbst diese von dem Vorwurfe der Lückenhaftigkeit und von andern Mängeln nicht freizusprechen sein. Einen solchen Tadel darf der Herausgeber eines Adels - Werkes wenigstens von Seite Sachverständiger nicht erwarten. So schicke denn auch ich das Stamm- und Wappenbuch des Adels dieser Provinzen in die Welt und hoffe, dass meine Leser über dem Fehlenden das Vorhandene nicht vergessen werden.

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Die mir mitgetheilte Matrikel des Herzogthums Krain, welche mit dem Jahre 1446 beginnt und deren neueste Eintragung vom Jahre 1841 datirt, gibt auf den Zeitraum von nahezu 400 Jahren 467 Geschlechter. Von diesen sind 251 als sicher bezeichnet. Es mögen aber vielleicht noch mehrere zu der Zahl der ausgestorbenen oder herabgekommenen Familien gehören, über die ein sicherer Nachweis sich nicht geben liess, oder von denen genealogische und heraldische Notizen gänzlich fehlten. Da nun in dem nachfolgenden Buche gerade 170 Geschlechter vorgetragen sind, so mögen die noch übrigen 46 Namen auf Rechnung dieser unvermeidlichen Lückenhaftigkeit geschrieben werden. Sollte irgend eine Familie aber noch Anspruch auf Einreihung haben, so werde ich auf rechtzeitig geschehene Kundgebung nicht ermangeln das fehlende im Ergänzungsbande nach

*ntragen.

Ungünstiger stellt sich das Verhältniss der vorgetragenen Geschlechter zu den fehlenden beim Adel der vereinigten Grafschaften Görz und Gradiska. In der Matrikel sind (vom Jahre 1462 — 1791) im Ganzen 287 Familien aufgeführt und von diesen war ich nur 92 vorzutragen im Stande. 107 der immatrikulirten Geschlechter sind sicher †, und über die noch übrigen 88 Familien waren mir genaue Nachrichten schlechterdings unzugänglich. Ich wiederhole aber, was ich schon oben gesagt, dass jede Vervollständigung von kompetenter Seite mir nur willkommen sein kann.

Zur Geschichte des Ritterstandes in Krain gehört auch die Theilnahme desselben an den Erbämtern des Landes. Der gegenwärtige Stand, resp. Besiz solcher Aemter ist bei den einzelnen Familien im nachfolgenden Buche vorgetragen, ich werde zur Kompletirung dasjenige voranschicken was der Freiherr von Valvasor in seinem angezogenen Werke über den Ursprung dieser Erbämter und deren damalige Besezung mittheilte.

Der Erbämter im Herzogthum Krain sind 11:

1) Das Erblandhofmeisteramt: Grafen von Thurn seit 15. Oktober 1577.

2) Obersterbland-Kammer-Amt: Grafen von Auersperg seit 1466,,Engelhard von Ausersperg 1466. Er hat das Schloss Schönberg gerenoviert und soll von den von Schönberg das O. E. L. K. Amt an die Auersperg gekommen sein."

3) Das Erblandmarschallamt besizen die Grafen Auersperg seit circa 1450. 4) Das Erblandstallmeisteramt: Grafen Lamberg, 17. April 1566.

5) Erblandjägermeister: die Grafen Khisel 1592.

6) Erbland-Stäbelmeisteramt: Freiherrn von Eg k.

7) Erblandmundschenk: der Fürst von Eggenberg nach dem Jahr 1518. die v. Tschernem bl.

8) Erbland-Silber-Kammer-Amt: Graf Kazianer seit 1672.

9) Erbland-Vorschneider-Amt: Graf Saurau.

10) Erbtruchsessen amt: Herrn von Hochenwart seit dem XVI. Jahrhundert. 11) Erblandfalkenmeister - Amt: Freiherrn von Panizoll seit 1631.

Vor dem

Ueber den ehemals landständischen Adel der vereinigten Grafschaften Görz und Gradiska lasse ich ein mir von kompetenter Seite mitgetheilte interessante Notiz hier wörtlich folgen:

Die Adelsmatrikel von Görz und Gradiska.

,,Unter der Regierung der längst erloschenen Grafen von Görz herrschte seit unerdenklichen Zeiten der Gebrauch, dass sich der Provinzialadel, vermischt mit den Patriziern der Stadt Görz, in der Halle des öffentlichen Palastes unter dem Vorsize der Grafen oder der stellvertretenden Capitäne versammelten um die wichtigen Angelegenheiten des Landes zu besprechen und zu berathen. Aus diesen wählten die Grafen ihre Hofleute und Räthe, Richter und Befehlshaber der festen Pläze, schlugen Ritter und erwählten nach Nothdurft Gesandte an auswärtige Fürsten und Republiken.

Die erste schriftliche Bestätigung über die Rechte der Görzer Stände ertheilte Heinrich II. 1307, und diese wurde durch ein eigenes Diplom von Albert IV. 1365 bekräftigt. Diese Rechte und Privilegien gestatteten den Ständen bedeutenden Einfluss auf die Landesangelegenheiten und die Besezung der Aemter. Die Versammlungen geschahen von Seite der Patrizier der Stadt Görz durch Aufforderung ihres Vorstandes, der Provinzialadel ausser der

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Stadt wurde durch eigene Einladungsschreiben zusammenberufen, was die,, Convocation" genannt wurde. So blieb es bis zu Kaiser Maximilian I., unter dessen Regierung wegen Vertheilung der Steuern zwischen den Patriziern und dem Landadel Zwiespalt und heftiger Streit erstand, welcher damit endete, dass die ersteren sich mit kgl. Bewilligung einem selbstgewählten Magistrate von 12 Räthen unter dem Vorsize des Gastaldo unterworfen, während der Landadel 4 Deputirte dann ebensoviel Assessoren und einen rechtserfahrenen Kanzler erwählte, die unter dem Vorsiz des Capitäns oder Statthalters im öffentlichen Palaste oder im Schlosse wöchentlich mehrmalige Sizungen hielten.

Da sich indess zeigte, dass die Anzahl der Familien des Landadels durch Aussterben, Auswanderung, mitunter auch durch Verarmung sich immer mehr minderte, so wurde am 19. Februar 1569 beschlossen, dass neue Familien in den Provinzial-Adel aufgenommen werden dürfen, doch soll Niemand eingereiht werden, dessen Adel nicht wenigstens durch 4 Generationen nachweisbar sei und der nicht die nöthigen Eigenschaften besize um standesgemäss leben zu können. Die Listen wurden verfasst und somit die faktisch längst bestandene Adelsmatrikel förmlich organisirt.

war.

Im Jahre 1584 wurde noch ausserdem bestimmt, dass Niemand in die Matrikel aufgenommen werden dürfe, der nicht wenigstens seit 25 Jahren in der Grafschaft Görz ansässig Ebenso bestimmten die Stände am 6. April 1690 zu Gunsten der Unterthanen des Hauses Oesterreich, dass diejenigen, welche in anderen Provinzen bereits landständisch seien und die Aufnahme in Görz wünschten, von den früher erwähnten Bedingungen und Proben frei sein, dagegen die gewöhnliche Taxe von 2000 fl. erlegen sollten. Anno 1709 wurde die Bedingung eingeschaltet, dass die 4 mütterlichen Ahnen ebenso nachzuweisen seien wie bisher die vier väterlichen, und am 12. Aug. 1727 weiters, dass alle diejenigen, welche unadelige Frauen nehmen für sich und ihre Nachkommen aus der Matrikel gestrichen werden sollen.

So wurden noch mehrere Vorsichtsmassregeln getroffen nm den ständischen Verein würdig zu erhalten, leider wurden sie indess nur zu oft beiseite gesezt, theils weil man sich durch die dringenden Bitten der Aufzunehmenden erweichen liess, theils weil man zu schwach war den Recommandationen grosser Herrn zu widerstehen, die eine eigene Begierde gehabt zu haben scheinen, die fremdartigsten Elemente einzuschwärzen. In verschiedenen Zeiten ging dieser Unfug soweit, dass z. B. eine besondere Verordnung der Kaiserin Maria Theresia vom 7. Mai 1753 erschien, in welcher den Matrikeln aller Provinzen die Weisung ertheilt wurde, Niemanden mehr aufzunehmen, der nicht wenigstens den rittermässigen erbländischen Adelstand zuvor erlangt habe.

Ein weiterer Missbrauch war die überall eingerissene Gewohnheit aus blosser Servilität jedem Capitän (Landeshauptmann), so wie jedem höheren Beamten die Landmannschaft anzubieten, obwol diese grösstentheils Ausländer ohne viel Verdienst oder Interesse um die Grafschaft waren.

Einen nicht unbedeutenden Zuwachs erhielt die Adelsmatrikel von Görz durch die Vereinigung der gefürsteten Grafschaft Gradiska mit demselben. Die in der Matrikel dieser Grafschaft registrirten und 1754 der Görzer einverleibten Geschlechter waren: Affabris, Allessio, Baselli, Comelli, Dionoro, Filipussi, Görzer, Michellini, Moschettini, Periboni, Romani, Salamanca, Tacco, Toscani, Villari, Wassermann, Zattoni und Zenerio.

In dieser Zeit hatte die ständische Vertretung in Gürz ihren Höhepunkt. Drei jährlich zu wählende Deputirte von Görz und seit 1754 noch ein vierter von Gradiska hatten unter der Leitung des Capitäns sämmtliche Staatsgeschäfte zu besorgen. Der Herrenstand war bis 1751 nicht besonders begünstigt, in diesem Jahre wurde (6. März) bestimmt, dass einer der Adelsdeputirten dem Herrenstande angehören müsse. Im Jahre 1754 wurde auf Vortrag des Landeshauptmanns Graf Harsch, den 7 Familien Degrazia, Edling, Grabiz, Radiencig, Salamanca, Suardi und Wassermann, später auch noch den Conti in Anbetracht ihres uralten Herkommens

der Herrenstand zuerkannt; zugleich aber mit diesen Veränderungen wurde eine neue Regierungsform eingeführt, welche den Geschäftskreis der Deputirten auf einen sehr kleinen Kreis des innern Haushalts beschränkte, und blos mehr die unwesentliche äussere Repräsentanz übrig liess. In diesem Zustand blieb das Institut bis es mit der Besezung des Landes durch die Franzosen gänzlich aufgehoben, und selbst nach der Wiederbesiznahme durch die Oesterreicher nicht mehr hergestellt wurde.

Die ständischen Gebäude und das nicht unbedeutende ständische Vermögen werden vom Staate gegenwärtig zu anderen Zwecken verwendet."

So weit der Bericht über die Görzer Matrikel.

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