Ueber den gegenwärtigen Stand der Cholera-Frage und über die nächsten Aufgaben zur weiteren Ergründung ihrer Ursachen

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Oldenbourg, 1873 - Cholera - 94 pages
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Page 26 - Wir wissen , dass die Cholera durch den Verkehr verbreitet werden kann , wir wissen , dass auch noch andere Umstände dazu nothwendig sind, damit eine Epidemie entsteht und mehrere Menschen an einem Orte erkranken. Wenn nur in einem einzigen Falle die Mitwirkung des Bodens etwas Gleichgiltiges ist, so muss man es auch für alle übrigen Fälle zugeben. Ich denke mir nun, dass diese Fälle, die so aussehen, als wäre der Boden entbehrlich, nicht gehörig analysirt sind .... Wenn wir in einem einzigen...
Page 19 - ... noch zur Noth von der individuellen Disposition, von den Folgen einer vorausgegangenen Durchseuchung abgeleitet werden; aber nicht so die reine örtliche. Wann sind die Einwohner von Lyon oder anderer immuner Orte je von Cholera so durchseucht gewesen, dass ihre Disposition dafür hätte als verloren oder erschöpft angesehen werden können? Nie! Aber wenn die Einwohner von Lyon zur Zeit einer Choleraepidemie nach Marseille oder Paris kommen, dann zeigen sie sich nicht minder empfänglich für...
Page 13 - ... but whose germ or poison is generated outside of the human system, and is taken in after the manner of marsh malaria poison. But, unlike the latter, its germ is portable, and may be carried in vessels, trunks, baggage cars of railroads, etc., from one point to another, and thus propagated.
Page 81 - Variabein im Boden, womit zusammenhängt, was ich einstweilen y genannt habe, unsere nächste Aufgabe. Was ich bisher in dieser Richtung gethan, betrachte ich nur als Vorstudien und wir können wahrscheinlich noch eine Zeit lang angestrengt zu arbeiten haben, bis wir über das Stadium der Vorstudien hinauskommen werden. Als lehrreiche Objekte für solche Versuche betrachte ich namentlich möglichst genaue Vergleiche von Oertlichkeiten, sowohl von solchen, welche sich für Cholera sehr empfänglich,...
Page 26 - Ich habe die volle Ueberzeugung, dass das, was im Allgemeinen uoihwendig und richtig ist, auch in jedem einzelnen Falle so sein muss, es hängt nur oft auf Umwegen zusammen. Wir wissen , dass die Cholera durch den Verkehr verbreitet werden kann , wir wissen , dass auch noch andere Umstände dazu nothwendig sind, damit eine Epidemie entsteht und mehrere Menschen an einem Orte erkranken. Wenn nur in einem einzigen Falle die Mitwirkung des Bodens etwas Gleichgiltiges ist, so muss man es auch für alle...
Page 83 - ... Kohlensäuregehalt einer Zimmerluft auf die Ueberfüllung des Wohnraumes mit Menschen schliessen kann. Wie sehr die Bodenverhältnisse in diese Prozesse eingreifen, ersieht man aus der alten Erfahrung, wie verschieden lang eine Leiche in verschiedenem Boden zur Verwesung braucht. Von hervorragendem Einflusse erscheint mir bekanntlich auch der Wechsel im Wassergehalte des Bodens, was ich mit Grundwasser bezeichnet habe. Aber das Grundwasser ist nur ein einzelner Faktor, wie die Wärme auch nur...
Page 3 - Untersuchungen über die Cholera in ihren Beziehungen zu Boden und Grundwasser, zu socialen und Bevölkerungsverhältnissen, sowie zu den Aufgaben der öffentlichen Gesundheitspflege.
Page 69 - Bodenfeuchtigkeit Lyons die anderer von der Cholera häufig befallener Städte auf Alluvialboden und mit einem von benachbarten Flüssen abhängigen Grundwasser erheblich übertrifft, und sodann, dass in dem einzigen Cholerajahre 1854 zwar Winter und Frühling trockener waren, als gewöhnlich, der Pegelstand des Monates Juli aber, in welchem die Cholera anfing, höher ist (nämlich 1.96 Meter) als das 10jährige Mittel (von 1.58 Metern); unerklärt lässt er ferner, dass von 1857...
Page 13 - ... denen der wesentliche örtliche und zeitliche Einfluss sich zusammensetzt, aufzusuchen und näher zu definiren. Man findet allerdings, dass auch contagiose, impf bare Krankheiten, wie die Blattern, ihre wechselnde zeitliche Frequenz haben, aber es gehört auch bei diesen viel dazu, ohne weiteres zu glauben, dass ihre Frequenz wesentlich nur von der individuellen Disposition und unabhängig von allen andern örtlichen und zeitlichen Verhältnissen bedingt sei. Es scheint mir nicht unpassend, an...
Page 45 - Es besteht hier die Eigenthümlichkeit, dass die sogenannte untere Stadt mit ihren romantischen Höfen und Winkeln vorzugsweise der Sitz des Kleinhandwerks und des Proletariats, eine Menge von öffentlichen Pumpbrunnen besitzt, während diese in der von der wohlhabenderen Klasse bevölkerten oberen Stadt fast gänzlich fehlen, dagegen durch zahlreiche Privatpumpbrunnen vertreten sind. Man werfe nun einen Blick in das von der Kultur noch wenig beleckte Gewinkel der unteren Stadt, wo Miststätte und...

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