Rückschau in das Theaterleben Wiens seit den letzten fünfzig Jahren

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Der Verfasser, 1864 - Theater - 334 pages
 

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Page 136 - Tact sagte ihr immer, bis hieher und nicht weiter. Die Grazie, die ihr immer zur Seite stand, verließ sie nie...
Page 47 - Iägerzeile angesehen, und vollends erst, wenn man in dasselbe durch einen schmalen, niedrigen Gang eingetreten war. Welch' traurigen Anblick gewährte da das düstere, räumlich sehr beengte, unfreundliche und unsaubere Haus, das noch durch keinen Luster erhellt wurde, und dessen Schnürboden sich in einem solchen primitiven Zustande befand, daß die Decorationen nicht wie anderswo herabgelassen, sondern herabgerollt werden mußten — eine Manipulation, welche für die auf der Bühne Beschäftigten...
Page 78 - Glück, Mißbrauch und Rückkehr« wird dem neuen Gutsherrn gehuldigt; es werden ihm im feierlichen Aufzuge die Schlüssel des Schlosses übergeben, die auf einem weißen, etwas beschmutzten Kissen liegen. Scholz, der den Bedienten Rochus gibt, tritt hinzu, berührt den Flecken, fährt mit der Hand zur Nase, und diese rümpfend, wendet er sich alsbald zu seiner Herrschaft, diese ini liebreichsten, herzlichsten Tone um Verzeihung für den Frevel bittend, mit dem Beifügen, der Mann, welcher den festlichen...
Page 272 - Noch sehen wir den Harfner Raimund vor uns, ein Bild der Wehmut und des Erbarmens, mit seinem bleichen, fahlen Gesicht und dem verglasten, stieren Blick des Blinden, ein Bild von ergreifender Wirkung, bei dessen Anblick uns stets ein Schauer überlief... Raimund gab den Blinden mit daguerreotypischer Wahrheit.
Page 225 - Ein Uhr,« »Agnes Bernauer,« »Graf Waltron,« »Zriny,« in späteren Zeiten »die Brigittenau,« »Pansalvyn,« jener Schaustücke gar nicht zu gedenken, in denen, wie »Timur, der Tartarchan...
Page 225 - Im ersten Viertel dieses Jahrhunderts spielte im Theater an der Wien die Pferde- oder, wie das Volk sich ausdrückte, die Roßkomödie eine große, gewaltige Rolle. Das waren Ritterstücke mit Turnieren, Einzügen, Evolutionen und Gefechten auf der Bühne, so daß der hölzerne Boden vom Pferdegetrappel erdröhnte. Die Bühne selbst, zu solchen Spektakelstücken wie geschaffen, gab zu deren Cultus den natürlichen Anlaß.
Page 272 - Volksleben in seinen untersten Schichten, mit seinem urwüchsigen, rosigen Humor entnommen war. Raimund gab den Blinden mit daguerreotypischer Wahrheit, Schuster den Harfenisten, und jeder lieferte in feinem Genre ein Meisterwerk.
Page 49 - Chiar'oscuro auch seine volle Berechtigung. Dieses Theater brauchte eben eine solche und keine andere Beleuchtung. Wie hätte auch die stets lauernde Polizei ein Treiben übersehen sollen, wenn sich im hellerleuchteten Hause die Ecksitze periodisch leerten und nachher wieder füllten, jenachdem ihre Besitzerinnen in .Geschäftsangelegenheiten' das Theater zeitweilig verlassen mußten, um es später wieder zu besuchen.
Page 149 - Lustsprunges (sollte eine Pirouette vorstellen) auf dem Hausballe, der ihm jedesmal einen zwei- bis dreimaligen Hervorruf verschaffte; man glaubte einen Tanzbären vor sich zu haben, so schwerfällig dabei, aber unendlich komisch war dieser für den alten Mann gewiß sehr gewagte Sprung.
Page 48 - Stammpublicum wie keine zweite Bühne Wiens. Da gab es Hunderte von wohlhabenden Bürgern, denen es zur süßen Gewohnheit geworden war, allabendlich ihr »Steindl...

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